Zum Glück springt Steam auch diesen Mittwoch wieder für mich in die Bresche, um mich vor akutem Themenschwund zu beschützen. Aber wen wundert es schon, dass man den Zorn vieler Tausende auf sich zieht, wenn man Selbstverständliches plötzlich hinter eine Geld-Barriere steckt, die weder gewünscht noch notwendig war. Unser Andreas hat auch schon fleißig über die Mod-Thematik bei Steam berichtet.
Skyrim: Mods für Geld
Für das Single-Player-RPG “Skyrim” gibt es zahllose Modifikationen. Das reicht von einem Mehrspielermodus über neue Kampagnen und ein verändertes Skillsystem bis hin zu den berühmt-berüchtigten Nacktmods aus dem Nymphomanie-Träumen einiger Spieler. “Da lässt sich doch sicher der eine oder andere Dollar rausholen”, dachten sich die Verantwortlichen von Steam und ermöglichten den Anbietern von Mods ihre Werke zu verkaufen, um davon leben zu können.
Und weil Steam-Leute von Natur aus herzensgute Menschen sind, wollten sie auch nur schlappe 75% der Einnahmen für sich behalten. Als Ausgleich dafür, dass die Mod-Entwickler alle rechtlichen Risiken tragen, bekommen sie immerhin satte 25%, also quasi den Löwenanteil. Fair und nachvollziehbar. Nächstenliebe kann manchmal so einfach sein!
Vollendete Tatsachen: Menschen hassen sie. Ich auch.
In den letzten Jahren ist es in Mode gekommen, Menschen gerne vor vollendete Tatsache zu setzen. Sätze wie “Beschwert Euch doch erst über das Gesetz, wenn es da ist” hört man immer häufiger von Politikern und auch in der Spieleindustrie winkt man Entscheidungen gerne einfach durch, um dann mal abzuwarten, was geschieht. Hätte man die große Entrüstung der Spieler voraussehen können? Nein. Hätte man sie mit einer einfachen Diskussion im Forum zu dem Thema vermeiden können? Auf jeden Fall.
Ich kann absolut verstehen, dass man nicht jede Kleinigkeit mit den Spielern besprechen will, denn das kann oft auch die Kreativität mindern. Wenn es aber um das Abändern bestehender Systeme geht, die bisher einwandfrei funktioniert und jeden zufriedengestellt haben, dann muss man vorsichtig sein. Im Übrigen könnte man das Ganze auch einfach entfallen lassen und den schon seit Langem geforderten “Spenden”-Button bei den Modifikationen in Steam einbauen. Weil man dann aber wohl keine 75% abbekommt, ist das natürlich keine Alternative…
Ein gutes Beispiel zum Schluss
Um heute mal ein wenig positiver zu enden, möchte ich noch kurz auf ein Studio eingehen, welches sich sehr ausführlich mit den Meinungen seiner Fans beschäftigt und auf die Wünsche eingeht. Nein, heute zur Abwechslung mal nicht Carbine, sondern Paradox. Spiele wie “Crusader Kings”, “War of the Roses” oder das gnadenlos unterschätzte “Leviathan Warships” sind mitunter echte Geheimtipps, weil die Entwickler sich rege in den Foren beteiligen und Entscheidungen mit den Fans besprechen.
Wie bereits erwähnt ist das nicht immer ein Garant für gute Schlussfolgerungen – aber besser, als kostenlose Mods hinter einer “Paywall” zu verstecken, die in erster Linie nicht dem Entwickler, sondern der Spieleplattform dient. Man liest sich, meine Sklaven Lieben.
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