Overwatch ist ein gutes Spiel, das unglaublich viel Spaß macht. Doch einige Dinge stören den Gesamteindruck.
Erstmal vorweg: Overwatch gehört für mich zu den absoluten Highlights des Jahres und Blizzards Hero-Shooter hat das Zeug zu einem totalen Mega-Hit. Doch nichts ist perfekt und ein paar Aspekte des Spiels stören mich umso mehr, gerade weil das Spiel ansonsten so verteufelt rund ist. Hier also meine Hitliste der Ärgernisse in Overwatch.
Ärgernis #1 – Overwatch ist zu einsteigerfreundlich
Overwatch folgt dem blizzard’schen Konzept „Nimm ein Genre, brich‘ es auf die Basics herunter und mach es einsteigerfreundlich“. Das hat bei Heroes of the Storm gut funktioniert und beispielsweise mir den MOBA-Einstieg ermöglicht, den Spiele wie LoL nie geschafft haben.

Aber Heroes of the Storm ist – dank unterschiedlicher Spielmodi und den verschiedenen Talenten ein komplexes Spiel, das lediglich einen schnellen und unkomplizierten Einstieg bietet, im Endeffekt aber sehr viel Tiefgang vorweist.
Erfolgserlebnisse, die keine sind
Overwatch hingegen geht meiner Meinung nach zu weit mit der Einsteigerfreundlichkeit. Denn hier habe ich im Schnitt drei Skills, die ich schon von Anfang an nutzen kann und die sich nicht mehr verändern. Und dann gibt’s noch Helden, die so sehr auf Neulinge ausgelegt sind, dass es schon fast weh tut. Soldier: 76 zum Beispiel. Der Typ hat als Ultimate einen Aimbot. Ernsthaft?!? Selbst totale Noobs, die sonst kein Scheunentor treffen, räumen so 5er Killsteaks ohne Probleme ab.

Das ist meiner Meinung nach zu viel des Guten, denn gerade Aimbots und Wallhacks (wie sie Widowmaker nutzt) sind nicht zu Unrecht extrem beliebte Cheat-Tools in Shootern, die allen anderen Spielern schnell den Spaß verderben. Und ja, natürlich kann man auch mit Aimbot-Ultimate grandios versagen und die Zielhilfe ist ja nicht immer aktiv, aber dennoch ist der Skill in meinen Augen einfach „billig“.
Das gleiche gilt für weitere Ultimates, wie Hanzos Drachenschlag oder den Panzermodus von Bastion, die wenig Geschick voraussetzen und dennoch zu hohen Kill-Zahlen führen. Größere Killstreaks sollten aber meiner Meinung nach etwas Besonderes sein, was nur gute Spieler schaffen. Hier wird das alles aber dank solcher Skills irgendwie entwertet.
Ärgernis #2 – Originelle Spielmodi, bitte melden!
Das nächste, was mich nervt, sind die Spielmodi. Die sind auf das Erobern und Halten von Capture-Points ausgelegt. Uralte Shooter-Kost, die ich echt schon hunderte Male gesehen und gespielt habe. Klar, es macht schon Spaß, aber wenn man bedenkt, dass Blizzard bei Heroes of the Storm originelle Maps mit speziellen Siegesbedingungen geschaffen hat, fällt die kreative Ödnis bei den Spielmodi von Overwatch umso stärker auf.

Da ändert auch der Eskort-Spielmodus nicht viel. Der ist zwar origineller als die anderen Modi, aber verkommt oft zu frustrierenden Stellungskriegen, die dann auch keinen Spaß machen. Wenn man im Gegenzug Battleborn bedenkt, dass vor allem mit dem „Meltdown-Modus“ das MOBA-Spielprinzip perfekt in einen Shooter übertragen hat, bin ich umso mehr von Blizzard enttäuscht.
Ärgernis #3 – Story-Relevanz, bitte melden!
Ich bin ein großer Freund von Hintergrundgeschichten und grad bei Overwatch finde ich das Setting interessant und auch die Hintergründe der Helden faszinieren mich. Tja, blöd nur, dass man davon im Spiel nichts mitbekommt, denn Overwatch ist halt nur ein reiner PvP-Shooter.

Schön, dass es Organisationen wie Talon, Overwatch oder die Omnics gibt. Ist halt nur völlig wurscht, weil im Spiel problemlos Widowmaker, Tracer und Junkrat gegen Winston, Reaper und Roadhog antreten und sich nach Herzenslust gegenseitig die Rüben wegballern dürfen. Noch schlimmer für die Immersion in die Spielwelt sind dann meiner Meinung nach nur noch die Klone der Helden, weil ja problemlos zwei Genjis und drei Tracers durch die Gegend sausen dürfen.
Da frage ich mich ernsthaft, warum sich Blizzard überhaupt die Mühe macht, eine komplexe Story zu präsentieren, wenn es so völlig belanglos und konträr zum eigentlichen Spiel steht. Hier merkt man meiner Meinung nach ziemlich krass, dass Overwatch aus den Ruinen von Blizzards MMO-Fail Titan entstanden ist und man die ganze Titan-Story noch irgendwie verwerten wollte. Ein alternativer PvE-Modus mit kleinen Missionen –wie bei Battleborn – wäre hier echt eine Bereicherung.
Ärgernis #4 – Salut du Cliché!
So gern ich manche der Helden aus Overwatch auch mag, so sehr nerven sie mich auch. Denn anstatt wirklich coole und einzigartige Charaktere zu schaffen, greift Blizzard meiner Meinung nach zu oft in die Klischee-Kiste.

McCree ist ein Cowboy und natürlich MUSS er so ziemlich jedes Western Stereotyp erfüllen, High Noon immer und überall! Er könnte eigentlich auch gleich „Eastwood“ heißen! Oder Widowmaker, die ihre Klischeehaftigkeit nur noch dadurch toppen könnte, wenn sie „Femme Fatale” hieße.
Reaper ist total evil, wir ham’s kapiert!
Oder Zarya, die eh schon dem Klischee-Bild vom russischen „Mannweib“ entspricht und dann auch noch in jedem zweiten Satz mit geradezu comichaften Akzent von ihren Vorlieben für sibirische Bären schwärmt. Überboten wir das alles nur noch von Reaper, der mit seiner Kutte, der übertrieben tiefen Stimme und den pseudo-coolen Moves ja soooo böse ist. Muhawhawhaw! Er zertritt im Trailer sogar Winstons Brille, der Schurke!
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Blizzard übertreibt es einfach mit den Stereotypen und versäumt es, tiefgreifendere Helden – vor allem Bösewichte – zu schaffen und verfällt lieber auf Plattitüden. Das macht Gearbox bei Battleborn meiner Meinung nach besser. Die abgedrehten Helden dort sind so krass überzeichnet, das sie allein schon deswegen cooler und origineller als die meisten Overwatch-Charaktere sind.
Aber genug gemeckert. Vielleicht reg ich mich auch nur künstlich über Kleinigkeiten auf. Oder wie seht ihr das? Nerven euch diese Dinge auch? Oder ist das eh alles egal, so lange das Spiel Spaß macht. Oder stören euch womöglich ganz andere Sachen an Overwatch? Schreibt es in die Kommentare und lasst es uns wissen!
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