Paragon, Gigantic, Battleborn tot – Daran müssen wir uns gewöhnen
Ein Versuch, zu erklären, warum dieser bärtige Mann so traurig ist

Neue hoffnungsvolle Spiele, die einst auf Jahre halten sollten, sterben gerade wie die Fliegen. Battleborn, Gigantic und Paragon sind tot. Lawbreakers so gut wie. Daran werden wir uns gewöhnen müssen, glaubt unser Autor Schuhmann.

Die neue Gaming-Welt klingt aus Sicht der Publisher ja fantastisch. Die erfolgreichsten Spiele verdienen Geld noch Jahre, nachdem sie erschienen sind.

Rockstar, Blizzard, Riot Games – die Gewinner der neuen Gaming-Welt

  • Bei RockStar musste man früher jedes Jahr ein oder zwei neue Spiele herausbringen: Heute reichen einige Updates für Grand Theft Auto Online und das Geld fließt über Mikrotransaktionen rein. Da kann man sich mit dem nächsten Spiel schon mal ein oder zwei Jährchen länger Zeit lassen.

GTAV-Rockstar

Arena of Valor Titel

Die Erfolgsformel all dieser Spiele heißt „Games-as-a-service.“ Spiele, die durch Erweiterungen und Updates über Jahre laufen. Sie spielen über Mikrotransaktionen immer mehr Geld ein.

Diese Spiele dominieren die digitalen Einnahmen im Gaming-Markt 2017. Sie prägen das Gaming unserer Zeit.

Wer nicht an der Tafel sitzt, will einen Platz

Andere Studios wollen ebenfalls solche Spiele, wollen sich mit an die Tafel der Großen setzen. Mit viel Aufwand und Marketing-Energie arbeiten Studios an ihrem Helden-Shooter oder an ihren Games-as-a-service, die sie ins Rennen schicken wollen.

Battleborn-Reyna

Weil solche Spiele teuer und aufwändig sind, wandern Jahre an Entwicklung und Millionen von Dollar hinein. Die Erwartungen und Werbe-Budgets werden hochgepusht, die Konzepte für die Games klingen fantastisch.

Aber hier zeigt sich die Schattenseite des Modells.

Neue Spiele sterben wie die Fliegen bei Hero-Shootern, MMORPG, MOBA

Allein im noch so jungen Jahr 2018 kommen die Hiobsbotschaften:

Dazu noch aus 2017:

Das sind vier Spiele, die erst 2016 oder 2017 erschienen sind. Es sind Games mit ordentlichen Wertungen, hohem Produktions-Niveau und guten Ansätzen. Spiele, über die man dachte: Die haben Potential.

lawbreakers-01

Das sind nur die Helden-Shooter. Bei MMORPGs und MOBAs beobachtet man denselben Trends seit Jahren. Es fällt neuen Spielen schwer, sich gegen die Platzhirsche durchzusetzten.

  • Das letzte große westliche MMORPG WildStar lief 2014 auf Grund.
  • Sogar Blizzard konnte sein MOBA „Heroes of the Storm“ nicht gegen die Giganten Dota 2 und LoL etablieren.
  • Bei den „Battle-Royale-Shootern“ zeichnet sich bereits ähnliches ab: Wer sich gegen Fortnite und PUBG durchsetzen will, dem kann man nur viel Glück wünschen. Erste Konkurrenten sind hier schon gescheitert. Für das frühere Top-Spiel H1Z1 sieht’s düster aus.

WildStar F2P Review

Denn die Plätze an der Tafel sind besetzt. Das sind die Schattenseiten der „Games-as-a-service“-Spiele: Sie binden Spieler über Jahre, machen sie zu Stammspielern und Fans. Diese Stammspieler sind dann nicht mehr als Kunden für neue Spiele zu gewinnen.

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Der WoW-Effekt

So mancher Fan von Singleplayer-Rollenspielen klagt seit mehr als 10 Jahren über WoW und dass die World of Warcraft sein Lieblings-Genre gekillt hat.

WoW habe damals Millionen von Rollenspielern aus dem „Gaming-Markt für den PC“ abgezogen, weil Rollenspieler nichts anderes mehr wollten, als in Azeroth zu sein und mit ihren Gilden zu raiden, auf die Jagd nach Loot zu gehen.

Dieser WoW-Effekt, dass ein Spiel Kunden auf Jahre aus dem Markt abzieht, trifft jetzt auch neue Games-as-a-Service.

WoW Wallpaper Alliance Heroes Battle for Azeroth

Games-as-a-service fressen einander auf

Die Bindungskraft der etablierten Spiele ist stark: Wer Monate oder Jahre darin investiert hat, seine Fähigkeiten und seine Skin-Sammlung in einem Titel wie Overwatch oder LoL aufzubauen, der wird Schwierigkeiten haben, diese Games für ein neues Spiel zurückzulassen.

Und weil das so ist, werden wir uns in den nächsten Jahren an Meldungen gewöhnen müssen, dass ein neues hoffnungsvolles Spiel nur wenige Monate nach seinem Release wieder eingestellt wurde.

Jetzt da immer mehr Genres in den Bereich der „Games-as-a-service“ wandern, wird der Platz für neue Spiele immer kleiner.

anthem

Etablierte Publisher reagieren bereits darauf und stellen die Produktion so um, dass weniger, aber dafür größere Titel erscheinen sollen, weil man denen größere Chancen auf dem Markt einräumt.

Aber auch diese neuen Titel kämpfen um dieselben Spieler. Also müssen die neuen Games entweder ein bestehendes Spiel verdrängen oder neue, noch ungebundene Spieler an sich binden.


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