Jeff Kaplan hat im Overwatch-Forum erklärt, wie genau das Matchmaking funktioniert – und welche Probleme man schlicht nicht lösen kann.
Matchmaking ist komplexer, als die Spieler denken
Für viele Spieler ist das Matchmaking in Overwatch ein Buch mit sieben Siegeln, weil es ziemlich komplex ist. Andere Spieler sind der Ansicht, dass es im Grunde gar kein “Matchmaking” gibt und alle Spieler einfach zufällig miteinander in eine Partie geschmissen werden. Im offiziellen Forum von Overwatch hat der Nutzer ExcaliburZ einen sehr langen Post geschrieben und zusammengefasst, was man über das Matchmaking von Overwatch weiß. Jeff Kaplan, der Game Director des Spiels, fand diesen Post so gut, dass er selbst noch seine eigene Meinung, Erfahrung und Insiderwissen dazu geschrieben hat. Die wichtigsten Punkte haben wir für Euch übersetzt und zusammengetragen.
Was genau macht der Matchmaker?
Laut Kaplan ist die Aufgabe des Matchmakers im Kern simpel: Finde 11 andere Spieler, damit dieser eine Spieler nicht selbst 11 Leute finden muss. Aber der Matchmaker sucht nicht einfach 11 zufällige Leute, sondern berücksichtigt mehrer Faktoren.
- Zeit: Der Matchmaker versucht, möglichst schnell ein Spiel zu finden. Zwar sagen viele Spieler, dass sie gerne länger warten, um dann “ein gutes Match” zu haben, allerdings zeigt sich in der Realität fast immer das Gegenteil: Ist die Wartezeit länger, beschwert man sich in den Foren. Außerdem, so Kaplan, haben die Spieler unrealistisch hohe Erwartungen, dass längere Wartezeiten ein “besseres” Spiel bedeuten würde. “Besser” sei im Zusammenhang mit Matchmaking ohnehin ein schwieriges Wort.
- Latenz: Die Latenz oder auch der “Ping” ist entscheidend. Das Spiel versucht immer, Leute aus der gleichen Region miteinander zu matchen. Das hat man aus der Beta gelernt, wo man kurzzeitig alle Spieler zusammen spielen ließ.
- Gruppen: Ein Großteil aller Matches besteht aus Teams mit Einzelspielern oder Zweiergruppen. Das System versucht immer, Spielergruppen der gleichen Größe gegeneinander antreten zu lassen. Wer als vollständige 6er-Gruppe anmeldet, wird auch sehr wahrscheinlich gegen eine 6er-Gruppe spielen. Zwar gibt es seltene Einzelfälle, in denen kleinere gegen größere Gruppen antreten, aber die wären so rar, dass man darin kein Problem sieht.
- Matchmaking Rating (MMR): Das MMR ist eine direkte Einschätzung, wie “gut” der Spieler ist. Gewinnt man, steigt das Rating, verliert man, sinkt es. Jedoch entscheiden mehrere Faktoren darüber, wie stark das Rating durch Sieg und Niederlage beeinflusst wird. Gewinnt man gegen Spieler, die als “besser” eingestuft wurden, wird das eigene Rating stärker steigen, als wenn man ein skilltechnisch unterlegenes Team bezwingt.
Das Level spielt keine Rolle – MMR aus der Beta übernommen
Was viele Spieler nicht wissen: Zu keinem Zeitpunkt berücksichtigt der Matchmaker das Level eines Spielers. Das Level symbolisiert nur die Zeit, die jemand in Overwatch verbracht hat und in keinster Weise sein Können. Hinzu kommt der Fakt, dass Blizzard Euch bereits in der geschlossenen und offenen Beta ein MMR zugewiesen hat, wenn Ihr in der Zeit gespielt habt. Denn auch wenn jemand gerade erst mit Overwatch anfängt und ein niedriges Level hat: Vielleicht handelt es sich um einen erfahrenen Spieler, der in der Beta viele Stunden gezockt hat.
Was der Matchmaker nicht weiß
Viele Dinge weiß der Matchmaker jedoch nicht, denn er kann wieder in die Zukunft sehen, noch hat er andere prophetische Eigenschaften. Spielt ein Spieler einen Helden, den er gut kann? Hat der Spieler einen guten oder schlechten Tag? Zockt der Spieler betrunken, übermüdet oder gar beides? Läuft gerade eine Katze über die Tastatur? Die Liste der Faktoren, die man nicht berücksichtigen kann, sei lang. Daher werde es niemals “perfekte” Spiele geben.
Unrealistische Erwartungen, was ein gutes Match sei
Zuletzt sagt Kaplan, dass ein gutes Match für viele Spieler nur dann gegeben sei, wenn sie gewinnen würden. Das sei aber schlicht nicht der Fall, denn auf der anderen Seite sind auch Menschen. In einem Spiel wie Overwatch gehört es einfach dazu, dass man knapp die Hälfte aller Spiele verlieren würde. Die Aufgabe des Matchmakers sei es, diese Spiele aber so spannend wie möglich zu gestalten. Selbst, wenn das gegnerische Team einfach “durchmarschiert”, muss das nicht unbedingt ein massiver Unterschied im Können der beiden Teams sein. Auch im realen Leben gäbe es bei Sportturnieren immer wieder “vernichtende” Siege (man schaue nur mal auf die letzte Fußball-WM), obwohl beide Teams vorher als ebenbürtig gelten.
Der Matchmaker sei dauerhaft im Wandel und Blizzard arbeitet hart daran, ihn weiter zu verbessern. Wöchentlich gibt es serverseitige Updates am Matchmaker – das System könne niemals perfekt sein, aber man arbeite zumindest darauf hin.
Weitere Artikel rund um Blizzards Heldenshooter findet Ihr auf unserer Overwatch-Spieleseite. Schaut doch auch in unsere umfangreiche Guide-Sektion hinein.
Deine Meinung ist uns wichtig!
Gefällt dir der Artikel? Hast du irgendwelche Kommentare? Sag uns, was du denkst!

































