Wer als Mann spielerisch eine schlechte Leistung erbringt, der benimmt sich Frauen gegenüber in Online-Spielen oft wie die Axt im Wald. Warum das so ist, will nun eine neue Studie belegt haben.
Angst vor Statusverlust
Dass Männer sich manchmal gegenüber ihren weiblichen Mitspielern wie “die Axt im Walde” aufführen, hat wohl schon jeder Spieler entweder aus erster oder zweiter Hand erlebt. Oft rätselt man dann, ob hinter diesem Verhalten fehlende Erziehung, pubertätsbedingte Hormonschübe, ein antiquiertes Frauenbild oder eine Mischung aus all diesen Dingen stehen. Eine Studie hat nun eine Begründung gefunden, die zumindest einen großen Teil dieser Verhaltensmuster erklären will: Die Männer haben Angst vor Statusverlust.
Videospiele sind auch heute noch ein eher von Männern beherrschtes Gebiet, doch in den letzten Jahren haben sich auch immer mehr Frauen diesem Hobby zugewandt. Laut der Studie fürchten viele Männer nun um den Verlust ihrer Position in der “natürlichen Hierarchie”, die sich innerhalb dieser Spiele etabliert.
So untersuchten die Forscher das Sozialverhalten von Männern im Shooter Halo 3 und überprüften, wie diese auf weibliche Mitspieler reagierten. Das Ergebnis war wenig verwunderlich, lässt aber doch einige Rückschlüsse zu:
Beleidigungen zum Schutz der eigenen Position
Männer, die eine schlechte spielerische Leistung erbringen, benehmen sich Frauen gegenüber aggressiver und unfreundlicher. Die Forscher begründen dies mit der Angst vor dem Statusverlust. Denn die “natürliche Hierarchie” in einem Shooter ist oft automatisch so aufgebaut: Der beste männliche Spieler wird als Autoritätsperson angesehen. Wenn nun eine Frau sich im Spiel etabliert und besser spielt, als unser “schlechterer” männlicher Spieler, dann droht für ihn eine Degradierung und er sinkt in der Rangfolge weiter ab.
Oder kurz zusammengefasst: Wenn eine gut-spielende Frau auftaucht, dann beleidigt man sie und stellt ihre Fehler so offen heraus, dass auch die anderen Spieler sie als “schlecht” ansehen und die eigene Position in der Rangfolge geschützt ist.
Auf gute männliche Spieler trifft dieses Verhalten übrigens nur sehr selten zu. Hier wird vermutet, dass – abgesehen von der Tatsache, dass es sich vielleicht einfach um gesittete Menschen handelt – die Spieler eher hilfsbereit und freundlich sind, um die Frauen zu unterstützen und im Gegenzug ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Immerhin droht ihnen kein Verlust innerhalb der Rangordnung.
Wer sich für die vollständige Studie interessiert, kann diese hier einsehen.
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