Darum machen mich manche Quests in Destiny 2 wahnsinnig

Kürzlich startete die mysteriöse Quest, die Hüter auf Jagd nach dem Killer von Master Ives schickt. Der bisherige Umfang enttäuscht allerdings. Doch nicht nur diese spezielle Aufgabe offenbart große Schwächen am Quest-System von Destiny 2, sagt unser Autor Robert. Den treiben Zufall und Timegates an den Rand des Wahnsinns.

Das ist die neue Quest: Diese Woche startete in Destiny 2 eine neue Quest, die eine heiße Belohnung verspricht.

Glaubt man den Leaks, wird uns am Ende einer dreiwöchigen Quest-Reihe das exotische Maschinengewehr Donnerlord ausgehändigt, welches von vielen Hütern sehnlichst erwartet wird.

Bungie selbst sprach von einer Mörder-Jagd, um uns die neue Quest schmackhaft zu machen.

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Ist wohl die Belohnung der Mörder-Quest: Donnerlord

Die Quest geht einfach nicht weiter: Wer sich allerdings bis auf einen spannungsgeladenen Krimi gefreut hat, dürfte zumindest nach diesem ersten Quest-Schritt herb enttäuscht sein.

Denn bis auf das Besiegen starker Gegner hatte die Quest bisher nicht wirklich etwas zu bieten. Es war sogar möglich, selbst diesen Quest-Schritt abzukürzen.

Kauft einfach 10 Engramme bei Meister Rahool und Ihr seid durch. Jedenfalls bis zum nächsten Reset. Leider ist diese Quest nicht die erste in Destiny 2, die time gated, also hinter einem Zeitschloss versteckt, ist.

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Sollte die Geschichte tatsächlich erst zum nächsten Reset weiter gehen, hat der Mörder eine Woche Zeit gewonnen. Einfach so.

Dass der erste Quest-Schritt nichts mit dem Mord selbst zu tun hatte, kommt erschwerend hinzu.

Nun haben sich die Spieler wochenlang auf einen Krimi gefreut und müssen weitere Wochen warten, bis die Quest an Fahrt aufnimmt. Das ist einfach schlechtes Quest-Design.

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Warum ist Timegating problematisch? Die Spieler erledigen einen Questschritt und müssen anschließend warten, ohne das es dafür im Spiel einen triftigen Grund gibt.

Es ist wie ein Spielzeug, was wir geschenkt bekommen, aber nur kurz benutzen dürfen, bevor es uns wieder genommen wird und wir warten müssen, bis wir wieder damit spielen dürfen.

Doch speziell die exotischen Quests in Destiny 2 haben nicht nur ein Problem mit Timegating, sondern auch mit einer weiteren Mechanik, die es für die Spieler schwerer macht, ein bestimmtes Item zu ergattern: der Zufall.

Was ist schlimmer als Timegating? Der Zufall!

Wenn der Zufall nicht mitspielen will: Nicht nur mit Timegating haben viele Quests zu kämpfen. Speziell exotische Quests sind an den Zufall gekoppelt und lassen bei so manch einem Hüter bis heute auf sich warten:

  • Die Dienstvergehen-Quest erhält nur, wer den Fleischklops im Gambit als Endgegner bekommt und diesen dann auch besiegt
  • Die Aufgabe für die Chaperone bekommt Ihr zufällig aus allen Aktivitäten
  • Den Lord der Wölfe bekommt Ihr nur aus den Beutezügen von Spider

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Darum ist der Zufall für solche Quests problematisch: Ihr müsst nicht nur Gambit spielen, um eine Chance auf die Dienstvergehen-Quest zu haben. Am Ende einer Runde muss darüber hinaus ein spezieller Gegner erscheinen, den Ihr dann noch besiegen müsst.

  • Ihr habt ein schlechtes Team erwischt? Pech gehabt.
  • Der Gegner taucht nicht auf? Schlecht für Euch.

Zugegeben, wer viel und regelmäßig Gambit spielt, wird die Quest früher oder später bekommen. Wer Pech hat, kann allerdings im Zweifel lange warten, bis er die Aufgabe endlich angehen kann.

Dadurch werden Spieler gegenüber anderen benachteiligt und das völlig grundlos. Nur der Zufall entscheidet, ob Ihr eine Quest bekommt oder nicht.

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Diese Quest hat mich besonders wahnsinnig gemacht: Ich habe es mir zum Ziel gesetzt, in der aktuellen Season das Redrix‘ Breitschwert zu erspielen. Da die Quest für die Chaperone aus allen Aktivitäten droppen soll, musste sie also irgendwann nach einem Schmelztiegel-Match fallen.

Während die meisten Spieler berichten, dass sie die Quest bereits unmittelbar nach Abschluss der Story erhalten haben, durfte ich meinen Tapferkeits-Rang im Schmelztiegel dreimal (!) zurücksetzen, bevor ich die Quest erhielt.

Das sind 6000 Tapferkeits-Punkte oder durchschnittlich 200 Spiele.

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Warum wurde die Quest nicht einfach allen Spielern zugänglich gemacht, nachdem sie die Story abgeschlossen hatten?

Welchen Zweck erfüllt der Zufall an dieser Stelle, wenn die Waffe nicht einmal an eine interessante Geschichte geknüpft ist?

Es gibt auch gute Quests in Destiny 2

So geht es besser: Das fortschrittsorientierte Quests möglich sind, hat Bungie bereits bewiesen:

  • Die Quest für die exotische Handfeuerwaffe Pikass ist ohne Zweifel eine der besten Quest-Reihen, die Bungie bisher gebracht hat. Für den Erhalt muss die Story von Forsaken abgeschlossen werden.
  • Der Schläfer-Simulant umfasste zwar eine lange und aufwändige Quest-Reihe, jeder Spieler hatte aber Zugriff darauf, sobald der Kriegsgeist-DLC abgeschlossen wurde.
  • Die Quests für die Rattenkönig, das MIDA-Multiwerkzeug und die Legende von Acrius erhielten die Spieler „garantiert“, nachdem bestimmte Bedingungen in der Hauptkampagne von Destiny 2 erfüllt wurden

Wie könnte man diese Zufalls-Quests „gerechter“ gestalten? Indem man Ihr Erscheinen an bestimmte Bedingungen knüpft, die Spieler von selbst erreichen können!

Statt die Dienstvergehen-Quest mit einem bestimmten, zufällig auftauchenden Gegner herauszugeben, hätte man auch eine Quest-Reihe speziell für Gambit konstruieren können, die am Ende den ersten Quest-Schritt der Dienstvergehen freischaltet.

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Das hätte den Spielern ein Ziel gegeben, auf das sie hinarbeiten können. Auch die Quest für die Chaperone hätte so gestaltet werden können. Möglichkeiten gibt es genug, die Spieler auch dauerhaft zu beschäftigen, ohne dabei zu frustrieren. Das zeigen ausgerechnet legendäre Waffen, die es nur im Schmelztiegel zu ergattern gibt.

Quests für legendäre Waffen zeigen: Es geht auch anders!

Redrix‘ Breitschwert und Lunas Geheul als Vorbild? Zugegeben, die beiden Quests sind langwierig und nichts für Nervenbündel.

Dafür weiß jeder Spieler, was er zu tun hat und kann diese Waffen (zumindest zu großen Teilen) aus eigenem Antrieb erspielen. Der Erhalt der Quests ist nicht an den Zufall gebunden und auch zeitliche Lückenfüller gibt es nicht.

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Lunas Geheul

So könnten Questlines in Destiny 2 fair und spannend gestaltet werden:

  • Verknüpft den Erhalt der Quest mit erreichbaren Zielen, wie sie zum Beispiel in den Triumphen zu finden sind. Lore-Triumphe bilden die perfekte Grundlage für exotische Quests, die die Geschichte weiter vorantreiben können
  • Sorgt dafür, dass Spieler die Quest selbst erreichen können, ohne auf den Zufall angewiesen zu sein, wie es bei der Pikass, dem Schläfer-Simulant und dem Rattenkönig der Fall ist
  • Timegating ist schlechtes Quest-Design! Streckt die Quest auf andere Art und Weise, aber Timegating zeugt einfach nur von Faulheit

Natürlich sind ausgefeiltere Quests auch mit mehr Aufwand für Bungie verbunden. Doch die Hüter würden es den Entwicklern danken.

Wie findet Ihr das Quest-System in Destiny 2? Sollten Zufallselemente und Timegating entfernt werden?

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