WildStar legt Server zusammen – trennt nur noch PvP und PvE, NA und EU

Das Science-Fiction-MMO WildStar stellt auf vier Mega-Server um. Man wird deutsche, französische und englische Server zusammenlegen. Die Roleplayer trifft es hart, sie verlieren ihre fürs Rollenspiel markierten Server und müssen mit einem Chat-Kanal Vorlieb nehmen.

Nur noch vier Server wird es weltweit für das SF-MMO WildStar geben. Zwei für PvE, zwei für PvP, jeweils nach Nordamerika und Europa getrennt. Damit folgt man dem Modell von The Elder Scrolls Online. Auch Guild Wars 2 ist diesen Weg erst im April gegangen.

WildStar versüßt Zusammenlegung mit kostenlosen Realm-Transfers

Die Umstellung vom jetzigen System hin zu „Mega-Servern“ ist beschlossen. Game Design Producer Stephan Frost sprach kürzlich in einem Interview davon, dass man sichergehen wolle, Lösungen für jene Probleme zu präsentieren, die mit einem Server-Zusammenschluss einhergingen. Spieler sollten das Gefühl haben, ein solcher Zusammenschluss bringe Gutes. Diese Lösung meint man bei Carbine wohl nun gefunden zu haben und schickte einmal mehr den Director of Operations Cougar los, die Nachrichten zu überbringen.

Einen Zeitplan für die Umstellung nennt man bei Carbine nicht. Bis es soweit ist und die Mega-Server kommen, sind allerdings alle Realm-Transfers kostenlos möglich.

Alle drei zusammen – englische, französische, deutsche Server gibt es nicht mehr

Dem „Turmbau zu Babel“-Problem, dass plötzlich auf einem Server drei verschiedenen Sprachen gesprochen werden, will man mit verschiedenen Sprach-Kanälen entgegenwirken. Die Roleplayer sollen sich hier auch wiederfinden. Für sie werden drei eigene „RP“-Kanäle eingerichtet. Auch diese nach Sprachen getrennt.

WildStar

Zwar verschwinden die Grenzen zwischen den einzelnen Servern, die sich zu einem Mega-Server vereinen. Zwischen den vier Mega-Servern selbst bleiben sie allerdings bestehen. Weder wird man von EU-PvP nach EU-PvE wechseln können, noch andersrum. Auch über den großen Teich geht es nicht, der Regio-Lock bleibt bestehen.

So will WildStar die Probleme lösen, die mit einem Server-Merge einhergehen

Leidige Probleme bei einer Server-Zusammenlegung möchte man bei WildStar so lösen:

  • Gleiche Namen bei Charakteren sollten keine Probleme machen, mit der Server-Zusammenlegung führt man Nachnamen ein.
  • Haben Gilden auf verschiedenen Servern, die zusammengelegt werden, denselben Namen, behält ihn die älteste Gilde mit noch aktivem Gildenleiter. Die anderen Gilden werden erstmal markiert, bis später eine Lösung gefunden ist. Wahrscheinlich werden sie sich umbenennen müssen.
  • Bisher konnten Spieler auf einem Server 6 Charaktere haben, die Zahl steigt nun auf 12. Wer nach dem Zusammenschluss sogar noch mehr Spielfiguren auf seinem Account vereint, kann die behalten, allerdings keine neuen erstellen.
  • Die Freundesliste bleibt bestehen und wird aktualisiert.
Als Grund für die Zusammenlegung nennt man, zumindest indirekt, den Ansturm zum Start von WildStar. Die „erhöhten Kapazitäten“, die man dafür brauchte, seien nun nicht länger erforderlich.

Die Nachwirkungen der Gästepässe?

WildStar

„Du musst bei WildStar mitmachen!“ – Viele Freunde wurden über die Gästepässe eingeladen.

Mein MMO meint: Das war wohl unausweichlich. WildStar ist auf aktive Server angewiesen. Cougar schreibt: „Das wiederum ermöglicht mehr Charaktere, mehr Gruppen, mehr Aktivitäten und mehr Schlachtzüge … mehr von dem, das WildStar so aufregend macht.“ Damit hat er völlig Recht. Allein, um den Raidbetrieb am Laufen zu halten, immerhin eines der Prunkstück von Carbine, ist ein gut besuchter Server unabdingbar.

Zum Release hat man Spieler mit Gästepässen auf die Server eingeladen. Das hat gerade zu Beginn einen unheimlichen Ansturm erzeugt, der abflaute und Geister-Server hinterließ. Die Situation, das hat man sicher bei Carbine genauso gesehen, hätte sich in den nächsten Monaten sicher nicht dramatisch verbessert.

Der Server-Zusammenschluss, der jetzt als „Mega-Server“ bezeichnet wird, ist wohl ein Resultat dieser „Gästepass“-Entscheidung zum Release. Da hat man sich noch gefreut, dass man in den ersten Tagen zahlreiche Server nachschießen musste, weil die Warteschlangen gerade auf den PvP-Servern zu lang wurden. Die Nachwirkungen der Aktion hat man in den letzten Wochen gesehen.

Die meisten Spieler, gerade in den USA, sollten von der Zusammenlegung der Server profitieren und nach der Umstellung ein deutlich belebteres WildStar in ihrem Umfeld vorfinden.

Rollensprachler und Nicht-Englischsprachler trifft es wohl hart

WildStar

Zwischen RPlern und Nicht-RPlern könnte es zu Verständnisproblemen kommen.

Rollenspieler, die darauf angewiesen sind, dass die Nachbarn so ticken wie sie selbst, und dass sich jeder an bestimmte Regeln hälft, trifft es allerdings hart.

Auch uns Europäern, die wir darauf bestehen, verschiedene Sprachen zu sprechen, könnte die Umstellung auf den Mega-Server Kompromisse abverlangen. Wobei die Kern-Klientel von WildStar wahrscheinlich keine Probleme damit haben dürfte, sich auf Englisch zu verständigen. Wer WildStar nur begann, weil es über Roleplay-Server verfügte oder auch in Deutsch spielbar war, der könnte sich verärgert vom Spiel abwenden. Die Anzahl der Spieler, die sich wegen zu leerer Server vom Spiel trennen würden, dürfte wesentlich höher sein.

WildStar Raid

Raid-Gilden werden sich über den Zuwachs freuen.

Kurzfristig wird man sich bei WildStar sicher nun einigen Spott der Kritiker anhören und den ein oder anderen „Free2Play“-Schmäh-Gesang über sich ergehen lassen müssen. Auf lange Sicht wird die Umstellung die richtige, ja wahrscheinlich die einzig richtige Entscheidung gewesen sein. Und es ist besser, sie so früh und so klar zu kommunizieren, als lange damit hinterm Berg zu halten und die unausweichliche Zusammenlegung zu verschleppen.

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