In den letzten Jahren ziehen sich viele Entwickler aus der Kommunikation mit den Spielern zurück. Ein Spielentwickler verrät nun, warum das so ist.
In den letzten Tagen sprachen einige Entwickler über diesen Blogartikel, der die Probleme in der Kommunikation zwischen Spielern und Entwicklern behandelt. Er geht besonders darauf ein, warum Entwickler immer seltener Dinge versprechen oder Details zeigen, bevor das Spiel sich wirklich seiner Veröffentlichung nähert. Die Hauptkritikpunkte des Autors sind relativ schnell zusammengefasst:
- Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck. Bis ein Feature fertig ist, sieht es hässlich aus, hat Fehler und funktioniert kaum. Es könnte viele Spieler verschrecken und die Freude auf ein Spiel mindern.
- Spielentwicklung ist formbar, Spielererwartungen nicht. Sobald Spieler auch nur einmal eine Konzeptzeichnung von etwas sehen, deuten sie dies als Versprechen, dass das Feature auch definitiv im fertigen Spiel enthalten ist. Es ist in der Spielindustrie an der Tagesordnung, dass Dinge gestrichen oder geändert werden.
- Spieler haben keine Ahnung von der Entwicklung eines Spiels, denken aber, dass sie Experten wären und alles besser könnten. Die Öffentlichkeit hat niemals Zugriff auf all die Informationen, die Spieleentwickler haben und die dann dazu führen, dass Änderungen vorgenommen werden.
Prominentes Beispiel: Mass Effect 3

Als besonderes Beispiel für maßlos übertriebene Spielererwartungen nennt der Autor Mass Effect 3, oder genauer gesagt das Ende des Spiels. Viele Spieler waren maßlos enttäuscht, weil ihnen 16 verschiedene Enden versprochen wurden, aber es nur 3 gab. Das Bizarre an der Sache: Kein BioWare-Mitarbeiter hat jemals etwas von 16 verschiedenen Enden gesagt. Trotzdem haben die Spieler hohe Erwartungen aufgebaut, die nicht zu erfüllen waren.
Blizzardmitarbeiter schließen sich der Diskussion an
Besonders einige Blizzard-Mitarbeiter kommentierten diesen Artikel und gaben ihre eigenen Meinungen dazu kund, die fast immer in die gleiche Richtung gehen: Der Verfasser hat recht. “Je früher die Ära von “Ein Entwickler hat es gesagt, also MUSS es so kommen oder es gibt einen Aufstand” vorbei ist, desto besser”, heißt es. Außerdem werden Vergleiche zu anderen Produktionen, wie etwa Filmen gezogen: Niemand erwartet, dass unbearbeitete Szenen vorab gezeigt werden – bei der Spieleindustrie sei das anders.
Ein weiterer großer Kritikpunkt sei das Misstrauen, welches Entwickler heute unentwegt zuteilwürde. Sobald ein Feature auch nur in seinen Grundzügen in einem Nebensatz angedeutet würde, wird erwartet, dass dieser Inhalt auch garantiert im Spiel vorkommt. Schaffen die Entwickler das nicht (aus welchen Gründen auch immer), wären sie sofort hundsgemeine Lügner, denen man niemals wieder vertrauen könnte und die nichts Besseres im Sinn hätten, als die Community an der Nase herumzuführen.
Frust und Stille
Aus vielen Kommentaren liest man auch deutliche Frustration von Entwickler und Community Managern heraus. Ein Spieler verteidigt die Beleidigungen, die Mitarbeiter sich oft anhören müssen mit dem Satz: “Für einige Menschen ist es schwer, Dinge sachlich zu besprechen, wenn sie sehr viel Leidenschaft in ein Spiel legen”. Die Reaktion darauf war zwar hart, aber auch erfrischend ehrlich: “In 80% der Fälle, wenn jemand im Internet ‘Leidenschaft’ sagt, nutzt er es als Ausrede um sich wie ein gigantischer Vollidiot aufzuführen.”

Für die Zukunft will man zumindest bei Blizzard andere Kommunikationswege ausprobieren. Natürlich schiebt man die Schuld nicht allein den Spielern in die Schuhe, dennoch werden die nun mit weniger Informationen auskommen müssen: “Wir haben viel zu früh viel über Warlords of Draenor gesprochen (…)” und “Das war ein großer Fehler und wir werden alles tun, um das mit Legion nicht erneut zu wiederholen” sprechen eine klare Sprache.
Auf der einen Seite macht es mich natürlich traurig, nun weniger über die Entwicklung von “Legion” zu hören, auf der anderen Seite kann ich die Entwickler aber sehr gut nachvollziehen, die keine Lust mehr auf solche Hetzkampagnen haben, die immer öfter absurde Maßstäbe annehmen. Wie steht Ihr zu dieser Sache?
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