Ich wünsche Euch erneut einen angenehmen Mittwoch. Eigentlich wollte ich in dieser Woche eine Kolumne darüber schreiben, wie toll Rollenspiel in World of Warcraft doch ist und Euch mit einigen Anekdoten aus dem RP-Alltag meines jüngsten Charakters beglücken. Wie so oft im Rollenspiel, hat ein gemeinsamer Feind das aber effektiv unterbunden, indem man sich lieber an Kleinigkeiten aufhängt, denn merke: Alle Rollenspieler sind Diven. Ausnahmslos. Ihr seid also vorgewarnt: Wer nichts über RP-Streitigkeiten und Lore-Diskussionen lesen will, sollte am besten gleich zu den Kommentaren runterscrollen, “Langweilig” eintippen und auf die Löschung seines Kommentars warten!
Von der Idee eines Konfliktes
Aber fangen wir am Anfang an. Als ich mir, zusammen mit einem guten Freund, unsere Draenei Erelya und Darnya erstellten, war der Grundgedanke recht simpel: Lass uns ein lockeres Konzept bespielen, das den Rollenspielern von Sturmwind Konfliktpotenzial und zwei Antagonisten bietet. Kurz zusammengefasst sind die beiden Dämonen, die sich als Draenei tarnen und scheinbar das Licht verehren und diesen Glauben in Sturmwind weiter verbreiten wollen.
In Wahrheit suchen sie aber nur nach Schwachstellen, vor allem aber magiehungrigen Magiern, denen sie mit dämonischen Versprechungen auf die Sprünge helfen, um sie langsam zu treuen Dienern der brennenden Legion zu machen. Klingt nach einer recht simplen Idee mit viel Potenzial für spannendes Rollenspiel, nicht wahr? Das war es auch – ungefähr 4 Wochen lang, in denen wir unsere Tarnung aufbauten.
Der größte Feind des Rollenspiels: Der Rollenspieler

Bis dahin war alles wunderbar. Ich (und ich glaube alle Beteiligten!) hatten schönes Rollenspiel und es war ein Bilderbuchabend, wie man ihn sich nur wünschen kann. Das Problem offenbarte sich erst in der Nachbesprechung.
Weil wir begonnen hatten, die Novizen zu verderben, musste das natürlich auch mit den höheren Magiern OOC (also von Spieler zu Spieler) abgesprochen werden, damit diese zumindest eine Ahnung haben, worum es geht und wie man in das RP eingebunden werden kann. Und das war der Anfang vom Ende. Nachdem wir verraten hatten, dass es sich bei unseren Schwestern um Dämonen handelt, brach mehr oder weniger die Hölle los.
In einer sehr anstrengenden Diskussion von fast 24 Stunden debattierten wir hin und her. Das Ganze war, rückwirkend betrachtet, ziemlich albern. “Mein Magier kann Dämonen aber sofort spüren” und “Nein, mein Dämon kann das gut verbergen” – das waren im Grunde die Kernaussagen, um die es sich stundenlang drehte.
Es geht mir hier nicht darum, die Mitspieler in irgendeiner Form anprangern zu wollen – ich habe mich genau so benommen und mich ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckert. Die Situation ist nur plakativ beispielhaft für den größten Feind des Rollenspielers: Den Rollenspieler selbst. Wie festgefahren man seinen eigenen Standpunkt betrachtet und wir uns mit gegenseitigen Quellenbelegen den jeweiligen Aspekt verteidigt haben, war einfach nicht mehr schön. Wie viel Energie hätte man in der gleichen Zeit in schönes Rollenspiel stecken können?
Die Moral von der Geschicht? Gibt es eigentlich nicht …

Viele werden nun wieder denken: “Wovon zum Nether schreibt Cortyn eigentlich?” und das frage ich mich selbst gerade auch ein bisschen. Ich war zornig und wütend – vor allem auf mich selbst. Während Rollenspieler mit dem Text vielleicht etwas anfangen konnten und sich wiedererkannten, kann ich dem Rest nur sagen: Zerfleischt Euch nicht über unwichtige Dinge. Es lohnt nicht. So banal diese Erkenntnis nun klingt, ist es doch nicht leicht, immer danach zu handeln.
Nächstes Mal berichte ich von den schönen und lustigen Aspekten des Rollenspiels. Versprochen.
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