Im Kampf gegen Trolle und Hater werfen immer mehr Betreiber das Handtuch. Wie kann man dem entgegenwirken?
Eigentlich wollte ich mich heute wieder über Hearthstone und einige Karten auslassen, die mich besonders aufregen und hatte mir dafür auch schon äußerst intelligente Sprüche ausgedacht („We’re gonna be rich, bitch!“) … oder so ähnlich. Da Blizzard aber gestern Abend Änderungen am Schamanen und dem Bukanier angekündigt hat, halte ich mich da zurück – vorerst.
Also reden wir über ein weiteres Lieblingsthema von mir: Das Verhalten von Menschen im Internet. Und inzwischen scheinen auch immer mehr Betreiber von großen Portalen einfach das Handtuch zu werfen. So etwa IMDb, eine große Datenbank über Filme und Filmkritiken, die in diesen Tagen ihr Forum schließen – weil man gegen den Ansturm von Trollen einfach nicht mehr ankommt, auch wenn man das höflicher in Worte verpackt.
Ich stelle mir dann immer so ein Endzeit-Lagerfeuer 50 Jahre in der Zukunft vor, wo man mit den Überlebenden der nahenden Zombieapokalypse in den Ruinen einer Stadt sitzt und mit den Kindern und Enkeln spricht, die dann fragen:
„Wow, Ihr hattet dieses Internet! Ihr hattet die Möglichkeit jederzeit mit allen Menschen auf der ganzen Welt in Kontakt zu treten und Euch austauschen zu können. Muss das nicht eine ungeheuer tolle, bereichernde Erfahrung gewesen sein? Konntet Ihr nicht so viel voneinander lernen, wie niemals in der Menschheitsgeschichte zuvor?“
Und dann würde irgendwann einer fragen: „Was habt Ihr dann gemacht?“ und man müsste beschämt antworten:
„Wir haben uns alle von unseren schlechtesten Seiten gezeigt, Kommunikation im Keim erstickt und unsere Empathie beerdigt. Und dann haben wir den ganzen Tag Memes gepostet und headbangende Tauben abgefeiert.“
Ich wünsche mir immer stärker Konzepte wie einen „Internetführerschein“ – was albern klingt, könnte aber durchaus zur Verbesserung beitragen. Wer nicht nachweisen kann, dass er respektvoll mit anderen Menschen umgehen kann, sollte auch nicht auf das Internet losgelassen werden.
Da liebäugel ich auch manchmal ein bisschen mit Konzepten wie in Südkorea, wo sich alle Nutzer etwa bei Spielen mit ihrer Sozialversicherungsnummer anmelden müssen. Ich würde nicht wollen, dass jeder Mensch von jedem anderen die Namen und Daten einsehen kann – das wäre schrecklich – aber durchaus, dass es im Falle von Strafverfolgungen und „Missverhalten“ einfach Sanktionen gibt wie „So, du hast jetzt 2 Wochen Internetpause, denk über deine Fehler nach und werde etwas freundlicher“.
Und nein, es geht mir auch nicht darum „Meinungspolizei“ spielen zu wollen – aber Trolle und Hasskommentare haben im Regelfall auch keine Meinung. „Ihr seid alles Hurensöhne und ich ficke dich weg“ ist nunmal keine Meinung – auch wenn das für einige schwer zu begreifen ist.
Sicher, das ist jetzt nur ein nicht sehr durchdachtes Hirngespinst von mir, aber mir geht das Verhalten im Internet immer stärker auf den Keks. Und da hilft es auch wenig zu sagen „Wenn du mit dem Verhalten im Internet nicht klarkommst, dann nutze es halt nicht“. Ich vertrete da eher die Ansicht: „Wenn du nicht respektvoll mit Menschen umgehen kannst, dann benutze das Internet nicht.“
Aber ich steigere mich schon wieder in eine Sache hinein – schönen Mittwoch noch und benehmt Euch. Seid ein positives Beispiel für eure Mitmenschen.
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