Destiny: Game Director verteidigt Preis für Erweiterung, macht alles noch viel schlimmer
Interview lässt Reiz-Thema Nr. 1 nun endgültig explodieren

Beim MMO-Shooter Destiny sind die Fans gereizt wegen der Kosten der Erweiterung „König der Besessenen“ und dem Inhalt der einzelnen Ausgaben. Ein Interview mit dem Game Director von Bungie machte die Sache nun noch wesentlich schlimmer.

Fans über drei Dinge bei „König der Besessenen“ verärgert

Die Fans von Destiny ärgerten sich in der letzten Woche, als die Preise und Versionen für „König der Besessenen“ bekannt wurden, vor allem über drei Sachen:

  • Der Preis für die Erweiterung „König der Besessen“ von 40$, ist nur 20$ günstiger als der Preis für die legendäre Edition. Die enthält „König der Besessenen“, das Grundspiel Destiny und die ersten beiden DLCS. „Neueinsteiger“ werden, in den Augen vieler Fans, bevorzugt, „Bestandskunden“ vernachlässigt. Immerhin haben Veteranen dann circa 140$ ausgegeben, Neueinsteiger aber nur 60$ und beide Gruppen sind auf demselben Stand.
  • Und zum anderen ärgert es viele Spieler, dass Bungie erneut eine „Collector’s Edition“ verkauft mit speziellen Gegenständen, darunter auch digitalen: So enthält die Collector’s Edition einigen Emote, Shadern und exotischen Klassengegenständen, die zusätzliche Erfahrung gewähren. Es ärgert die Veteranen, dass sie hier für 80$ Dinge kaufen müssten, obwohl sie das ursprüngliche Destiny und die zwei DLCs schon besitzen, nur um die zusätzlichen Emotes zu erhalten.
  • Und zum dritten kostet die Erweiterung 40$ und damit fast so viel wie das Grundspiel. Dabei liefert sie zumindest auf den ersten Blick lange nicht so viele Spielinhalte.

Diese drei Themen treiben die Community von Destiny um. Allein unser Artikel, bei dem wir die Erweiterung „König der besessenen“, die Preise und Versionen vorstellen, hat mittlerweile 315 Kommentare. Die weitaus meisten drehen sich um die „billigere Version für Neueinsteiger“. Im englischsprachigen Subreddit zu Destiny dominierte in der letzten Woche vor allem der Ärger um die exklusiven Items der Collector’s Edition.

Destiny-Collector's-Edition

80 Dollar … und dabei haben Veteranen schon so viel davon.

Unglückliches Interview erregt die Gemüter

Gestern Abend erschien ein Interview auf Eurogamer mit dem Game Director, Luke Smith. Das ist der Ex-Journalist, der mit einem Team die Raids entwarf und jetzt bei „König der Besessenen“ das erste Mal eine größere Rolle in der Öffentlichkeitsarbeit einnimmt.

Die kritischen Fragen zu Destiny

Nun waren die meisten Interviews, die Bungie-Mitarbeiter in der letzten Woche während der E3 führten, sogenannte „Soft-Ball“-Interviews. Freundliche Fragen und Stichworte, damit der Interviewte sein Produkt und die vielen Vorzüge dessen vorstellen kann. In den meisten Interviews auf der E3 ging es um die neuen Subklassen und wie verflucht cool die doch sind.

Der Interviewer von Eurogamer spielte dagegen „Hard-Ball“, packte die „kritischen Fragen“ auf den Tisch und rückte davon auch nicht ab:

  • Bekommt man die Emotes auch, wenn man nicht die Collector’s Edition kauft?
  • Wird’s irgendwann eine Möglichkeit geben, die Items und Emotes in der Collector’s Edition separat zu erwerben?
  • Warum kostet die Erweiterung nun 40$, wenn sie im Vergleich zum Grundspiel so viel weniger Spielinhalte bringt? Da kauft man zum gleichen Preis nur eine Zone statt vier, viel weniger Missionen und so weiter.

Community-Manager DeeJ bei einem „sehr weichen“ Interview auf der E3 – keine böse Frage wird gestellt, alles ist nett und freundlich … das Interview, um das es in diesem Artikel geht, verläuft ganz anders:

„Wenn Ihr die Emotes seht, werft Ihr Geld in den Monitor“

Der Game Director antwortete auf eine Weise, die die Fans gerade auf reddit nun auf die Palme bringt.

Man biete in Destiny nichts „separat“ an, das sei gegen die Firmenpolitik. Wenn jemand die Emotes haben möchte, müsse er sich die Collector’s Edition kaufen. Das Problem gerade sei, dass man noch nicht alles gezeigt habe, was die Spieler mit ihrem Geld erkauften. Wenn Smith jetzt auf der Stelle ein Video der Emotes zeigte, dann würde der Interviewer Geld gegen den Monitor werfen.

Darauf, dass die britische Version von Destiny 40 Pfund kosten würde (knapp 63 Dollar), ging Smith gar nicht ein. Diese Währung sei ihm „fremd“, da läge ein Weltmeer dazwischen.

„Der Wert stimmt“

Und den Preis der Erweiterung verteidigte Smith wiederholt damit, dass der „Wert“ stimme. Im Moment wüssten die Spieler noch nicht, was mit „König der Besessenen“ auf sie warte. Das seien 2 PvP-Modi, 4 neue PvP-Karten und eine Menge mehr, über das man später reden werde. Man sei sich bei Bungie sehr sicher, dass man den Spielern etwas liefere, das den „Wert“ rechtfertige.

Den Preisnachlass für die Neueinsteiger erklärte Smith ebenfalls mit dem Wert. Es ginge hier um den Wert zum jeweiligen Zeitpunkt. Wer erst spät mit Destiny einsteige, der habe die Erfahrungen im ersten Jahr verpasst und könne die nicht wiederholen. Die Zeit von „Crotas Klingen“ etwa sei vorbei und komme nicht mehr wieder.

Destiny-Lootcave

Wie viel ist Euch die Erinnerung daran wert?

Man arbeite bei Destiny gerade daran, diese „Erinnerungen“, an das was Hüter im ersten Jahr geleistet hätten, auch in Destiny direkt zu verewigen. Außerdem lägen der reinen 40$-Erweiterung für die Veteranen einige exklusive Goodies bei wie ein Sparrow, ein Emblem und ein Shader.

Der Gesprächsverlauf vermittelt den Eindruck einer wachsenden Spannung zwischen beiden Gesprächspartnern. Der Interviewer bohrt immer wieder nach, fragt nach der Verhältnismäßigkeit der Preise, fragt, warum er nicht für ein paar Pfund die Emotes der Collector’s Edition so kaufen könne.

Smith pocht darauf, dass der Inhalt den Preis rechtfertige. Man sei sich da bei Bungie sicher. Mehr könne er nicht sagen.

Destiny-Digital-Collector

Dass Veteranen diese drei digitalen Items nur bekommen können, wenn sie die 80$-Collector’s-Edition kaufen, sorgt für richtig miese Laune.

Reaktion auf Interview ist desaströs

Unter dem Eurogamer-Artikel direkt tobt, wie zu erwarten war, ein Flächenbrand in den Kommentaren. Dort ist man generell kein großer Freund des MMO-Shooters. Doch die Reaktion auf das Interview ist sogar beim sonst so Destiny-freundlichen Subreddit /r/DestinyTheGame äußerst negativ. Da hat ein Beitrag zum Thema bereits nach 3 Stunden 1800 Kommentare.

Die Spannung war aufgrund der nackten Preise und der Fakten schon in der letzten Woche geladen. Während Bungie-Mitarbeiter sonst immer diplomatisch und besänftigend wirkten, erscheint den Fans der Game Director nun polternd und unhöflich. Immer wieder wird Smith mit negativen Worten belegt, die sich auf Deutsch wohl als „aalglatter, arroganter Arsch“ zusammenfassen ließen.

Gerade die „80$“-Collector’s Edition, die Veteranen-Spieler zum Vollpreis kaufen sollen, obwohl sie das Gros der Software schon besitzen, kommt besonders schlecht an.

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