Der SF-Shooter Destiny 2 (PC, PS4, Xbox One) ist noch einige Monate weg, da hat der Chefstratege schon Pläne für den nächsten Teil, für Destiny 3. Aber warum gibt’s eigentlich Destiyn 2? Warum wird nicht der erste Teil fortgesetzt?
Luke Smith war der Creative Director von „The Taken King“ und ist nun der Game Director von „Destiny 2.“ Er hat sich bei Bungie von 2007 an nach oben gearbeitet, indem er seine jahrelange Erfahrung als leidenschaftlicher Fan von World of Warcraft genutzt hat.
In einem Interview mit dem Männermagazin GQ plaudert Smith aus dem Nähkästchen. Eine spannende Frage: „Warum gibt’s eigentlich Destiny 2?“ Warum hat Bungie nicht einfach das bestehende Destiny mit Erweiterungen fortgesetzt, so wie das Blizzard seit Jahren mit WoW tut.

Warum Destiny 2?
Die Frage nach „Warum ein Destiny 2“ hat laut Smith verschiedene Antworten.
Die langweilige und unsexy Antwort ist „Wir haben einen Vertrag“ – das sei die Business-Seite.
Die Antwort auf die Frage “Warum ein Destiny 2?” aus kreativer Sicht hat Smith mehr Kopfschmerzen bereitet.
Man sei an einer Weggabelung gewesen. Man hätte Destiny mit Erweiterungen wie „The Taken King“ beliebig fortsetzen können. Darüber hat sich Smith lange mit dem Director von Destiny 1, Jason Jones, unterhalten. Es habe Tafeln voll mit „Plus-“ und „Minus-Punkten“ und so manche schlaflose Nacht gegeben.

Zahl auf die Box heißt: Chance für Neuanfang
Letztlich war eine Idee entscheidend: „Wenn wir eine Nummer auf die Box malen, dann heißt das: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um mit Destiny neu anzufangen.”
Wenn man mit Erweiterungen fortgesetzt hätte, wäre das Publikum immer kleiner und kleiner geworden.
Das Tolle an Destiny sei es, eine Welt zu schaffen, die Spieler zusammenbringt. Das sei aber schwierig, wenn manche schon hunderte Stunden Vorsprung hätten.
Dann sagt man zu einem Freund: „Komm, spiel mit mir.“
Und der denkt sich: „Komm, verpiss dich. Du hast tausende Stunden Vorsprung, ich werd das doch nie mit dir zocken!“

Destiny 3: Noch sozialer
Auch zu der Zeit nach Destiny 2 ist Smith befragt worden. Er und das Team arbeiteten daran, sich Sätze zu eigen zu machen wie „Andere Spieler zählen auch“ oder „Der soziale Action-Shooter.“ Wenn ein Destiny 3 erscheine, dann sei das die Richtung, wo man hinwill.
In einem anderen Statement zur Seite Kotaku sagt Smith, auf lange Sicht könnten er und das Team sich vorstellen, auch „Support-Klassen“ oder ähnliche Rollen-Fantasien zu erfüllen – etwa in den Raids.
Destiny 2 – so viel anders machen es “Endlos-MMORPGs” auch nicht
Mein MMO meint: Warum Destiny 2? Weil der Spiele-Markt vor 5, 6 Jahren noch ein anderer war.
Und damals wurde der Vertrag zwischen Activision und Bungie geschmiedet, nicht heute. Damals hätte man sich Destiny auf PS4 und Xbox One so gar nicht vorstellen können und wollte im Prinzip das nächste Call of Duty: einen zweijährlich erscheinenden Vollpreis-Titel für den Konsolenmarkt mit Erweiterungen und DLCs. Damals wollte man kein Spiel, das ewig dauert – denn wie hätte man damit Geld verdienen können?

Wenn sie den Vertrag heute aufsetzen würden, dann gäb’s vielleicht nur ein Destiny, das nach dem WoW-Modell jährlich fortgesetzt worden wäre. Aber das ist Spekulation.
Smith hat in der Sache aber Recht. Das, was er beschreibt, ist tatsächlich ein Problem für “Endlos-Titel”: Das Publikum wird tendenziell mit jeder Erweiterung kleiner und kleiner.
MMORPGs tun sich schwer damit, nach 5 oder 10 Jahren neue Spieler zu gewinnen, weil die denken “Die Veteranen haben so viel Vorsprung – das fange ich nicht mehr an.” Da doktorn die “Endlos-Titel” wie WoW, ESO oder Final Fantasy XIV mit Hard-Resets, mit Level-Boosts, mit “jeder ist gleich stark” und Neueinsteiger-Kampagnen herum.
Was viele Fans bei Destiny beklagen, ist auch bei Endlos-MMORPGs ein Problem: Der “alte Content” aus den Jahren wird mit jeder neuen Erweiterung zu großen Teilen überflüssig. Ein Spiel wie WoW hat zwar 13 Jahre Content, aber alles, was älter als 2016 ist, bringt den Spielern nichts mehr und wird daher weitestgehend ignoriert.

Bleibt die Frage nach dem Preis: Vielleicht hätte man für eine Erweiterung nicht so viel Geld nehmen können wie für ein “Full Sequel.” Da fehlen etwa 20€. Aber dafür haben die Publisher längst Mikrotransaktionen erfunden. Hauptgrund ist daher sicher die Chance, neue Spieler zu gewinnen, gerade wenn man auf den PC als neue Plattform kommt.
Wie seht Ihr das? Hättet es für Euch einen Unterschied gemacht, wenn keine “2” auf der Box stünde?
Mehr Infos zu Destiny 2 gibt es hier:
Destiny 2 – Infos zum Raid: Neue Strafe fürs Sterben, Guided Games nur auf „Normal“
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