Mit Overwatch erwartet uns bald der erste Shooter von Blizzard. Wird Overwatch das Shooter-Genre revolutionieren? Lest hier meine Gedanken zum kommenden Multiplayer-Actionspiel.
Ernüchterung zu Beginn: Kann Blizzard Shooter?
Als vor knapp über einem Jahr das erste Cinematic zu Overwatch gezeigt wurde, war ich vom ersten Moment an richtig gehyped. Blizzard entwickelt eine neue Welt, eine neue Geschichte und damit auch ein neues Universum. Der Hype hielt aber ungefähr so lange wie das Cinematic, denn kurz danach kam die Offenbarung: Overwatch wird ein Shooter. Ich war verdammt skeptisch. Wieso kein neues MMO? Kann Blizzard überhaupt Shooter? Ist das nicht alles viel zu niedlich für einen Shooter?
Der Rest der BlizzCon hat meine Zweifel eher noch verstärkt: Es wird keine Kampagne geben und Story will man auslagern und durch Websites, Bücher und eventuelle Videos erzählen. Da für mich eine fesselnde Story eines der Hauptargumente für ein neues Spiel ist, hatte meine Vorfreude einen Tiefpunkt erreicht – von Freude kann eigentlich keine Rede mehr gewesen sein. Eher ein: “Vielleicht wird es ja besser als befürchtet.”
Der Abbau des Zweifels …
Zu Beginn gab es für mich nur zwei Aspekte, die für Overwatch gesprochen haben. Das erste waren die Fanreaktionen, die auf der BlizzCon das Spiel ausprobieren konnten – denn die waren durchweg begeistert. Es gab kaum zweifelnde Stimmen und fast jede Aussage enthielt im Kern einen Satz wie “Ich hatte nicht erwartet, dass es so viel Spaß macht”.
Der zweite Punkt war schlicht und ergreifend die Tatsache, dass Overwatch von Blizzard kommt. Blizzard ist für mich nach wie vor ein Garant für ein gutes Spiel, da lasse ich auch wenig mit mir diskutieren. Eine Spieleschmiede, die Games einstampft, an dessen Erfolg sie selber nicht glauben oder das ihren eigenen Ansprüchen nicht genügt (Thralls Adventure, StarCraft: Ghost, Projekt Titan) vertraue ich, dass sie ein gutes Spiel entwickeln.
Wären das alleine Gründe gewesen, mich auf das Spiel zu freuen? Nein. Es hat nur den Zweifel gemindert, dass Overwatch floppen und ziemlich langweilig wird.
… und der Aufbau der Vorfreude
Mein Interesse an dem Spiel wurde zwangsweise langsam gesteigert, weil ich – alleine schon für die Seite – natürlich auf dem Laufenden bleiben musste, was sich in Overwatch so tut.
Die Entwickler waren auch sehr geschickt darin, in regelmäßigen Abständen neue Informationen zu den Charakteren und Gameplayvideos zu veröffentlichen, sodass es niemals zu einer langen Pause kam, in der man nichts mehr zu dem Spiel hörte. Jedes einzelne Video hat mich mehr in den Bann gezogen.
Den Höhepunkt hat dann die diesjährige Gamescom dargestellt, denn ein Mitbewohner hielt es für eine grandiose Idee unsere Wohnung komplett mit Freunden überzubelegen, die alle auf der Gamescom Overwatch spielen wollten. Und absolut jeder von ihnen war begeistert. Und was genau motiviert stärker, als die Meinung von Personen aus dem direkten Umfeld? Dagegen kommt kein Artikel, kein Vorschauvideo und kein Entwicklerversprechen an. Inzwischen kann ich es kaum noch erwarten, endlich selbst Hand an das Spiel zu legen und werde alle irdische Kraft darauf aufwenden, mich irgendwie in die Beta zu mogeln.
Ein kunterbunter Shooter – Kann das klappen?
Immer wieder liest man Kommentare wie “Der Comic-Stil schreckt mich ab” oder “Das ist doch viel zu niedlich für einen Shooter“. Bei mir hat der Grafikstil das genaue Gegenteil ausgelöst. Ich habe genug ernste und brutale Shooter gespielt, wie Left 4 Dead 2, Evolve oder Call of Duty. Mir kommt da eine lockere, leichte Auffassung eines Shooters sehr entgegen.
Klar gibt es schon vergleichbare Spiele, die ebenfalls eher comichafte Grafik haben (wie Team Fortress oder Borderlands 2), aber diese setzen noch immer auf einen hohen Gewaltgrad und viel schwarzen Humor. Das hat auch seine Daseinsberechtigung und will ich auf keinen Fall schlecht darstellen – gerade die Borderlandsreihe mochte ich sehr.
Da Blizzard aber wieder eine große Zielgruppe anstrebt, fällt die Gewalt weitestgehend weg, zumindest was die Darstellung von Grausamkeiten angeht. Stört mich das? Nein. Mir gefällt die lockere Herangehensweise.
Ich mag die durchgehend positive Grundatmosphäre, die im Design der Charaktere und des ganzen Spiels mitschwingt. Obwohl einige Charaktere recht dramatische Hintergrundgeschichten haben, bleibt das Spiel herzlich, fast schon liebevoll. Die Charaktere sprühen nur so vor Lebensfreude und sind die idealisierten Idole von Helden, die man sich auf der ganzen Welt wünscht. Und das ist für einen Shooter relativ neu – auch wenn mir jetzt sicher jemand ein Gegenbeispiel nennen kann.
Overwatch – Leicht zu lernen, schwierig zu meistern
Blizzard hat sich bei all seinen Spielen das Motto “Leicht zu lernen und schwierig zu meistern” auf die Fahne geschrieben und Overwatch wird da keine Ausnahme sein. Wer keine große Erfahrung – oder schlicht kein Talent – für Egoshooter hat, der kann in Overwatch trotzdem jede Menge Spaß haben, denn einige Charaktere benötigen kein pixelgenaues Zielen und funktionieren eher wie Supporter oder Tanks, die mit tragbaren Schilden das Team schützen
Allein diese Tatsache sorgt dafür, dass Overwatch ein Spiel für den ganzen Freundeskreis sein wird. Während Shooter-Veteranen sich ziellastige Helden wie Widowmaker und McCree schnappen, können unerfahrene Spieler auf Charaktere zugreifen, bei denen Timing und Positionierung im Vordergrund stehen, wie etwa Torbjörn oder Mercy.
Der entscheidende Punkt
Und genau das ist der entscheidende Punkt, der Overwatch für mich schon jetzt großartig macht. Es führt Gruppen wieder zusammen, die sich über die Jahre auf andere MMORPGs oder Mobas verteilt haben. Das Spiel wird – zumindest in meinem Fall – alte Freundeskreise wieder stärker zusammenführen, denn es ist ein Spiel für alle und für eine Weile vermutlich das einzige in diesem Genre, das dies wirklich bewerkstelligen kann.
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