Shitstorm wegen Bezahlmods – Würden MMO-Spieler auch für Mods bezahlen?

Valve löste mit der Ankündigung, Mods zu Spielen wie The Elder Scrolls 5: Skyrim gegen Bezahlung anzubieten, einen Shitstorm aus. Dies wirft die Frage auf, ob MMORPG-Spieler auch bereit dazu wären, für Mods Geld auszugeben.

Mods oder Modifikationen werden in der Regel von den Fans der jeweiligen Spiele in ihrer Freizeit entwickelt und kostenlos angeboten. So kann sich jeder die Mod ansehen und nutzen, wenn er möchte. Viele Mods nutzen auch andere Mods, die von anderen Spielern erstellt wurden und bauen darauf auf. Es ist ein Geben und Nehmen und jeder hat etwas davon. Valve sieht in den Modifikationen nun eine lukratives Geschäfts. Allein für The Elder Scrolls 5: Skyrim existieren aktuell rund 25.000 Modifikationen. Damit würde sich doch sicher Geld machen lassen. Schließlich funktioniert das bei den Valve-eigenen Games DotA 2 und Team Fortress 2 auch. Hier können Gamer ihre selbst erstellten Mods schon seit geraumer Zeit gegen Geld anbieten. Damit wurden seit Einführung des Features im Jahr 2011 bereits über 50 Millionen Dollar Umsatz gemacht. Da ist doch sicher noch mehr drin.

Also kündigte Valve an, dass man nun auch Modifikationen für The Elder Scrolls 5: Skyrim gegen Bezahlung anbieten werde. Weitere Spiele sollen ebenfalls in dieses Programm aufgenommen werden.

Steam Workshop Skyrim
Derzeit beliebtester Mod: “Protest Sign: No paying for mods”.

Valve rechnete aber nicht mit dem Shitstorm, der folgte. Denn am Verkaufspreis einer Mod werden die Mod-Ersteller nur zu 25 Prozent beteiligt. 75 Prozent teilen sich Valve und der Entwickler des Spiels, auf dem die Mods basieren. Das alleinige Risiko liegt aber bei den Mod-Erstellern. Und das ist kein geringes. Urheberrechtsverletzungen sind bei Modifikationen keine Seltenheit. Und wer einen Song eines bekannten Künstlers in seiner Mod nutzt und diese dann verkauft, der kann damit rechnen, dass sich Anwälte bei ihm melden. Zudem findet die Community, dass die gesamte Mod-Szene zerstört wird, wenn man nun Geld ins Spiel bringt.

In Zukunft für Mods bei Spielen wie World of Warcraft bezahlen?

Auch in MMORPGs werden oft Modifikationen verwendet. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist World of Warcraft. Es gibt unzählige Addons und Mods, die neue Funktionen einführen, die Benutzeroberfläche verändern und Zusatzinformationen anzeigen. Auch andere MMOs können um Addons und Mods erweitert werden. Was wäre nun, wenn diese gegen Bezahlung angeboten werden? Würde das funktionieren? Würden MMO-Fans Geld für UI-Veränderungen ausgeben? Fakt ist, dass die Zahl der angebotenen Mods sicher immens steigen würde, sobald die Ersteller Geld damit verdienen könnten. Dann würde sich aber auch viel Zeug darunter befinden, das nur schnell-schnell zusammengeschustert wird und nicht die Qualität und den Nutzen hat, den man sich als Spieler wünscht. Es würde schwer werden, die Spreu vom Weizen zu trennen.

World of Warcraft - Zukunft

Ein weiterer Punkt wäre, dass man damit nicht nur den Erstellern der Mods das Geld geben würde, sondern auch – nehmen wir das Modell von Valve als Beispiel – dem Entwickler. Gerade bei einem Abo-MMO würde man sich als Spieler vielleicht leicht veräppelt vorkommen. Buy2Play- und Free2Play-MMORPGs stehen sowieso schon in Verruf, den Spielern ständig das Geld aus der Tasche zu ziehen. Dann soll man für Mods zudem noch bezahlen? Der nächste Schritt wäre dann wohl, dass Entwickler Mods von Gamern erstellen lassen würden, die Vorteile im Spiel ermöglichen. Dann wären nicht mehr die Entwickler die bösen, welche für “Pay2Win” verantwortlich sind, sondern die Ersteller und man würde sich genötigt fühlen, diese “wichtigen Addons” kaufen zu müssen. Bezahl-Mods für MMOs wäre also eine heikle Angelegenheit.

Andreas meint: Mods gegen Geld anzubieten ist ein zweischneidiges Schwert. Was sich zunächst wie eine nette Möglichkeit für Mod-Ersteller anhört, etwas Geld zu verdienen, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als unfair. Denn die Mod-Ersteller tragen das alleinige Risiko und bekommen dafür nur einen Bruchteil der Einnahmen. Sollte so etwas auch für den MMO-Bereich angedacht werden, dann könnten sich viele Spieler veräppelt vorkommen und auf die Barrikaden gehen – und das sollten sie auch.

Quelle(n): steamcommunity.com, Skyrim Ankündigung auf Steam
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Bodicore

Hat sich anscheinend erledigt…
http://steamcommunity.com/g

Zunjin

“Geht das auch bei MMOs?”

Ja! SOE / Daybreak haben in den letzten 16 Jahren einige Fehler gemacht, dass haben sie aber gut und ohne Shitstorm hinbekommen. Als erstes MMO-Studio haben sie ein “Player Studio” einbgerichtet, wo Spieler u.a. 3D Modelle und Texturen für den Itemshop erstellen. Dafür schließen sie mit SOE / Daybreak einen Vertrag, nutzen deren Distributionsplattform und bekommen 40% der Umsätze.

Dafür bietet SOE / Daybreak aber auch was. Es gibt z.B. neben Support Foren, auch Streams in denen Designer sich die Werke vor der Veröffentlichung anschauen, Tipps, Tricks und Kritik mit auf den Weg geben usw. Außerdem entstehen dem Entwickler auch weitere unkosten durch die Überprüfung der Werke, um z.B. Dinge wie die Penis Items aus Second Life zu verhindern. 😉

Einige verdienen damit ordentlich Geld. Im letzten Jahr gabs eine News über einen Spieler der 100.000 USD verdient hat: http://www.gamespot.com/art

Rob

Ich habe nichts gegen ein Finanzierungsmodell für Modder. Sollte ja grundsätzlich dafür sorgen, dass mehr und aufwändigere Mods/Addons entstehen können. Ich gebe auch gern mal ein paar Euros aus, wenn da ein echter Mehrwert bei rum kommt. Darf bei einem MMO natürlich nicht dazu komnen, dass man vor dem Raid erst mal ne Einkaufsliste bekommt. Ich halte einen Anteil von zusammen 25% für die Plattform und Entwickler für angemessen. Dafür erwarte ich aber auch eine redaktionelle Bearbeitung des Angebots wie klare Kategorisierung, Aussortieren von offensichtlichem Schrott sowie eine objektive und einheitliche Bewertung von Umfang und Qualität. Dazu natürlich das Führen und Verwalten der User Bewertung/Kommentierung (á la Amazon). 75% sollten an den Ersteller gehen, der die Arbeit und das Risiko hat.

Nomad

Für ein gutes Addon, wo jemand viel Zeit hineinsteckt, da zahle ich auch mal was
Und meinetwegen auch
einen gewissen Anteil, der seine Platform zur Verfügung stellt. Also z.B.
20% für Valve/Spielehersteller, Rest Entwickler.
Aber wenn so ein Schmarotzer kommt, dann zahle ich eben lieber gar nichts, das geht mir gegen den Strich.

GIER macht alles kaputt !!!!

Marcus B.

Ich hab noch keinen einzigen Mod für irgendein mmo genutzt bzw benötigt, daher würde mich das recht kalt lassen. Wenn man mir jedoch einen Euro für jeden Skyrim Mod anknüpfen würde, den ich je geladen hab, könnte es für diesen Monat eng mit der Miete werden!
Insgesamt weiß ich noch nicht genau, was ich von der ganzen Sache halten soll. Dazu muss ich mich erstmal mehr informieren, bevor ich mitmecker!
Steam meiden oder gar nicht nutzen, wie es viele vorhaben, wird für mich schwierig, daran hindert mich schon Age of wonders 3.

Michel
Philipp

Petition dagegen:
https://www.change.org/p/va

Michel

Ja, würden sie, weil es Gamer sind, die in den letzten 10 Jahren noch so jede beschissene Entwicklung mitgemacht haben. Auch wenn es immer einen Shitstorm gab. GabeN hat ja schon auf Reddit mit seinem PR Geschwafel gezeigt, dass die Vermarktungsmaschine perfekt läuft.

Für mich als Konsequenz bedeutet es nur, dass ich Steam in Zukunft meiden werde, wenn es Alternativen gibt. Zum Beispiel wird Witcher 3 ja auch auf gog.com angeboten und da gog.com derzeit an einem steamähnlichen Clienten arbeitet, gibt es dort auch bald die passende vergleichbare Software: GOG Galaxy ist Steam nur ohne DRM
http://www.gog.com/galaxy

Bodicore

Würde mir gar nicht passen, zumal einige Mods pflicht sind wenn man Raiden will folglich muss man davon ausgehen das der halbe Raid dann ohne die nötigen Tools erscheint,

Ich würde Geld für Mods zahlen aber dann nur direkt an den Modhersteller ich hab mir auch schon Mods gekauft bei WoW in den ersten Jahren ich glaub es war damals das TitanUI das anfangs kostenpflichtig war.

Ich bin doch stark beunruhigt über die Geldgier welche in den letzten 4-5 Jahren so langsam durchschlägt. Irgendwann bezahlen wir noch Weggeld wenn wir im Spiel Bewegungstasten benutzen wollen.

Quisz

Würden MMO-Spieler auch für Mods bezahlen? Kommt drauf an. Wenn Leute kreativ sind und gute Mods erstellen, soll die Arbeit auch belohnt werden. Damit habe ich keine Probleme. Was nicht geht ist das Valve an den Werken anderer verdient und diese leer ausgehen oder mit einem Almosen abgespeist werden. Firmen die sich derart Unanständig benehmen, sollte man eigentlich meiden.

Gerd Schuhmann

Ich find das komisch, dass man bei “Mod” so grundverschiedene Dinge unter einen Begriff packt.

Also für mich gehen Mods so in Richtung “Full-Conversion” rein. Bei Total Wars hat einer aus dem Grundspiel “Mittelalter” dann Herr der Ringe gemacht, alles komplett überarbeitet. Das ist für mich ein Mod, für den ich Geld zahlen würde. Und das geht in MMOs gar nicht.

Bei MMOS versteht man unter “Mod” wohl so typische Sachen, zu denen ich “Add On” sagen würde: Quest-Tracker, DPS-Meter, Auktionshilfe. Da wäre ich schwer dagegen Geld dafür zu bezahlen, sondern würde von dem Entwickler erwarten, dass er diese Features gefälligst selbst einbaut und von mir aus den Typen anheuert, der das hobbymäßig gemacht hat, um für sie diese Tools zu schreiben. Da wär ich wirklich stinkig, wenn ich mir denke. Weil Blizzard nix kann, muss ich hier für 5 Euro einen gescheiten Quest-Tracker bezahlen oder was? Im Moment würd ich den einfach kostenfrei runterladen und fertig.

Was wiederum anders, sind Player-Stores-Items. Wenn da jemand einen tollen Skin macht oder so – das gibt’s ja bei SOE jetzt schon, da ist man ja “gewohnt”, dafür zu bezahlen. Weil man was Besonderes hat, dass dann andere Spiele auch sehen können.

Aber für mich sind das schon 3 verschiedene Sachen, die unter dem Gummiwort “mod” da zusammengefasst werden.

Alastor Lakiska Lines

Es gibt ein paar tolle Quality of Life Mods für “The Secret World” und es gibt auch den ein oder anderen ambitionierten Skin-Schöpfer in LoL, für deren Werke ich auch gerne einen Obolus entrichte. Aber dann erwarte ich, dass der Großteil des Geldes beim kreativen Schöpfer ankommt, da er/sie auch das Risiko trägt. Gerne können die Betreiber einen Minimalanteil (5-10%) für sich beanspruchen, wenn sie dem Modder einen Verkaufsplatz in ihrem Store anbieten und die Transaktion für Spieler und Modder übernehmen, aber die 75% von Valve…da sind ja manche Labelinhaber dagegen kommunistische Gutmenschen.

Cedric Biester

Man kann einen UI Mod für WoW nicht mit einem Port von Morrorwind auf Skyrim vergleichen etc. MMORPGS werden nie so anpassungsfähig sein wie ein RPG da der Server einen abgleich braucht. Die Zahlung für Mods ist auch nicht das Problem. Sondern das Valve soviel dafür einsteckt!

Nomad

richtig, ich zahle gerne an jemand, der sich viel Arbeit macht, und auch ein gewissen Anteil, der seine Platform zur Verfügung stellt. Also z.B. 20% für Valve/Spielehersteller, Rest Entwickler.
So rum ist es einfach ungerecht, falsch, zahle ich nicht !

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