Das Sandpark-MMO ArcheAge hat durch eine Änderung im Cash-Shop den Unmut zahlreicher Fans auf sich gezogen. Jetzt heißt es von Trion Worlds, dass das nicht so gelaufen ist wie geplant.
Wenn’s bei ArcheAge noch so etwas wie einen Haussegen zwischen Spielern und dem Publisher Trion Worlds gab, dann hängt der seit dem Wochenende nicht nur schief, sondern schiefer. Eine neue zeitlich begrenzte Truhe wurde in den Cash-Shop eingeführt. Der Inhalt: Setzlinge für spezielle Bäume (Rumbling Archeum Trees), aus denen mit einer 10%-igen Chance ein „vom Blitz getroffener Baum“, ein Thunderstruck Tree, werden konnte.
Das war die ganze Zeit eine der wertvollsten Ressourcen im Spiel überhaupt, erzielte Preise von 400 Gold (je nach Server). „Erfolgreiche“ Spieler hatten vorher große Anstrengungen unternommen, in den Besitz dieser „vom Blitz getroffenen Bäume“ zu kommen, riesige Wälder angelegt, die gefarmt, was vom Munde abgespart, zu den Karmagöttern gebetet, auf ihr Glück vertraut, geraubt und geplündert. Es war zudem eine wertvolle Spekulationsware. Nun fielen die Preise in den Keller. Gab es sie doch – mit ein bisschen Glück und Spucke – direkt für einige Euros aus den Truhen.
Manche jubilierten: Endlich waren die Bäume erschwinglich geworden und das „Farm Cart“, mit dem man leichter Trade-Runs absolvieren und selbst schneller reichen werden würde, rückte in greifbare Nähe. Andere waren sichtlich angefressen, verwandelten sich ihre Bemühungen doch über Nacht in Asche. Und warum kam diese Änderung so aus dem Nichts? War es der Versuch, nochmal richtig Kohle mit ArcheAge zu machen? Wollte man Patronen ihren rückwirkend zusammengezählten und nun auf einen Schlag ausgezahlten 10%-Bonus gleich wieder abluchsen?
Ein gefährlicher Trend war zu beobachten, unkten viele: Trion Worlds griff von außen, über den Cash-Shop, in den Wirtschaftskreislauf der Sandbox ArcheAge ein, der eigentlich von den Spielern bestimmt werden sollte. Die Aufregung war groß. Pay2Win machte als Vorwurf die Runde. Die Diskussion ging hin und her, die Gemüter waren erhitzt.
Schuld für die Baum-Misere in ArcheAge war ein Missverständnis in der Absprache mit Korea
Jetzt hat sich Trion Worlds zu den Problemen geäußert: Es lief nicht so wie geplant.
Schuld war einmal mehr die offenbar schwierige Kommunikation mit den koreanischen Entwicklern XLGames und die eigenen Schwierigkeiten bei Trion Worlds, das, was man macht, den Fans rechtzeitig und deutlich zu erklären. XLGames machte einen Vorschlag zur Änderung des Cash-Shops und plante die neuen Truhen in der Absicht einzuführen, dass mehr Spieler ihr „Farm Cart“ erhielten.
Bei Trion Worlds stimmte man dem Wunsch zu, wusste aber nicht, wie hoch die Chance der Bäume tatsächlich sein würde, zu einem “Blitzbaum” zu werden. Wusste nicht, dass die Änderung am Shop so viele neue Bäume ins Spiel bringen würde. Man dachte, die wären wesentlich seltener und schwieriger zu bekommen. Hier sei ein Missverständnis in der Kommunikation unterlaufen. In Zukunft möchte man noch mehr darauf achten, dass sowas nicht mehr passiert.
Man will Änderungen am Cash-Shop noch ausführlicher und breiter testen, auch auf ihre langfristigen Auswirkungen hin, und den Spielern genau sagen, was man vorhat.
Im Moment laufe es so ab, dass man sich mit XLGames zweimal im Monat zusammensetze, rede, Vorschläge unterbreite und sich darauf einige, was man am Cash-Shop ändern möchte, dann programmierten das die Koreaner und es werde so ins Spiel eingefügt. In die alleinige Verantwortung von Trion Worlds fällt es, das den Spielern richtig und rechtzeitig zu erklären. Das sei hier schief gegangen.
Man wird die Truhe jetzt erstmal aus dem Spiel nehmen, wie man es ohnehin nach dem gemeinsamen Plan mit XLGames geplant hatte, und sich dann überlegen, wie man sie neu in ArcheAge einbringen kann. Denn man hat, seit die Truhe eingeführt wurde, eine erhöhtes Handelsaufkommen und mehr Aktivität im Spiel bemerkt. Das findet man gut.
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