Beim Sandpark ArcheAge ist der siebte europäische Server aufgegangen. Warum sind diese Entscheidungen beim neuen MMO so schwierig?
Zum Headstart am 12. September waren vier europäische Server offen. Am Montagabend kam dann mit Aeira der fünfte, gestern zum Release mit Melisara der sechste und in der Nacht von gestern auf heute mit Ochindra noch der siebte europäische Server dazu.
Der Grund: Es geht einfach nicht anders. Die Warteschlangen sind riesig. Schon zum Headstart klagten Bezahl-Spieler über die Warteschlangen und ihre verpasste, aber teuer bezahlte Vorzugs-Zeit. Seit gestern Abend kommen noch zahllose weitere Zocker hinzu. Bei einem neuen Free2Play-Titel möchten viele mal hereinschauen.
Mittlerweile ist es zumindest nicht mehr so nervig, wieder auf den Server zu kommen, wenn man rausflog: Ein „Puffer“ wurde eingebaut, Spieler können sich bis zu fünf Minuten, nachdem sie aus dem Spiel sind, ohne Warteschlange erneut einloggen.
Aber warum gibt Trion Worlds den Rufen nach neuen Servern nur so zögerlich nach?
Das Problem: Zum Start eines Spiels sind viel mehr Spieler aktiv als nach wenigen Wochen, wenn der erste Andrang vorbei ist. In ArcheAge kann man nicht einfach anbauen, neue Server bringen und die Kapazitäten später wegschmelzen wie das bei einem Mega-Server-System möglich wäre. Die Server bei ArcheAge sind eigene autarke Welten mit geschlossenen Wirtschaftskreisläufen und Macht-Dynamiken – und mit etwas Glück bald einer lebendigen Server-Geschichte.
Das macht den Reiz des Spiels aus. Serverzusammenlegungen später sind undenkbar.
ArcheAge: Zwischen Scylla und Charybdis
Wenn eine Welt zu leer wäre, verlöre sie immens an Attraktivität und die restlichen Spieler würden sich später aus Langeweile ebenfalls verziehen. Wo bei Themepark-Spielen noch das MMO an sich mit Raids und instanzierten Miniatur-Taschen in der Welt Herausforderung bietet, ist die bei einem Open-World-Sandbox-Spiel kaum gegeben.
Für die Free2Play-Spieler wäre mit neuen Servern also nur Platz, wenn man wüsste, dass sie langfristig blieben. Nur lehrt die Erfahrung: Das tun sie nicht. Aber andererseits: Natürlich gewinnen Spieler, die zum Start in 3000er-Warteschlangen hängen, keinen guten Eindruck vom Game und so verprellt man bei ArcheAge vielleicht nun wichtige Kunden.
Ein schwieriges Problem, vor dem Trion Worlds hier steht. Wie wägt man den kurzfristigen Leidendruck der Fans, die in der Warteschlange sitzen und das Spiel verfluchen, gegen die langfristige Gefahr von Geister-Servern ab?
Andere Sandbox-Spiele wie EVE Online lösen das Problem durch eine einzige gewaltige Welt, auf der alle Spieler zusammenspielen.
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