Seit Forsaken liebe ich das PvP in Destiny 2 wieder

Das PvP von Destiny 2 ist mit Forsaken richtig gut geworden, meint unser Autor Sven. Er erklärt, wie er den Schmelztiegel in Season 4 zum ersten Mal seit Destiny 1 wieder lieben gelernt hat.

Das PvP hatte in Destiny 2 keinen wirklich guten Start. Denn das Spiel verlor seinen Reiz, weil Bungie es zu stark auf eine möglichst perfekte Balance ausgelegt hat.

Doch mit Forsaken habe ich mich wieder in den Schmelztiegel verliebt.

Das PvP in Destiny 2 war lange Zeit für mich gestorben

Deshalb fand ich das PvP bisher so unattraktiv: Lange Zeit war es bei Destiny 2 im Prinzip egal, welche Waffe man spielt oder welches Rüstungsteil man anlegt. Auch die Fähigkeiten hatten lange Zeit kaum einen Einfluss auf das Spiel. Das war in Destiny 1 noch anders.

Doch der Schmelztiegel in Destiny 2 glich fast dem PvP eines x-beliebigen Shooters.

Zudem gab es ab einem gewissen Moment keinen Reiz mehr, sich in Hüter-Duelle zu stürzen. Durch die fehlenden Random Rolls hatte man nach einiger Zeit alles im Inventar, was man wollte.

Viele verloren schnell die Lust, sich regelmäßig mit anderen Spielern zu messen. Mir ging das nicht anders. Bereits im Januar 2018 war der Schmelztiegel für mich endgültig gestorben.

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So veränderten die DLCs den Schmelztiegel: Mit Kriegsgeist und den vorangehenden ersten größeren Sandbox-Änderungen schaute ich zwar kurz wieder im PvP vorbei, doch auch wenn ich viele Anpassungen für richtig und stimmig hielt  – wirklich fesseln konnte mich der Modus nicht.

Dabei fand ich die Idee mit der Umstrukturierung des Schmelztiegels in Form der Ruhm- und Tapferkeits-Playlists durchaus interessant. Auch die besondere Belohnung für die PvP-Elite – die Redrix‘ Claymore – hielt ich für eine Super-Idee.

Doch das System erwies sich als unausgereift – zumindest in meinen Augen. Und diese Änderung allein vermochte nicht, mich konsequent bei der Stange zu halten. Noch nicht.

Forsaken hat meine Liebe für den Schmelztiegel neu entflammt

Aber Bungie hat lange an dem Spiel gefeilt und mit dem Release von Forsaken hat sich mit einem Schlag alles für mich im PvP geändert.

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Das liebe ich am „neuen“ PvP in Destiny 2

Das Gesamt-Paket stimmt: Ausschlaggebend für die neu entflammte Liebe sind nicht nur die Änderungen im PvP an sich, sondern viel mehr das Gesamt-Paket, das Forsaken mit sich brachte.

Dabei greifen viele kleine Zahnrädchen in einander, was für mich unter dem Strich das beste PvP-Erlebnis bietet, was ich seit Destiny 1 gehabt habe.

Der Loot ist wieder wichtig: Der Loot ist durch die zurückgekehrten Random Rolls endlich wieder lohnenswert und interessant. Ich steh total auf Mikro-Management meines Hüters. Ich liebe es, jeden legendären und exotischen Drop auf gute und nützliche Perk-Kombinationen zu inspizieren. Jede Waffe, jedes Rüstungsteil ist für mich nun spannend.

In Kombination mit den Änderungen am Waffen-System und den Rüstungs-Mods sowie Waffen-Mods kann ich mir endlich ein Loadout erstellen, das meinen individuellen Vorstellungen und Bedürfnissen entspricht und welches ich situativ komplett ändern kann. Alleine das wertet die PvP-Erfahrung meiner Meinung nach enorm auf.Destiny-2-Forsaken-breakthrough-PVP

Build-Unterschiede sind spürbar: So kann ich im PvP endlich mehrere Builds erstellen, die sich alle unterschiedlich spielen und deren spezielle Ausrichtungen tatsächlich spürbar sind.

Abgerundet wird es durch die neuen Fähigkeiten und Super, die die Hüter mit Forsaken erhalten haben.

Die Wahl ist nun so groß wie noch nie, die neuen Klassen machen wirklich extrem Spaß. Und auch die lange vermissten Helden-Momente, wo man alleine auch mal ein ganzes Team demontieren kann, erlebe ich wieder öfter.

Endlich wieder Langzeitmotivation: Zudem habe ich nun auch abseits von God-Rolls und des perfekten Setups endlich Ziele, die mich langfristig fesseln und mich Tag für Tag in den Schmelztiegel treiben.

Denn Bungie hat an für mich entscheidenden Schrauben gedreht, wodurch ich erstmals wirklich das Gefühl habe, dass Destiny 2 nun endlich meine Zeit, die ich ins Spiel stecke, respektiert und belohnt – auch im Schmelztiegel.

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Das System, wie die Ruhm- und Tapferkeits-Ranglisten funktionieren, halte ich jetzt für gelungen und in den jeweiligen Bereichen „Kompetitiv“ und „Schnellspiel“ für angemessen.

Während man im Schnellspiel auch mit genügend Hingabe und Ausdauer weiterkommt, muss man sich im kompetitiven Bereich die Zähne ausbeißen und hart dafür kämpfen, um wirklich voranzukommen.

Besonders die stets spannende Jagd nach der höchsten Stufe in der Ruhm-Rangliste hat es mir angetan.

Was im Team eine unvergessliche Erfahrung ist und oft auch eine ganz schöne Herausforderung darstellt, kann zwar solo des öfteren echt recht frustrierend sein, doch die kompetitive Play-List ist in erster Linie auch für die PvP-Elite und feste, eingespielte Teams gemacht. Außerdem sorgt die ständig drohende Rückstufung des Ranges bei mir eher für einen zusätzlichen Reiz-Faktor als für Frust.destiny-2-pvp

Lohnenswerte Top-Waffen sorgen für zusätzliche Motivation: Auch die Belohnungen sind mit Redrix‘ Breitschwert, Lunas Geheul und Nicht Vergessen attraktiver geworden und motivieren mich auch bei Niederlagen-Strähnen und Punktverlust immer wieder aufs Neue.

Es gibt sie zwar keinesfalls geschenkt, doch es ist für jeden etwas dabei – für den Hardcore-PvPler und auch für Spieler, die sich lieber vorwiegend im Schnellspiel aufhalten. Und alle drei Waffen sind wirklich top und zählen zum Besten, womit man sich im Schmelztiegel auf Jagd begeben kann.

Meine persönlichen Ziele, für die ich mich jeden Tag auf’s Neue motiviere, sind aktuell die Waffen Lunas Geheul und Redrix Breitschwert.

Ich muss zwar hart für beide arbeiten, doch beide erscheinen machbar und realistisch. Das ist genau das, was mir bisher so stark gefehlt hat – coole Items, auf die ich gezielt hinarbeiten kann.destiny-2-kampf-hüter-pvp

Auf lange Sicht möchte ich mir den Titel Ungebrochen und die Handfeuerwaffe Nicht Vergessen erspielen. Auch wenn beides aktuell noch weit entfernt scheint – das aktuelle PvP liefert mit genug Anreiz und Spaß, auf diese Ziele hinzuarbeiten.

Außerdem freue ich mich sehr auf die Rückkehr der Trials of the Nine und bin gespannt, wie Bungie diesen speziellen Modus für die PvP-Elite verbessert hat. Der Loot aus den Prüfungen der Neun dürfte nach der Überarbeitung des Modus die Liste meiner Ziele definitiv erweitern.

Nicht alles ist perfekt: Natürlich ist auch mit Forsaken das PvP noch längst nicht perfekt. Es gibt durchaus Kritikpunkte, an den Bungie noch weiter feilen sollte.

So lässt das Matchmaking besonders im kompetitiven Bereich oftmals zu wünschen übrig – ausgerechnet dort, wo sich ungleiche Teams oder fehlende Mitspieler besonders stark spürbar machen.

Auch einige Super, Fähigkeiten und vielleicht sogar die ein oder andere Waffe könnten noch ein wenig Feinschliff vertragen.

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Die Richtung stimmt: Doch insgesamt ist Bungie mit Forsaken in meinen Augen ein gewaltiger Sprung Richtung Hobby, Langzeitmotivation und Spielspaß gelungen – auch im Schmelztiegel.

Wer sich bisher vom PvP in Destiny 2 abgeschreckt fühlte, sollte dem Schmelztiegel nun zumindest eine Chance einräumen und die Hüter-Duelle testen. Denn meiner Meinung nach ist das PvP in Destiny 2 nun so gut wie nie zuvor. Und in manchen Aspekten finde ich es sogar mittlerweile besser als in Destiny 1.

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