John Smedley, Präsident des Studios DGC und damit Chef von MMOs wie H1Z1 oder Planetside 2, glaubt die Tage von Bezahl-MMOs mit langen Raid-Abenden wie bei World of Warcraft gehören der Vergangenheit an.
Sony Online Entertainment hat einen neuen Namen und ein neues Logo, aber sonst ist vieles beim Alten. Studio-Präsident John Smedley, der sich selbst als „Loudmouth“, als Großmaul bezeichnet, gab Interviews. Dabei erklärte er die Vision für seine Firma, die mal mit Everquest vor vielen Jahren von sich reden gemacht hat. Lange war man bei Sony eine von vielen Abteilungen. Mittlerweile ist man bei der Investment-Firma „Columbus Nova“ sowas wie eigenständig.
Bei Sony fühlte man sich nie ganz zu Hause, hatte aber Sonderbedingung bei American Express
Insgesamt ist man zufrieden, dass man von Sony weg ist. Da fühlte man sich, auch wenn man toll behandelt wurde, immer ein wenig seltsam. Man war im Prinzip die PC-Abteilung dort. Konnte nicht für XBox und Mobile entwickeln. Fühlte sich dadurch benachteiligt, will das nun ändern:
Es war so, dass wir im Vergleich zu unseren Mitbewerbern auf weniger Plattformern veröffentlichen konnten. Das hat sich geändert, jetzt werden wir sie zum Frühstück verputzen.
Allerdings hatte man auch zahlreiche Vorteile dadurch, die Unterabteilung einer Unterabteilung bei Sony zu sein. Der Ruf war solide. In jedem Einstellungsgespräch wussten die Bewerber, dass sie pünktlich bezahlt würden. Bei American Express bekam man Sonderkonditionen. Alles Wettbewerbsvorteile. In dieser Hinsicht fängt man wieder bei Null an.
Die Entlassung von langjährigen Mitarbeitern im Zuge der Umstrukturierung schmerzt Smedley. Die war nötig, da finanziell eine Schieflage herrschte, die korrigiert werden musste. Smedley möchte möglichst viele der alten Kameraden so schnell wie möglich wieder einstellen, wie er sagt: „Wir wollen keine neuen Angestellten, wir wollen alte.“
Wer raidet heute denn noch jede Nacht?
Die Zukunft seines Fachbereichs, der MMOs, sieht der Everquest-Erfinder in Games wie H1Z1 oder Planetside 2: „Ich glaube fest daran, dass die Tage von MMOs im WoW-Stil vorbei sind“, sagt er.
Wenn man sich H1Z1 anschaut: Es ist ein MMO, ja. Aber die durchschnittliche Lebenserwartung der Spieler liegt bei 45 Minuten. Und genau das wollen sie. Wie viele Leute kennen Sie noch, die jede Nacht in World of Warcraft, Everquest oder Everquest II raiden gehen?
Die Bereitschaft der Spieler Zeit zu investieren, habe sich geändert, als Entwickler müsse man darauf reagieren: Zum Glück habe man schon lange auf diesen Trend gesetzt, so Smedley, und sei nun in einer günstigen Position, Man sitze vorne im Bus, wie er formuliert.
DGDC setzt auf Free2Play-MMOs, investiert 30 Millionen Dollar in den PS4-Port von Planetside 2
Als Ziel hat man unter anderem Free2Play-MMOs auf den Konsolen Playstation und XBox ins Auge gefasst. Diese Entwicklung sieht man im Moment noch in den Kinderschuhen: „Wenn man das erste Mal eine Konsole bekommt, ist es doch normal danach zu sehen, was dort kostenlos angeboten wird.“ Im Moment gebe es da noch nicht viel Konkurrenz. Davon profitiert die Daybreak Game Company. Ein Name, der Aufbruch signalisieren soll, aber auch klarmacht, dass Zocker eben nachts unterwegs sind.

Was denn ein AAA-MMO brauche, um den Free2Play-Rush auf den Konsolen richtig auszulösen, wird Smedley gefragt. „Das kann ich Ihnen bald sagen“, antwortet er, „wir stecken 30 Millionen in Planetside 2 auf der PS4. Wir reden nicht nur, wir stehen auch mit unserem Geld dafür ein.“
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