Beim Sandpark-MMO ArcheAge entzündet sich gerade die Diskussion an einem heiklen Thema. Ist der Headstart vielleicht nicht so viel Wert wie von manchen gedacht?
Es ist ein Thema mit Sprengkraft, über das MMOs seit geraumer Zeit nachdenken und das man mit „Pay2Win“ beschreibt. Welche Vorteile geben wir heraus? Wie viel Geld verlangen wir dafür? Eine Methode, Privilegien an die Spieler zu verteilen, wenn die dafür bezahlen, ist der Headstart. An den entzündet sich jetzt bei ArcheAge ein Disput. Sollte er am Ende nicht so viel Wert sein, wie angenommen?
Was ist ein Headstart und warum gibt’s den?
Mittlerweile ist es üblich, dass man Spieler schon vor dem eigentlichen Release ins Spiel lässt. Man nennt das einen „Headstart“. Drei bis fünf Tage, bevor er es für das Fußvolk losgeht, das nur eine Standard-Edition gekauft hat, können Besitzer einer „besonderen“ Edition oder Vorbesteller oder anderweitig Privilegierte den Server schon unter Beschlag nehmen.
Das ist bei einem „normalen“ Themepark-MMO nicht weiter tragisch. Wer da zuerst auf der Höchststufe ist, ist meist nicht so wichtig. Klar, finden Leute mit Headstart unter Umständen ein leereres Quest-Gebiet vor und haben es dadurch leichter voranzukommen, aber das ist in der Regel nicht so schlimm für die anderen.
Für den Publisher hat ein Headstart zwei Vorteile: Zum einen Geld (das Privileg wird meist teuer verkauft) und zum zweiten hat man nicht punktgenau einen unheimlichen Ansturm auf die Server, sondern der verteilt sich dann auf zwei Termine – oder wie im Fall von The Elder Scrolls Online sogar auf drei. Da gab man Vorbestellern drei Tage Vorsprung, Käufern einer Spezial-Edition gar fünf.
Und warum ist das Thema bei ArcheAge so kritisch?
Während sich bei The Elder Scrolls Online oder WildStar kaum wer über den Headstart beschwert hat, ist die Situation bei ArcheAge etwas anders. Das liegt daran, dass in ArcheAge die Spieler in stärkerer Konkurrenz zueinander stehen als bei TESO oder WildStar.
Hier sind „Bauplätze“ beschränkt. Vor allem die besten Plätze, die sich durch ideale Lage hervortun, sind heiß begehrt.
Außerdem hat das Spiel OpenWorld-PvP. Das heißt, wer sich hier in den ersten 4 Tagen einen besonderen Vorteil herausspielt – und das wird mit Sicherheit passieren – kann von diesem Vorteil lange zehren.
Es gibt schon jetzt umfangreiche Berichte darüber, dass sich Gilden generalstabsmäßig auf den Start der Server vorbereiten. Da sollen 2000 Bäume an geheimen Orten gepflanzt, beschützt und umgemacht werden, um dann die ersten Boote zu zimmern, um damit wiederum den Handel zu dominieren und andere um ihre Ersparnisse zu erleichtern.
Man kann sich vorstellen, wie das für Spieler ausgeht, die mit vier Tagen Verspätung in ArcheAge ankommen. Hier könnte man wohl von Wölfen und Lämmern sprechen.
Und das klappt jetzt nicht?

Die Aufregung unter einigen Besitzern eines Gründerpaketes (das berechtigt bei ArcheAge zum 4-Tage-Headstart) kommt nun daher, dass Trion Worlds angekündigt hat, nicht mit allen Servern zum Headstart zu beginnen. Man behält sich vor, sollte das Interesse groß genug sein, Server zum eigentlichen Release am 16. September on zu bringen. Das heißt, das wären dann „jungfräuliche Server“, auf denen keiner einen Vorteil hat, da sie erst mit dem 16. September starten und nicht schon vier Tage vorher.
Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich die Zahl von „benachteiligten“ Spielern, die erst vier Tage später als die „Hardcore-Zocker“ beginnen, auf den Servern verringern könnten, die schon zum Headstart on sind.
Und damit wäre der „Headstart-Vorteil“ geschmälert, den sich viele „Wölfe“ versprachen.
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