Paladins wollte auf Fortnite: Battle Royale machen, wäre fast explodiert

Paladins hat aufregende Tage hinter sich. Beim Versuch, den selben Stunt abzuziehen, der Fortnite mit Battle Royale so bravourös gelungen ist, wäre dem Studio hinter Paladins beinahe alles um die Ohren geflogen. Wohl im letzten Moment zog man nun die Notbremse und wechselt die Taktik. Die Fans von Paladins atmen auf.

Fortnite und Paladins waren bis vor wenigen Monaten in einer recht ähnlichen Situation. Beides waren interessante und ordentliche Spiele, die dem Zeitgeist nur noch nachwinken konnten, der in eine andere Richtung unterwegs war.

Aber es gab auch Gutes: Fortnite und Paladins waren für PC, PS4 und Xbox One erschienen. Beide Spiele hatten großes Potential und vielleicht noch höhere Ambitionen. Sie wurden von funktionierenden, motivierten und inspirierten Teams vorangetrieben.

Paladins und Fortnite besaßen eine gute Grundlage für Erfolg. Aber die Zeit lief gegen beide Games. Overwatch bereite eine große eSports-Liga vor und der Zeitgeist hatte sich in PlayerUnknown’s Battlegrounds verknallt.

Fortnite-Handkanone

Fortnite und Paladins kämpften mit Problemen und Schwierigkeiten, die es zu lösen galt. Das würde dauern und eine Menge Arbeit machen. Sie spielten nicht im Konzert der ganz Großen mit, aber da wollten sie hin.

Fortnite geht durch die Decke, Paladins bleibt am Boden

Dann trennte sich Ende 2017 der Weg der beiden:

Fortnite stieg steil empor, bei Paladins lief wenig zusammen.

Auch wenn bei Fortnite die PvE-Spieler grummelten, dass sie für den neuen Modus vernachlässigt würden, schaute man bei Hi-Rez wohl neidisch zu Fortnite herüber.

Paladins-DireWolf-Tyra

Hey, lass doch auch einen Battle-Royale-Shooter machen!

Da ist es verständlich, dass Paladins denselben Weg wie Fortnite beschreiten wollte: Lassen wir die alten Probleme zurück und fangen wir was Neues an.

Auf der Hi-Rez Expo im Januar 2018 stellte Paladins überraschend einen eigenen Battle-Royale-Modus vor: Paladins Battlegrounds.“

Der neue Modus würde mit Fortnite vieles gemein haben: Er wäre kostenlos, auf PS4, Xbox One und PC spielbar, böte dazu Action-Gameplay. Aber man würde sich von Fortnite auch unterschieden: So würde es bei Paladins eigene Helden mit Skills geben.

Paladins Battlegrounds vs PUBG

Zwar stöhnten Spiele-Fans „Macht jetzt jedes Studio einen auf Battle Royale?“, doch Paladins Battlegrounds klang auf den ersten Blick interessant und schlüssig, sah auch im ersten Gameplay reizvoll aus.

Es war klar: In Paladins Battlegrounds steckt Hi-Rez nun eine Menge Arbeit, um das neue Projekt so schnell wie möglich zu veröffentlichen.

Fans machten den Wandel zu Battle Royale nicht mit

Allerdings: Nach der Ankündigung des Battle-Royale-Modus von Hi-Rez war die Stimmung unter den Paladins-Spielern am Boden. Sie hatten das Gefühl: „Ihr vernachlässigt uns jetzt für den neuen heißen Scheiß.“  Dazu kam die miese Laune nach dem „Cards Unbound“-Update, das als Pay2Win wahrgenommen wurde.

Das Studio drohte innerlich zerrissen zu werden. Die Fans wandten sich gegen das Spiel. Auch Entwickler rebellierten gegen die jüngsten Änderungen bei Paladins und petzten bei der Spielepresse, dass die Pay2Win-Karten gegen den Willen des Teams von den Chefs durchgeboxt worden waren.

Dazu kam, dass der neue Battle-Royale-Modus wohl doch nicht so gut lief, wie anfangs gedacht.

paladins-drogoz

Wende-Manöver in letzter Minute

Vorgestern sah es noch so aus, als geht Hi-Rez diesen Weg weiter: Augen zu und durch, werfen wir den Battle-Royale-Modus auf den Markt und hauen da volle Kraft rein. Die öffentliche Alpha von Paladins Battlegrounds war schon gestartet. In einem Interview mit IGN verteidigte der Paladins-Chef die „Cards Unbounds“-Pay2Win-Karten.

Aber im letzten Moment hat Hi-Rez die Notbremse gezogen und sich gegen den Weg von Fortnite entschieden. In einem Producer-Letter kommt die Richtungsänderung:

  • Die Pay2Win-Karten werden zurückgenommen
  • Der Battle-Royale-Modus wandert zurück in interne Tests und wird überarbeitet, das steht unter dem Motto YOLO
  • Paladins Battlegrounds wird ein eigenständiges Spiel und nicht wie bei Fortnite ein Modus, der im selben Client wie das Kernspiel funktioniert.
  • Es sollen getrennte Teams an Paladins und dem „neuen Battlegrounds“-Spiel arbeiten, das auch einen anderen Namen tragen wird.

Sicher war das eine schwere Entscheidung für Paladins. Aber aktuell atmen die Fans auf.

paladins-ruckus-kristall

Das Beispiel von Paladins zeigt erst, wie heftig der Stunt ist, der Fortnite mit seinem „Battle Royale“ gelungen ist und wie viel stimmen muss, damit bei solchen Wende-Manövern in voller Fahrt der Zug nicht entgleist.

Man kann jetzt nur dem Studio Hi-Rez und Paladins die Daumen drücken, dass sie wieder ruhiger unterwegs sind. Auch wenn es wichtig ist, schnell auf Trends zu reagieren, haben Fans für solche rabiaten Wechsel nur wenig Verständnis.


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