Nachdem der ganze Neujahrsstress mit Freundesbesuchen, Wohnungsputz und anschließendem 24-Stunden-Schlaf abgehandelt war, hatte ich mal wieder eine Menge Freizeit. Was liegt also näher, als einfach einen neuen Twink in World of Warcraft zu erstellen, um ein wenig Zeit in den niedrig-stufigen Gebieten totzuschlagen?
Was es daran zu meckern gibt, werdet ihr Euch nun fragen…
Zu viel XP, zu kurze Aufenthalte
Vorweg sei gesagt, dass ich keinerlei Erbstücke benutzt habe – also nichts, was meine gewonnenen Erfahrungspunkte noch erhöhen würde. Dennoch hatte ich bereits im zweiten Gebiet ein ziemliches “Luxusproblem”: Die Quests waren zu niedrig für meine Stufe.

Ich hatte “Tirisfal” zur Hälfte bewältigt, da wollte man mich schon in den “Silberwald” schicken. Kaum hatte ich hier Fuß gefasst, um meiner dunklen Fürstin Sylvanas das Worgenproblem abzunehmen, schickte man mich bereits in das “Vorgebirge des Hügellandes”, um die verbliebenen Menschen aus ihren Löchern zu treiben und einem übereifrigem Apotheker die (Un)lebenslichter auszupusten.
Kurz gesagt: Ich kam mit der Handlung kaum noch hinterher. Wann immer der Plot des jeweiligen Gebietes so richtig in Schwung kam, war mein Level bereits so hoch, dass ich eigentlich schon weiterziehen konnte.
Zwei unterschiedliche Bedürfnisse
Durch dieses schnelle Leveln kämpfen in mir nun zwei unterschiedliche Bedürfnisse gegeneinander an. Zum einen will ich möglichst schnell die Maximalstufe erreichen, um einen weiteren Charakter mit Garnison und den damit verbundenen Ressourcen zu haben. Auf der anderen Seite will ich natürlich die schönen Gebiete erleben und vor allem die Geschichten verfolgen, die mir durch Quests und die Umgebung selbst erzählt werden. Früher ging das problemlos, da war es noch notwendig, zumindest ein Gebiet vollständig abzuschließen.

Heute ist man nach einer Handvoll Quests schon so übermächtig, dass die beiden Motivationen des Spielens gegeneinander ankämpfen: Will ich effektiv Leveln oder die Story erleben? Quäle ich mich durch Gebiete, die keine XP mehr geben, oder gebe ich die Handlungsstränge auf?
Der Zweck des Levelns
Erst durch meinen neuen Twink ist mir klar geworden, dass das Leveln in World of Warcraft nur noch einem Zweck dient: Sich selbst. Man levelt, damit man im Level steigt. Nicht länger steht wirklich der Spaß an den Geschichten oder der Erforscherdrang im Mittelpunkt – zumindest ist das aktuelle Design der niedrig-stufigen Welt nicht darauf ausgelegt.
Dabei hätte die Spielwelt so viele tolle Geschichten zu bieten und durch “Cataclysm” hatte man sich doch so viel Mühe gegeben, alle alten Gebiete spannender und erzählerisch anspruchsvoller zu gestalten – warum man nun als Neueinsteiger quasi keine Chance mehr erhält, die Welt auch in all ihrer Vielfalt zu erleben, das ist mir ein Rätsel. Wenn Blizzard eines konnte, dann war es mich für ihre Universen zu begeistern, indem sie die Handlungen und Charaktere in den Vordergrund stellten – warum soll man dies nun nur noch in den Stufe 90+-Gebieten erleben?
Aktuell ist das Leveln nichts Halbes und nichts Ganzes – eine ärgerliche Notwendigkeit und nicht länger eine Art der Spielweltpräsentation.
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