Das neue Aion 2 ist in Korea und Taiwan gestartet. Jetzt geben die Spieler ihre Ersteindrücke zum MMORPG und erklären, welche Stärken und Schwächen es gibt.
Was ist das für ein MMORPG? Das Spiel möchte als Nachfolger von Aion aus dem Jahr 2008 ein waschechter Themenpark werden, und sich im Gegensatz zum letzten MMORPG von NCSoft, Throne and Liberty, diesmal mehr auf die PvE-Inhalte konzentrieren.
Jetzt ist das MMORPG in Korea und Taiwan gestartet und soll dort die Spieler begeistern, bevor die Entwickler es 2026 weltweit an den Start bringen. Ob es das schafft, erklären die Spieler nach ihren ersten Stunden im Spiel.
Hier könnt ihr den Trailer zu Aion 2 sehen:
Viel Positives bei Aion 2
Wie kommt das MMORPG an? Nach den ersten 5–10 Spielstunden geben viele Spieler auf Reddit, aber auch in YouTube-Videos ihren ersten Eindruck zum neuen MMORPG preis. Gelobt wird hierbei vor allem das Kampfsystem, das zwar nicht so kreativ wie etwa beim aktuellen Rollenspiel-Hit Where Winds Meet ausfällt, dafür aber klassischer an MMORPGs erinnert.
Der Kampf lässt sich sowohl im Action-Combat als auch im Tab-Targeting spielen und glänzt mit einer interessanten Mechanik. Skills können gleich mehrfache „Procs“ auslösen, die die gewöhnlichen Fähigkeiten verbessern und mehr Schaden und Effekte auslösen, was die Rotationen weniger eintönig erscheinen lässt.
Das zeigt zum Beispiel Jay Oddity in seinem Ersteindruck auf YouTube. Der YouTuber beschäftigt sich auf seinem Kanal ausschließlich mit MMORPGs und hat ein besonderes Augenmerk auf Spiele aus Korea. Seinen Ersteindruck findet ihr hier:
So schön ist die Welt: Bei der Spielwelt schadet der Release von Where Winds Meet Aion 2 ein wenig, meint YouTuber Aragon: „Die Welt selbst lässt im Vergleich zu dem Spiel ‚Where Winds Meet‘, das ich gerade gespielt habe, optisch etwas zu wünschen übrig.“ Er hat das Open-World-Rollenspiel zuletzt viel gespielt, beschäftigt sich auf seinem Kanal aber vor allem mit MMORPG und Builds für Klassen.
Anders urteilt hingegen YouTuber Jay Oddity, der meint, dass das MMORPG zwar gut aussehen, aber immer noch den typischen Flair der Unreal-Engine 5 besäße, den manche Spieler einfach nicht mehr sehen könnten. Beide YouTuber loben hingegen die Vertikalität und dass man früh im Spiel fliegen kann und die Welt so anders wahrnehme.
Wie sieht es technisch aus? Bei der Performance gab es laut YouTuber Jay Oddity keine Probleme zum Start. Das Spiel lief einwandfrei und es kam nicht zu Performance-Einbrüchen oder anderen Problemen abseits der Lags, die durch die schlechte Verbindung auf die asiatischen Server verursacht wurden.
Alles in allem kommt Aion 2 bei den Fans wirklich gut an, der Release scheint erstmal gelungen, auch wenn noch niemand das Endgame erreicht hat und Themen wie Raids und PvP noch ungetestet bleiben. An einer Sache stören sich die Spieler jedoch.
Hier könnt ihr mehr zu den Skills und Procs sehen:
Bei Geld hört die Freude auf
Wie läuft die Monetarisierung? Aion 2 setzt in Korea auch eine starke Monetarisierung. Das Spiel ist zwar kostenlos spielbar, hat aber gleich mehrere optionale monatliche Kosten. So gibt es zwei Abonnements, die den Spielern angeboten werden:
- Wind Breeze Membership (430 TWD ca. 12 €):
- Zugang zum Lagerhaus von überall
- Handel mit anderen Spielern erlaubt
- Eigener Premium-Händler
- Zugriff aufs Auktionshaus
- Möglichkeit Premium-Währung zu Ingame-Währung zu tauschen
- Tsenka Membership (645 TWD ca. 18 €):
- Doppelter Loot pro Dungeon-Run
- 50 % schnellere Energie Aufladung
- Mehr Belohnungschancen bei Leisure-Spielmodi
- Doppelte Zeit im PvP-Gebiet
- Special Shugo Membership (980 TWD ca. 27 €):
- Kombiniert die beiden oberen Abonnements für einen günstigeren Preis
Wer Aion 2 also richtig erleben will, zum Beispiel mit Zugriff auf den Handel oder mehr Loot aus Dungeons, der kommt um die beiden Subs kaum herum. Die Abonnements laufen dabei stets für 28 Tage, also 4 Wochen, was bedeutet, dass man die Gebühr im Jahr 13 statt 12-mal bezahlt.
Doch das sind nicht die einzigen optionalen Kosten, die auf die Spieler zukommen. So gibt es zu den Abonnements auch noch zwei Battlepässe, die jeweils für 62 Tage, also zwei Monate, laufen. Hier gibt es auch im Premium-Track (der sich nur gegen Echtgeld freischalten lässt) Items, die direkten Einfluss auf die Charakterstärke nehmen.
Rechnet man die monatlichen Kosten für das kombinierte Abonnement und die Battlepässe zusammen, dann kosten alle optionalen Dienste pro Monat 1.643,5 Taiwanesische Dollar, was etwa 45,50 € ausmacht.
War es das? Nein. Aion 2 hat ein Energie-System, das limitiert, wie oft man im Dungeon looten kann. Das kennt man bereits aus anderen asiatischen Spielen. In Aion 2 lädt sich diese Energie zwar kostenlos auch langsam wieder auf, wer jedoch Geld bezahlt, darf mehr Looten und auch aus den Battlepässen bekommt man Kristalle, um die Energie wieder aufzuladen. Spieler dürfen also unendlich oft in den Dungeon, Loot gibt es aber nur für Spieler mit Energie.
Kritik nicht nur aus dem Westen
Das gesamte Monetarisierungssystem ärgert viele Spieler in der Community, die Aion 2 bereits jetzt verteufeln und auf Reddit starke Kritik an den Entwicklern von NCSoft äußern. Auch Spieler aus Korea und Taiwan haben das Spiel stark kritisiert. So fiel die Aktie von NCSoft nach dem Release fast um 15 % ab.

Die Entwickler haben schon kurz nach dem Start einen Notfall-Livestream auf YouTube abgehalten, in dem sie erste Verbesserungen am Pay2Win-System ankündigten und einige der oben genannten Mechaniken abschwächen wollen. Auch spielerische Elemente wie die Balance sollen angepasst werden.
Ist das System auch bei uns im Westen zu erwarten? Nein, das ist nicht zu erwarten. Vermutlich werden genau diese Systeme nicht in der westlichen Version vertreten sein. Die Entwickler von Aion 2 möchten das Spiel und seine Monetarisierung in Korea und Taiwan zunächst testen, bevor man den globalen Launch hinlegt.
Auch bei Throne and Liberty hat NCSoft gezeigt, dass man viele der Pay2Win-Elemente aus Korea nicht in die westliche Version übernommen hat. Der asiatische Markt und die Spieler dort haben meist zudem weniger Probleme mit Pay2Win-Elementen als Kulturen aus dem Westen.
Dass westliche Spieler jetzt eine Art Kulturschock erleben, war entsprechend zu erwarten. Auch nach den Anpassungen an der Monetarisierung des Spiels wird es in Asien wohl stärker Pay2Win bleiben als die Version, die wir im Westen erhalten.
Der erste Eindruck von Aion 2 ist spielerisch recht positiv. Das Spiel scheint viele Dinge richtigzumachen und das negative Feedback konzentriert sich derzeit fast ausschließlich auf das Pay2Win, an dem bereits jetzt seitens der Entwickler gearbeitet wird. Wann der Release im Westen stattfindet, hat der Publisher zuletzt seinen Investoren verraten: MMORPG Aion 2 verkündet Release-Zeitraum im Westen, aber ein Satz dürfte Fans Schmerzen bereiten
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