Seit 2012 spiele ich nun in unregelmäßigen Abständen Guild Wars 2. Dank fehlender Itemspirale klappt das auch ganz gut. Doch in letzter Zeit häufen sich die Stimmen nach noch mehr Content. Wir nehmen das Feature-Release im September als Anlass, um uns einmal zu fragen: Lohnt sich Guild Wars 2 überhaupt noch?
2 Jahre Guild Wars 2 – Was tut sich noch?
Zugegeben, in dieser Frage liegt schon ein gewisser Vorwurf. Aber dem muss man dem Game und ArenaNet auch machen. In China lief das Spiel dieses Jahr, trotz ungenauer Spielerzahlen, sehr gut an. In Europa und Nordamerika haben die Spieler aber schon 2 Jahre lebendige Geschichte und Welt-gegen-Welt-Gemetzel auf dem Buckel. Zumindest die lebendige Geschichte sorgt in regelmäßigen Abständen für erfrischenden Content. Als im Frühjahr die von Grund auf böse Sylvari Scarlet Dornstrauch Löwenstein überfiel und die Hauptstadt in Schutt und Asche legte, war ich gerade wieder mittendrin im Abenteuer Guild Wars 2. Getötet wurde Scarlet übrigens auch, doch ließ sie es sich nicht nehmen noch einen uralten Drachen zu erwecken. Für zukünftige Abenteuer im Zuge der lebendigen Geschichte, die ganze Landstriche in Guild Wars 2 verändert, ist also gesorgt.
Die Sache mit dem PvP
Entgegen dem positiven Trend von Guild Wars 2 gibt es auch in diesem MMO viele Threads im offiziellen Forum, die den Untergang vorhersagen. Besonders häufig ist mir dort die Kritik am PvP-System aufgefallen. Das strukturierte PvP sei zu eintönig, es gibt zu wenig Skills und neue Karten wären auch wünschenswert. Auf der anderen Seite steht das große Abenteuer namens Welt-gegen-Welt. Drei Server, die sich eine Woche lang die Köpfe einschlagen und bei einem Sieg die Rangliste aufsteigen. Ich habe einen Großteil meiner Guild-Wars-2-Zeit im WvW verbracht und gehörte als Flussufer-Spieler häufig zu den Gewinnern. Hat man erst einmal jede Burg eingenommen und sich durch unzählige Schlachten gewuselt, um dazu noch im servereigenen Teamspeak angeschrien zu werden, wird auch WvW eintönig. Dennoch bietet es eine einmalige PvP-Erfahrung in der MMO-Welt, die ich so noch nicht erlebt habe.
…und sonst so in Guild Wars 2?
Mit regelmäßigen Feature-Releases versucht man zumindest Schwung in die Bedienung von Guild Wars 2 zu bringen. Das erste gab es im April und im September folgte das zweite. Besonders die Änderungen am Handelsposten sind absolut nötig gewesen, um auf dem MMO-Markt up-to-date zu bleiben. Die Welt von Guild Wars 2 wird durch das Feature-Release auch gleichzeitig anfängerfreundlicher. Ähnlich wie bei Wildstar erhalten die Spieler jetzt für jedes aufgestiegene Level eine Belohnung. Tolle Sache für die chinesischen Neuanfänger, für Europäer aber eher uninteressant.
Auch im WvW wurden einige Verbesserungen vorgenommen und mit dem WvW-Herbstturnier ein neues Event angekündigt. “Bye, Bye WvW-Rallye” – heißt es dann und es wird wieder um Ruhm und Ehre zwischen Spaniern, Franzosen, Engländer und Deutschen gespielt! GW2 weiß geschickt mit länderübergreifenden Fehden umzugehen.
Buy-to-play und verbesserter Handelsposten
Das Buy-to-play Modell halte ich bei Guild Wars 2 übrigens für sehr gelungen. Dieses Bezahlmodell kommt selten vor, funktioniert aber beim ArenaNet-Titel wunderbar. Einmal gekauft, ist man nicht von einem Abonnement abhängig und loggt sich eben ein, wenn man Lust hat.
Um die Kunden bei Laune und vor allem beim Ingame-Shop zu halten, sind regelmäßige Updates unabdingbar und können selten wie bei Wildstar um mehrere Wochen verschoben werden. Je mehr Spieler eingeloggt sind, desto mehr Kostüme und andere nützliche Items werden über den Handelsposten verkauft. Dieser wurde im Zuge des Features-Release grundlegend verbessert. Gekauft wird einmal, gespielt wird immer. Dieses Modell ist die kundenfreundlichste Art des Vertriebs, da ein kurzer Blick auf neuen Content immer wieder möglich ist.
Guild Wars 2 lohnt sich…aber anders
2 Jahre hat das Spiel nun hinter sich und schon am Anfang fragten sich die Spieler (mich eingeschlossen), wie ein MMO ohne eindeutige Itemspirale überleben kann. Guild Wars 2 hat genau das geschafft und versorgt die Community mit regelmäßigen Updates, sei es mit Content für den PvE-Bereich oder den Feature-Releases für alle anderen Bereiche. Allerdings ist der Inhalt schnell erschöpft, weshalb man nur beschränkt sagen kann, dass sich das Game noch oder überhaupt lohnt: Hardcore-Gamern wird nämlich schnell die Puste ausgehen, spätestens wenn sie alle Klassen auf 80 gezogen haben. Gerade hier werden die Rufe nach einer Erweiterung immer lauter.
Casuals und Gelegenheitsspieler werden aber weiterhin ihren Spaß haben, da es immer etwas Neues zu entdecken geben wird in Guild Wars 2. Alleine schon der Fortgang der lebendigen Geschichte lädt dazu ein, einmal alle 2 Wochen vorbeizuschauen. Zumal das Buy-to-play-Modell nicht mit nervigen Abo-Kosten stört. Also ja, Guild Wars 2 lohnt sich und wie die Raptr-Zahlen oder Trendverläufe bei Google bestätigen, gehört das Spiel immer noch zu den populärsten MMOs auf dem Markt.
Wer noch mehr Informationen zum Online-Rollenspiel möchte, kann sich gerne unseren Test zu GW2 durchlesen. Für eine andere Perspektive ist auch der Artikel, für wen sich Guild Wars 2 nicht lohnt, empfehlenswert.
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