H1Z1/Planetside2-Studio-Chef: „Die Tage von MMOs im WoW-Stil sind vorbei“

John Smedley, Präsident des Studios DGC und damit Chef von MMOs wie H1Z1 oder Planetside 2, glaubt die Tage von Bezahl-MMOs mit langen Raid-Abenden wie bei World of Warcraft gehören der Vergangenheit an.

Sony Online Entertainment hat einen neuen Namen und ein neues Logo, aber sonst ist vieles beim Alten. Studio-Präsident John Smedley, der sich selbst als „Loudmouth“, als Großmaul bezeichnet, gab Interviews. Dabei erklärte er die Vision für seine Firma, die mal mit Everquest vor vielen Jahren von sich reden gemacht hat. Lange war man bei Sony eine von vielen Abteilungen. Mittlerweile ist man bei der Investment-Firma „Columbus Nova“ sowas wie eigenständig.

Bei Sony fühlte man sich nie ganz zu Hause, hatte aber Sonderbedingung bei American Express

Insgesamt ist man zufrieden, dass man von Sony weg ist. Da fühlte man sich, auch wenn man toll behandelt wurde, immer ein wenig seltsam. Man war im Prinzip die PC-Abteilung dort. Konnte nicht für XBox und Mobile entwickeln. Fühlte sich dadurch benachteiligt, will das nun ändern:

Es war so, dass wir im Vergleich zu unseren Mitbewerbern auf weniger Plattformern veröffentlichen konnten. Das hat sich geändert, jetzt werden wir sie zum Frühstück verputzen.

Smedley Daybreak
John Smedley konnte seinen Hund behalten.

Allerdings hatte man auch zahlreiche Vorteile dadurch, die Unterabteilung einer Unterabteilung bei Sony zu sein. Der Ruf war solide. In jedem Einstellungsgespräch wussten die Bewerber, dass sie pünktlich bezahlt würden. Bei American Express bekam man Sonderkonditionen. Alles Wettbewerbsvorteile. In dieser Hinsicht fängt man wieder bei Null an.

Die Entlassung von langjährigen Mitarbeitern im Zuge der Umstrukturierung schmerzt Smedley. Die war nötig, da finanziell eine Schieflage herrschte, die korrigiert werden musste. Smedley möchte möglichst viele der alten Kameraden so schnell wie möglich wieder einstellen, wie er sagt: „Wir wollen keine neuen Angestellten, wir wollen alte.“

Wer raidet heute denn noch jede Nacht?

Die Zukunft seines Fachbereichs, der MMOs, sieht der Everquest-Erfinder in Games wie H1Z1 oder Planetside 2: „Ich glaube fest daran, dass die Tage von MMOs im WoW-Stil vorbei sind“, sagt er.

Wenn man sich H1Z1 anschaut: Es ist ein MMO, ja. Aber die durchschnittliche Lebenserwartung der Spieler liegt bei 45 Minuten. Und genau das wollen sie. Wie viele Leute kennen Sie noch, die jede Nacht in World of Warcraft, Everquest oder Everquest II raiden gehen?

Die Bereitschaft der Spieler Zeit zu investieren, habe sich geändert, als Entwickler müsse man darauf reagieren: Zum Glück habe man schon lange auf diesen Trend gesetzt, so Smedley, und sei nun in einer günstigen Position, Man sitze vorne im Bus, wie er formuliert.

DGDC setzt auf Free2Play-MMOs, investiert 30 Millionen Dollar in den PS4-Port von Planetside 2

Planetside 2 PS4

Als Ziel hat man unter anderem Free2Play-MMOs auf den Konsolen Playstation und XBox ins Auge gefasst. Diese Entwicklung sieht man im Moment noch in den Kinderschuhen: „Wenn man das erste Mal eine Konsole bekommt, ist es doch normal danach zu sehen, was dort kostenlos angeboten wird.“ Im Moment gebe es da noch nicht viel Konkurrenz. Davon profitiert die Daybreak Game Company. Ein Name, der Aufbruch signalisieren soll, aber auch klarmacht, dass Zocker eben nachts unterwegs sind.

Daybreak Logo

Was denn ein AAA-MMO brauche, um den Free2Play-Rush auf den Konsolen richtig auszulösen, wird Smedley gefragt. „Das kann ich Ihnen bald sagen“, antwortet er, „wir stecken 30 Millionen in Planetside 2 auf der PS4. Wir reden nicht nur, wir stehen auch mit unserem Geld dafür ein.“

Quelle(n): gamesindustry.biz, polygon.com
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Zunjin

Smedley hat sich auf Reddit zu den Kommentaren auf das Interview gemeldet.

I’ve read some of the threads about my comments in that interview. I wanted to clarify what I was talking about. I was asked in the interview about what things we’re doing differently for our new games going forward and that’s when I said we’re focused on shorter session times because not many people have the time anymore to spend on a 4 hour raid.

Don’t mistake that comment for me not believing in raiding or knowing that there are a ton of people that play MMOs that still absolutely love to do it! We also plan on continuing to support EQ, and EQ2 for the very long haul and providing exactly the kind of cool content our players have expected. None of that is changing.

However, when we’re choosing what new games to make we’re focused on games with shorter average session lengths. Why? Because that’s the way the gaming world has evolved and we need to adapt. That’s precisely why we aimed so high on Everquest Next. We know we needed to change our aim on these games. We can’t just expect our users to want to grind through an epic 8 hour raid encounter or treat these games like it’s a second job. We need to make sure our games are just as fun in smaller time increments.

That’s the entirety of what I was talking about. It’s not a comment on today’s games. It’s a comment on today’s reality and where we are aiming at least some of our games.

We remain majorly committed to producing great content for our EQ and EQ2 players for a long time to come, and rest assured there is going to be plenty of content for EQN players as well including raids and all the stuff players have come to know and love in these games.

Smed

http://www.reddit.com/r/EQ2

Gerd Schuhmann

We remain majorly committed to producing great content for our EQ and EQ2 players for a long time to come,

—-
Ja, bei EQ und EQ2 haben die Aussagen sicher für Furore gesorgt. Ansonsten beschreibt das in meinen Augen die neue Normalität – und ich denke die meisten haben es auch genauso verstanden, wie er es gemeint hat.

Und wie lange die Aussage mit “Majorly commited” zu EQ und EQ2 hält … na ja. Also ich hab bei den Entlassungen damals auf einer EQ-Fanseite nachgelesen, was die Experten dort dazu sagten. Das klang schon sehr ernüchternd. Ich hab wenig Ahnung und EInblick, wie’s um EQ und EQ2 gerade steht.

Was ich so mitbekomme, stehen da die Zeichen, seit SOE DGC ist, nicht grade auf “Juhu.” Und wenn er sagt: Finanzielle Schieflage, die Zahlen stimmten nicht. Das sind das schon Warnzeichen, denke ich. Wo wird man denn einsparen? Bei H1Z1, DCUO oder Planetside 2, die auf genau den Konsolen funktionieren könnten, wo man hinwill? Oder bei EQ1, EQ2, Landmark, EQN?

Massimo Meraglia

Die Tage von Wow sind vorbei? Wow ist 10 Jahre alt, H1Z1 gerade mal ein paar Monate. Und trotzdem hat H1z1 in der Regel deutlich weniger Viewers als Wow(Twitch), mit Ausnahme wenn es grosse Streamer spielen, die vermutlich auch noch dafür bezahlt werden.
H1z1 ist für ein paar Tage ein ganz gutes Spiel, aber wer spielt den Scheiss für mehr als eine Woche. Nur so WoW spiele ich nun seit 7 Jahren…….

Zunjin

Das keiner mehr liest, oder versteht um was es geht. Es geht nicht um WoW selbst, oder darum ob H1Z1 besser ist als WoW (was besser auch immer bedeuten mag), sondern es geht ums Prinzip WoW.

Also darum, dass sich die Art des Spielsystems eines WoW aber auch EverQuest usw. überdauert hat und für viele MMOs in Zukunft einfach nicht mehr als Schablone für 99% der neuen Spiele passt. Gründe dafür stehen im Gamebiz Artikel (Danke für die Info Gerd).

Das kann man dann sehen wie man will, aber man sollte zumindest verstehen um was es geht. Genauso wie bei der PCGames einer im Kommentar schieb: “ach WoW stirbt wieder mal, tsss” Nein, dass sagt Smed hier nicht. Und es wird auch sicher immer eine Nische für diese Art von Spiel geben.

Gerd Schuhmann

Das steht im Gamebiz-Artikel, im Polygon-Artikel geht’s eigentlich fast nur um das Studio und das Schicksal, den haben wir für den Artikel auch nur genommen, um noch bisschen Fleisch an die Story zu kriegen. Daraus alleine hätte man schwer einen MMO-Artikel machen können.

Das Wesentliche kommt aus dem Gameindustry-Artikel.

Georg Dussel

Tja..H1Z1 ist ja auch viel jünger als WoW, egal was spielst du denn da so in den 7 Jahren? Das habe ich ja keine 7 Wochen ausgehalten, wiederholt sich doch alles nur..da gibt es was ganz Cooles das nennt man Mädchen/Frauen..solltest du mal probieren du wurst

Rob

Ich sehe noch nicht, dass die Zeit vorbei ist. Aber die Tendenz zu Single-Player MMOS ist eindeutig da. Klingt ungefähr so: “Hä, warum darf ich den Raid nicht sehen, wenn ich keine Lust auf organisierte Gruppen habe? Ich habe doch dafür bezahlt!” Ist übrigens kein Phänomen im Spiele Bereich. In den letzten Jahren werden es immer mehr Leute, mit denen man keine vernünftige Planung mehr machen kann. Klingt ungefähr so: “Hey, lasst uns in 3 Wochen am Sa mal alle GoKart fahren gehen, ich reserviere eine Bahn!” Die Hälfte der Antworten: “Mhm, mal sehen, weiß noch nicht, ob ich kann, vielleicht wird mein Pferd krank”; “Ooch, würde schon mitkommen, entscheide ich aber lieber spontan”; “Ui, da hat Tante Klara Bingo Abend, muss ich mal gucken”; “Nee, leider nicht, Sa kommt immer Lindenstrasse” Ich nenne das mittlerweile Terminphobie. Ist auch bei Neurentnern zu beobachten, die ja eigentlich Herr über ihre Zeit sein sollten. Und der Effekt: Kaum einer macht sich mehr die Mühe, Veranstaltungen mit mehr als 4 Leuten zu planen, weil viele nicht mehr sagen können “Coole Idee, da bin ich dabei!” und ihre Dinge einfach entsprechend zu regeln.

Elikal Ialborcales

Ich nehme eher an die Tage von John Smedly sind vorbei. Selten so einen Dummschwätzer erlebt.

Zunjin

Dein Kommentar wäre um so einiges nützlicher, wenn du 2-3 Stellen zitieren und dann in einer richtigen Gegenargumentation (am Besten unter Einbeziehung der hier von anderen aufgezeigten Punkte) dazu Stellung beziehen würdest. Denn “dummschwätzen” kann jeder. 🙂

Elikal Ialborcales

Touche, aber ehrlich: ich habe in den letzten 8 Jahren so viel geschrieben, lange Texte, ich habe mich in so vielen Betas mit Developern rumgeschlagen, ich habe Duzende Youtube Kommentare gesprochen: ich mag nicht mehr. Ich habe alles 100 mal gesagt, und will nicht mehr. Ich sage mein Fazit, und belasse es dabei, weil einem eh keiner zuhört.

Zum Beweis: mein Post count bei MMORPG.com ist momentan 8124 seit 2.9.2006, Name “Elikal”.

Gerade mit SOE nun Daybreak habe ich mich JAHRELANG herumgeschlagen, in endlosen Leserbriefen, Blog, Kommentaren und Mails. Ich bin einfach leer geschrieben, und es leid zig mal das Gleiche zu sagen.

Zunjin

Smedly hat im letzten Jahrzehnt viel “bullshit” erzählt und so manch schlechte Entscheidung getroffen. In den letzten Jahren wurde aber, ganz biblich, aus dem Saulus ein Paulus. Smed selbst führt dass auf seine Zeit als Spieler bei EVE Online und die Fantreffen die er bei CCP besucht hat zurück, diese hätte ihm die Augen geöffnet.

Mit dem oben geschriebenen hat er – meiner Meinung nach – aber Recht. Denn MMOs haben ein Grundproblem, wie Smed schon 2012 in einem Interview (http://www.eq-next.de/11-ne… feststellt:

Wenn wir als Branche ehrlich zu uns sind, dann müssen wir zugeben, dass alle Spiele irgendwie gleich sind. Einschließlich der unsrigen! Das Kampfsystem ist immer irgendwie das Gleiche. Denn obwohl es ein paar wenige Spiele gibt die in
dieser Hinsicht etwas anders sind, Ausreißer wie unser eigenes MMORPG
DC Universe Online, ist es dennoch im Grunde immer dasselbe: Töte etwas,
erhalte eine Belohnung und rüste diese aus oder dekoriere damit dein
Spieler-Haus und nun töte etwas größeres, bekomme eine größere Belohnung
und so weiter und so fort.

Klassische MMOs wird es weiterhin geben, auf jeden Fall im Indie-Bereich, wie etwa Pantheon: Rise of the Fallen. Das Gesamtspektrum wird sich jedoch erweitern und sich noch mehr mit anderen Genres z.B. den Shootern vermischen und neue Subgenres bilden.

Gerd Schuhmann

Ich denke das Smedley mit vielem Recht hat, was er sagt. Dass die Leute kleinere Happen wollen.

Ich zweifel aber ein bisschen dran, dass SOE wirklich “vorne” im Bus sitzt, wenn es darum geht auf diese Änderungen zu reagieren. Spiele wie Final Fantasy XIV haben darauf auch schon auf relativ hohem Niveau reagiert – mit zeitbegrenzten Raids und kleineren Aktivitäten etwa – auch WoW geht ja deutlich von diesem “Wir raiden nächtelang und singen Bumsfallera”-Konzept weg.

Oder die richtig dicken Franchises mit Stammspielern und einem gewaltigen Budget können diese neue Lust auf die Happen leicht bedienen, weil sie das seit mehr als einem Jahrzehnt in anderen Genres machen.

Das ist ja das Problem: Wenn SOE als MMO-Spezialist einen “Survival-Shooter mit MMO-Elementen” entwickelt, warum sollte dann nicht ein dicker Shooter-Spezialist einen Survival-Shooter mit MMO-Elementen entwickeln und seine Stärken viel besser ausspielen.

Es ist so, dass er mit der Analyse Recht hat. Zu den Ergebnissen sind aber schon sehr viele gekommen. Man müsste im Prinzip jetzt das Next-Gen-MMO liefern, das die richtigen Schlüsse aus der Analyse zieht. Und das hat man eben nicht.

Wenn man sich Smedleys Analyse durchliest und dem folgt, dann passen eine Menge Games schon jetzt in das Konzept. Ich bin gespannt, wie Planetside 2 auf der PS4 ankommt. Davon wird sicher viel abhängen für Smedley und DGC.

m_coaster

Ich stimme Dir voll zu! 😀

Elikal Ialborcales

Ich mag dieses “ich weiss was viele wollen” nicht, sorry.

Das ist der gleiche Unfug, wenn man die sozialen Nöte von Menschen herausfinden möchte, und sie einfach fragt: dabei kommt natürlich nichts heraus, weil die wenigsten Menschen wissen oder formulieren können was sie wollen. Wenn man 10 Jahre lang immer nur Fast Food zu essen bekommt, dann weiß man einfach nicht, was einem entgeht. Dann kann man nicht sagen: offenbar mag die Mehrzahl Dreck-Food.

Ebenso ist es mit MMOs. Die Mehrzahl der Themepark MMOs der letzten Jahre war einfach schlecht, unkreativ und eine geistlose Abarbeitung von Checklisten. Daraus abzuleiten, dass (im weitesten Sinne) WOW änhliche MMOs nicht mehr funktionieren halte ich für gelinde gesagt sehr gewagt.

Ich spreche lieber davon was ich mag, als über “die Masse” zu spekulieren. Und mir sind MMOs eher viel zu klaustrophob, viel zu viel Railroading und Begrenzung, und viel zu wenig “Welt”. Das NOCH weiter zu verengen, NOCH mehr zu spezialisieren, und mein Interessen erlischt dann komplett. Schon jetzt ist die totale Singelei für mich super langweilig. In einem echten Single player RPG, wo ich der RICHTIGE Held bin, wie Pillars of Eternity, da bin ich gern allein, weil sich ja alles um mich dreht. So viel Tiefgang hat ein MMO aber nie. Gerade die Isolation wie in GW1 zb ödet mich total an. Dazu brauch ich kein MMO, wenn ich eh allein bin.

Man hat bis in die 1980er im Bereich Kino fast die gleiche Debatte geführt: die großen Studios sagten immer, die Masse (da haben wir sie wieder!) kann komplexen, anspruchsvollen Handlungen nicht folgen, will so was nicht, und so war das Kino der 70er bis 80er flach und hohl. Erst die modernen Kinofilme (Matrix, Herr der Ringe, usw.) zeigten, dass es ein Massenpublikum gibt, dass durchaus 3-Stunden-Filmen folgt, und nicht nur den klassischen 90 Minuten, und tiefe Handlungen zu goutieren weiß, WENN man sie denn dazu heranführt. Die Masse ist durchaus fähig, Anspruch zu genießen, wenn er denn GUT rüber gebracht wird. Dann klappen auch MMOs die Welten sind.

Gerd Schuhmann

Ich weiß es nicht, ob die Leute das heute noch so wollen. Man geht eigentlich davon aus, dass durch die MOBAs ein anderer Trend kommt, weg von “langen Dingen mit relativ niedriger Intensität” (MMORPGs) hin zu “kurzen Dingen mit relativ hoher Intensität”. Und dass Leute nicht mehr 90 Minuten am Stück einen Film gucken können, ohne dabei 3-mal aufs Handy zu gucken, spricht für diese These.

Wenn ein Wahnsinns-MMORPG kommt, das noch mal alle 8 Stunden in Raids bringt – wär sicher interessant.

Die Analogie mit “Anspruch/Ralroading” – ich weiß nicht. Darum geht’s Smedley nicht. Die Welt von H1Z1 oder PS2 ist ja schon ziemlich offen. Es geht ihm halt um kurze Schübe, die diese Spiele vermitteln, im Gegensatz zu dem klassischen langgezogenen Spannungsbogen bei WoW oder EQ.

Du führst da gerade einen etwas anderes Krieg, denke ich, als Smedley.

Ist es heute noch zeitgemäßg, 8 Stunden einen Spawn zu campen?

Dachlatte

Muss ich schon irgendwie zustimmen… spiele auch noch WoW, aber Raiden etc. reizt mich schon lange nicht mehr… Hat auch nichts damit zu tun, das es durch LFR etc. leichter wurde… im Gegenteil, bin sogar froh das es den LFR-Raid gibt! Ansonsten würde ich auf Normal nichts finden.

Da es totall abgebaut hat, die Community nur noch EGO-versiert ist. Und fast alle nur noch ohne Beulen die Raids überstehen wollen, sehe ich es auch so… das dieses Model im sinkflug ist, was sich Raid nennt!

m_coaster

Und das Problem ist hausgemacht. Heutige MMOs sind keine MMOs mehr – es ist eine Ansammlung von Singleplayern und die gibt es weil auf dem Weg zum Raid, ab Level 1, jedes MMO darauf setzt alles alleine zu können. Wie soll da etwas wachsen? Die MMOs haben mit ihrer Singleplayer Freundlichkeit sich selbst abgeschafft.

Es funktioniert nur durch Gruppen wo man sich kennt und solche Gruppen entstehen nur wenn man es muss. Gutes beispiel ist Destiny. Das Spiel ist sicher nicht optimal aber das Raids nur in einem festen Stamm machbar sind, ist genau richtig. Das erzeugt ein Gruppengefühl das den Spielspaß auch durch Löcher trägt.

Nomad

Richtig, hausgemacht. Die meisten MMOs bieten ja auch gar nichts, was irgendwie gruppenfördernd ist. Es gibt keine Gildenlisten, keine Gildenvorstellungen, keinen spielinternen Voicechat, mickrige Chatfunktionen, meist nicht mal die Möglichkeit, Spieler mit Mausklick anzuflüstern oder anzumailen (da muss man sich die Namen merken und abtippen), instanziertes Housing. Nichts, was irgendwie eine Gemeinschaft fördert. Da waren andere Spiele früher weiter und vieles wäre einfach zu implementieren. Stattdessen überlässt man es ganz simpel den Foren, die viele nicht nutzen und die man auch erstmal finden muss. Und es geht aber dann auch nur ausserhalb des Spiels, vor allem wenn man nur einen Bildschirm hat.
So strampeln dann die meisten alleine vor sich hin, oder haben ein paar Freunde oder Familie, die, wenn man Glück hat, gerade das gleiche Spiel spielen wollen, also meist wenn es ganz neu raus ist. Andere Gmeinschaften bauen sich unter solchen Bedingungen nur schwer auf.
Die Raidgruppen sind nur Zwangsgruppen, die sich finden müssen, damit man überhaupt raiden kann. Und, wie bereits gesagt, immer weniger haben Lust sich mehrfach die Woche stundenlang zu Raid-Events zu treffen. Am Anfang war es noch interessant, Inhalte mit so vielen Leuten zu spielen, wie das wohl sein wird. Mittlerweile haben die meisten gelernt, dass das Ergebnis, gemessen am Aufwand, auch nur mässig ist. Ist halt auch nur das übliche Gekloppe und irgendein Item am Ende. Ist es den Organisationsaufwand wert ?. Die meisten sagen nein.
Die Gamedesigner sollten mehr Wert auf Sozialgruppen legen. Funktionen, die den Spielern ein “zuhause, ein WIR-Gefühl” geben, Einfache Funktionen, wo man einsehen, welche Gilden es gibt, wie viele Mitglieder die haben, eine Gildentafel, wo draufsteht, was die Gilde so treibt, einen “Bewerben”-Knopf. Evtl. eine Rangliste, mit “Erfogspunkten” der Gilden. Öffentliche Gildenevents, wo andere sehen können, was die Gilde so treibt, evtl.Gildenkriege. (Es gibt sogar ein Spiel, dass sich “Gildenkriege” nennt und damit so viel zu tun hat, wie ne Kuh mit Fußballspielen).

Zunjin

Einfache Funktionen, wo man einsehen, welche Gilden es gibt, wie viele Mitglieder die haben, eine Gildentafel, wo draufsteht, was die Gilde so treibt, einen “Bewerben”-Knopf. Evtl. eine Rangliste, mit “Erfogspunkten” der Gilden. Öffentliche Gildenevents, wo andere sehen können, was die Gilde so treibt, evtl.Gildenkriege.

All dies gab es auch nicht (sehr selten) zu den Zeiten als es das “Wir Gefühl” noch gab. In der Regel wurde dies von der Community selbst übernommen. Und wenn ich da an bestimmte Fanseiten z.B. zu SWG denke, da steppte der Bär! 😉

Fanseiten, die mit aktiver Beteiligung der Community so etwas leisten können, werden heute aber im Vergleich kaum noch genutzt, wenn sie denn überhaupt erfolgreich betrieben werden können, da qualifizierte Teammitglieder fehlen die auch bereit sind Freizeit zu investieren.

Die große Ausnahme sind Rollenspieler, diese haben vor Jahren damit begonnen RP-Plattformen nach ihren Bedürfnissen zu erstellen (da weder Entwickler noch Fanseiten auf ihre Bedürfnisse eingegangen sind) und erhalten viel Beteiligung aus der Community. Dort findest du meist auch vieles was du oben zu (RP)Gilden und (RP)Events und (RP)Gildenkriegen angesprochen hast. Und im Verhältnis zur kleinen Gesamtzahl der RPler brummen diese Seiten sowohl bei uns als auch bei den Amis.

Der Unterschied, und da liegt ja auch das Hauptproblem dass alle hier erkannt haben, ist, dass RPler um Rollenspiel in MMOs betrieben zu können, auf andere Spieler, auf Gruppen, auf Gilden und vor allem den eigenen Einsatz der Spieler angewiesen sind. Solospieler RP ist schwer. 😉

“Normalos” hingegen können den Content während des Levelns zu 95% solo “genießen” ohne sich von anderen Spielern im Mehr-Spieler-Spiel “stören” lassen zu müssen.

Und solange es keinen Grund mehr für Gruppen gibt, gibt es auch keinen Grund mehr für Gilden und wenn es keine organisierten Gilden / Spielervereinigungen gibt, dann gibt es eben auch kaum / keine Spieler organisierten Events mehr und ein großer Teil dessen was MMORPGs zwischen 1997 und 2007 ausgemacht hat geht verloren.

Tigger

Richtig!!! Wenn man den Teich trocken legt, darf man sich nicht wundern das keine Frösche mehr drin sind!!!

m_coaster

Nein die Service Tools gab es nicht – es gab aber Spiele die deinen vorgetragen Community-Beitrag vorrausetzen. WoW war z.B. schon von Anfang an im vergleich zu anderen MMO Casual, aber selbst da habe ich in der anfänglichen Levelphase für manche schwere Quest Mitspieler gebraucht. Es gab auch kein Gruppentool, sondern man hat mit den Mitspielern kommuniziert und ist dann losgezogen – ergo haben sich Gruppen ganz automatisch gebildet. Aus meiner MMO Zeit von vor 12 Jahren habe ich heute noch (RL-)Freunde. Die Spiele basierten auf ein Zusammenspiel! Gemeinsam war man stärker und besser. Und so waren die Chats voll, die Foren voll, die Gilden voll.

Das wurde aber um immer mehr SPieler zu erreichen immer weiter abgebaut. Im letzten WoW Addon konnte man Gruppenquests alleine machen! Da hatte man einen Begleiter aus der Garnison, dazu ein Eliteskill aus dem Gebiet und BÄM hat man Elitequests alleine gemacht. Man vergleiche nur mal die riesigen Mobs zu Zeiten von BC, um die Mann einen großen Umweg gemacht hat, zu den riesigen Mobs im WoW Addon… ein Trauerspiel.

Andere Spiele wie ESO haben so viel Story, das der Typ in der Gruppe sogar nervt, ja vom Spiel rausgeschmissen wird.

Heute macht der DDler entweder soviel Schaden das er alles alleine umboxt, oder noch besser er hat Selbstheilung. Dafür macht der Heiler dann so viel Schaden das er keinen DDler mehr braucht. Was ne kacke!

Die großen MMO machen alle die gleichen Fehler, darum liegt meine Hofnung auf den Indie-MMOGs.

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