Hecks MMO-Highlights in 2014 und Ausblick auf 2015
Nexus. Barden. Garnisonen.

In wenigen Wochen knallen schon wieder die Korken, der Alkohol fließt in Strömen und die guten Vorsätze fürs neue Jahr werden anschließend über den Haufen geworfen. Mit melancholischen Blicken schauen wir auf das vergangene Jahr und erinnern uns an die guten und schlechten Zeiten – an die guten und an die schlechten Spiele. Ich möchte zusammen mit Euch das Jahr 2014 Revue passieren lassen – mit Fokus auf die erschienen Games der MMO-Szene.

Seit langem verbrachte ich nicht mehr so viele Stunden vor dem PC wie in diesem Jahr. Kein Wunder, wir müssten schon tief in die Vergangenheit reisen, um ein Jahr zu erleben, das mit so vielen Highlights beglückt wurde wie 2014. Besonders der westliche MMO-Markt hatte seine Blütezeit. Lang erwartete MMOs wie The Elder Scrolls Online, Wildstar, Destiny und Co. sorgten mitunter für Entscheidungsnot und Realitätsverlust. Titel wie WatchDogs, The Evil Within und Stronghold Crusader 2 ließen auch die Herzen der Nicht-MMOler höher schlagen.

Jetzt machen wir aber erst mal Kassensturz und nehmen uns die markanten Titel zur Brust.

Hearthstone: Heroes of Warcraft – 11. März

Hearthstone Karten Goblins gegen GnomeMit Hearthstone: Heroes of Warcraft ebnet Blizzard in diesem Jahr den Weg des Online-Kartenspiels. Auch wenn bis dato das weitaus bekanntere Magic: The Gathering längst den Weg in die virtuelle Welt gefunden hat, erfreut sich Hearthstone riesigen Zuspruchs unter den Warcraft-Fans. Wen wundert’s? Blizzard macht selbst aus Wasser Wein.

Unzählige Stunden und Tage verbrachte ich damit mein eigenes Deck zusammen zu bauen. Neben dem Arena-Modus sorgen das Sammeln und Craften von Karten für Langzeitmotivation. Direkt im selben Jahr wurden mit Naxxramas und Goblins gegen Gnome noch zwei Erweiterungen hinterher geschoben, was für den Erfolg von Hearthstone spricht. Es ist natürlich kein MMO, aber in der Szene ein sehr beliebtes Spiel – das ist der Grund, wieso wir es hier auch covern.

The Elder Scrolls Online – 04. April

The Elder Scrolls Online

Lang erwartet, endlich releast und dann geht’s voll in die Hose: The Elder Scrolls Online. Ich behaupte mal eines der am sehnlichsten erwarteten Spiele in diesem Jahr. Nach dem überaus erfolgreichen Skyrim bekleckerte sich der MMO-Teil des Kultspiels jedoch nicht sonderlich mit Ruhm. Bevor Ihr mich jetzt steinigt: Ja, ich weiß, dass die Singleplayer-Titel zuvor von Bethesda waren und dass der MMO-Teil zu Zenimax gehört, dennoch gehört das Spiel zum The-Elder-Scrolls-Universum.

Schon zu Beginn des Spiels gab es viel Wirbel um die schleierhaften Abo-Bedingungen. Den Frei-Monat gab es nämlich erst nach Abschluss eines Abonnements und das bei weniger als üblich zur Verfügung stehenden Zahlungsoptionen. Und die fragwürdigen Design-Entscheidungen im Endgame trugen ihr Übriges bei.

Auch der ganzen Medien-Hype rund um The Elder Scrolls Online warf einen Schatten auf das Spiel. Es wurde einfach nicht den Erwartungen der Medien und potentiellen Spielern gerecht. Das hat auch Zenimax bemerkt und ist mittlerweile auf dem Weg der Besserung. Weitreichende Änderungen standen auf dem Plan und weitere stehen noch an. Also dürfen wir 2015 gespannt sein, was The Elder Scrolls Online bereithält. Ich bin mir sicher, dass Zenimax noch einiges für uns ändert und mit dem anstehenden Konsolen-Release wird es einen Push geben.

Wildstar – 03. Juni

Ich musste schmunzeln, als ich zum ersten Mal den Trailer zum „World of Warcraft 2.0“ sah. Comic-Grafik, ein Level-Cap von 60 und 40er Raids versetzten mich sofort zurück in die vergangenen Tage von Vanilla WoW. Das kommt dabei rum, wenn ehemalige Blizzard-Entwickler die Seiten wechseln. Mit einem denkbar günstigen Termin im Juni und dem Versprechen von anspruchsvollen Dungeons holte ich in diesem Jahr meine Sommerbräune auf dem Planeten Nexus.

Wildstar ist wegen des Nontarget-Systems, Telegraphen und der allgemeiner Spieldynamik sehr aktiongeladen und auch die Dungeons haben es in sich. Ein bisschen zu viel für meinen Geschmack. Das ewige Gewipe sorgte schnell für Frust beim Zocken. Die Randoms in Wildstar wussten nicht, wie man seinen Charakter bewegt. Ohne Gilde war man da aufgeschmissen. Doch viele der Gilden waren mir einfach zu progressiv. An mindestens 20 Tagen die Woche wurde sein Glück in den Dungeons versucht, mal mit weniger, mal ohne Erfolg. Ein Zwiespalt zwischen Reallife und Wildstar brach aus – das Reallife gewann.

WildStar Protostar Academy

Letzen Endes finde ich, ist Wildstar nach wie vor ein wirklich tolles Spiel, aber für meine Wenigkeit zu zeitaufwendig. Ich habe damals zu 60er-Zeiten intensiv World of Warcraft gespielt, aber da hatte ich auch noch kein Studium an der Backe oder musste selbst die Einkäufe tätigen, vom Wohnungsputz gar nicht zu reden. Ich brauche ein bisschen mehr „Casual“ und bessere Möglichkeiten, ohne riesen Aufwand eine „fähige“ Gruppe für einen Dungeon zu finden.

Wahrscheinlich denken viele ähnlich: Die Strategie, voll auf Hardcore-Spieler zu setzen, erwies sich als nicht ganz so erfolgreich  – die Absatzzahlen und die Einführung des Megaserver-Systems sprechen Bände. Ich werde aber definitiv im Verlauf des neuen Jahres aufgrund der angekündigten Änderungen mal wieder reinschauen. Spätestens wenn es Free-To-Play wird. Zumal die 40er Dungeons inzwischen auch ausrangiert wurden und WildStar die Zugänglichkeit verbessert.

Destiny – 09. September

Destiny Story

Destiny ist der einzige Grund in diesem Jahr, warum ich hätte heulen können, nicht im Besitz einer Xbox oder Playstation zu sein. Auch meine ganzen Konsolen-Freunde spielen lieber Titel wie Fifa oder Call of Duty – das nenn ich dann mal Schicksal. Destiny ist mit 500 Millionen Dollar Produktionskosten das teuerste Spiel, das bis jetzt das Licht der Welt erblickte.

In der ersten Woche wurde Destiny so häufig an den Mann gebracht wie keine neue Spielereihe jemals zuvor. 325 Millionen Dollar nahm Destiny allein in den ersten fünf Verkaufstagen ein und wurde innerhalb einer Woche von Konsolenbesitzern weltweit insgesamt 100 Millionen Stunden gezockt – das sind 11.415 Jahre.

Destiny Sword ScreenshotIch möchte mir an dieser Stelle kein größeres Urteil erlauben, zumal ich noch nicht in den Genuss dieses MMO-Shooters kam. Aber angesichts Activisions gigantischer Marketing-Maschine Destiny,wurden einige Spieler enttäuscht. Viel verschenktes Potenzial, lahme Story und trotz der Spielermassen, leer und statisch wirkenden Areale.

Dennoch spielen es auch nach vielen Monaten noch extrem viele von den insgesamt 13 Millionen Spielern – dies ist vor allem den MMO-Anleihen im Gamedesign und dem flotten Gameplay zu verdanken. Der MMO-Shooter bietet ein aussichtsreiches Fundament für die nächsten zehn Jahre, somit dürften wir noch einiges von Destiny erwarten.

ArcheAge – 16. September

Während alle mit Destiny zocken beschäftig waren, brachte ArcheAge neuen Wind auf den MMO-Markt. Es war meine persönliche Überraschung in diesem Jahr. Lang kein Spiel zuvor zog mich so in seinen Bann. Auch wenn ich Asia-MMOs immer kritisch gegenüberstehe, vermittelt ArcheAge den Grundgedanken eines jeden MMOs: barrierefreies Zusammenspiel mit Freunden. Teamwork und eine Gilde sind also gefragt. Der Umfang und die vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten sind kaum alleine zu bewältigen.

ArcheAge

Auch die vielen Freiheiten, die ArcheAge einem überlässt, sorgen für eine zukunftssichere Konzeption. Ihr könnt selbst entscheiden, ob Ihr als Kapitän über die Weltmeere segelt, als Farmer in die Wirtschaft einsteigt oder als Kopfgeldjäger für Recht und Ordnung sorgt. Alles in ArcheAge hängt miteinander zusammen oder baut aufeinander auf. Ich könnte noch ewig lange mit der Aufzählung der neuen, interessanten und schönen Dinge fortfahren, wenn da nicht die Schattenseite wäre.

Trion Worlds macht mit Arche Age so vieles richtig – aber auch so vieles falsch. Der Release allein war ein Fauxpas. Kilometerlange Warteschlangen beim Login und nicht spielbare Server-Verhältnisse sorgten gleich zu Beginn für den ersten Frust bei den Spielern.

Das nächste Eigentor schießt das Free-To-Play System. Ihr könnt ohne Abo eigentlich nur Euren Charakter erstellen und Quests erledigen. Wer die tollen Dinge erleben möchte, die ArcheAge ausmachen, wird zur Kasse gebeten. Auch die sogenannten Arbeitspunkte, die man für jegliche Herstellung oder Abbau von Ressourcen und Materialien benötigt, generieren sich als Nicht-VIP Spieler nur sehr langsam. Den vollen Spielspaß erfährt man so bei weitem nicht.

ArcheAge Auroria

Nichtsdestotrotz ist ArcheAge ein tolles Spiel im Sandbox-Format. Es bietet Abwechslung und Vielfalt, solange man bezahlt. Ich werde definitiv im nächsten Jahr noch mal neu durchstarten, um den kürzlich erschienen Content Auroria zu erkunden. Ich bin mir sicher, dass wir in absehbarer Zeit noch viel von ArcheAge hören werden, zumal auch in Zukunft neue MMOs aus Asien den westlichen Markt umkrempeln werden.

World of Warcraft: Warlords of Draenor – 16 November

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss: Warlords of Draenor. Hier hat Blizzard ganze Arbeit geleistet. Für mich die beste Erweiterung seit The Burning Crusade. Endlich gelangte World of Warcraft zu alter Stärke, indem man sich an den klassischen Warcraft-Gefilden orientierte. Meinetwegen hätten sie die Pandas echt im Zoo lassen können. Demnach packte mich die Faszination Warcraft schnell wieder, als ich in eine stimmungsvolle Welt voller Helden, Bedrohungen und Abenteuer eintauchte.World of Warcraft Warlords of Draenor

Warlords of Draenor ist das erste Addon ohne neue Rassen oder Klassen, aber dafür mit Housing. Die Raumausstatter unter Euch werden jetzt den Finger heben und bemängeln, dass wir unsere Garnison nicht mit eigenem Interieur ausstatten können und es so kein echtes Housing ist. Ja, das stimmt. Aber ich kann meine Dienerschaft mit Arbeit vollpacken und bin mein eigener Gutsherr. Und das sorgt definitiv für Langzeitmotivation. Neben den Charaktermodellen haben auch die neuen Instanzen ein Upgrade erhalten. Endlich wird man wieder mehr gefordert.

World of Warcraft - Garnison bei der AllianzZudem haben Vorbesteller als Entschuldigung noch einen Charakter-Boost auf Level 90 erhalten. Ja, als hätte Blizzard es geahnt. Denn der Release lief alles andere als optimal(25). Da bin ich eigentlich anderes aus dem Hause Blizzard gewohnt und wenn die es nicht auf die Reihe bekommen – wer sonst? Außerdem hat unser Skill-Repertoire ein Downgrade erhalten. Essenzielle Fertigkeiten meines Hunters, führe ich jetzt geschickt auf einer 4-Tasten Tastatur aus.

Trotz der ganzen Startschwierigkeiten ist Warlords of Draenor mein persönliches Highlight im Jahr 2014. Da kommt echtes WoW-Feeling auf, wie ich es seit langem nicht mehr erfahren habe. Mit meiner Garnison und den neuen Instanzen habe ich ausreichend Beschäftigung während der Weihnachtfeiertage. Kommende Balanceänderungen sorgen mit Sicherheit für den ein oder anderen Re-Roll und auch Blizzard verspricht neuen Content in kürzeren Abschnitten(26) zu liefern. Puhh, Zukunft gesichert.

Ausblick 2015 – Was können wir erwarten?

Was die MMO-Szene betrifft, sieht es mit neuen Releases in 2015 eher dürftig aus. Außer vielleicht Blade & Soul. Wie dem auch sei: Wir haben ja schon in diesem Jahr reichlich Nachschub bekommen, daher dürfen wir uns in dem Segment auf Inhaltspatches und natürlich auf jede Menge News sowie Ankündigungen für die nächsten Jahre freuen.

Gerade auf dem asiatischen MMO-Markt brodelt es gewaltig – mit Bless und Black Desert erwarten uns hochkarätige Titel. Nichtsdestotrotz gibt es ein paar Spiele, auf die ich dennoch warte bzw. auf deren News ich besonders gespannt bin.

Evolve

Evolve

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich dem Ego-Shooter Genre meist den Rücken zuwende. Auch wenn ich hin und wieder dem ein oder anderen Kriegsgefecht beiwohne. Daher freue ich mich umso mehr, dass die Jungs von Turtle Rock mit Evolve Fratzengeballer und strategisches MOBA miteinander vereinen. Vier Spieler treten in der Rolle von Jägern gegen einen fünften an, der das Monster steuert. In einer rundenbasierenden Jagd durch den Dschungel gewinnt am Ende der Bessere.

Das Game war die große Überraschung der GamesCom und sahnte unzählige Preise ab. Leider muss ich mich noch ein wenig gedulden. Der offizielle Release ist nämlich erst am 14. Februar 2015.

Star Wars: The Old Republic

SWTOR

Den Preis für die „größte Klappe 2014“ geht an Bioware mit Star Wars: The Old Republic. In einem Interview ließen die Entwickler verlauten, dass „2015 ein große Jahr“ für die MMO Ausgabe von Star Wars wird. Da bin ich ja mal gespannt – zumindest was The Old Republic betrifft.

Denn 2015 wird die sehnsüchtig erwartete Saga mit „Das Erwachen der Macht“ fortgesetzt. Da hofft Bioware wohl auf potenzielle Spieler unter den Millionen Kinogängern. Aber auch die derzeitige Spielerschaft dürfte sich auf eine Erweiterung in 2015 freuen.

Overwatch

Meiner und vieler andere Leut‘s Höhepunkt der diesjährigen BlizzCon war definitiv Overwatch. Als ich den Cinematic-Trailer das erste Mal sah (anschließend schaute ich ihn noch unzählige Male), wusste ich direkt „Das ist es, das ist das Spiel fürs Leben“. Die Überraschung, die Blizzard dieses Mal wieder aus ihrer Gaming-Schmiede hervorzauberte, war wirklich groß. In dem Sci-Fi-Multiplayer-Shooter mit MOBA-Anleihen werden Kämpfe in 6vs6-Manier ausgetragen.

Overwatch Reaper ScreenshotAuch die hübsch in Szene gesetzten Charaktere fanden direkt Anklang bei mir. Das Ganze auch noch im Comic-Look – Ich freu mich riesig drauf. Der einzige Haken ist, dass mit einem Release in 2015 wohl nicht zu rechnen ist – vielleicht auch besser für mein Studium. Dafür können wir uns aber für die Beta in 2015 anmelden. Jetzt muss ich nur noch zu den glücklichen Teilnehmern zählen.

Guild Wars 2

Mein ganz besonders Sorgenkind in diesem Jahr. Zwar bombardiert uns ArenaNet regelmäßig mit Fortsetzungen der lebendigen Geschichte und Welt, aber wirklich was Neues passiert da auch nicht. Dabei sehe ich in Guild Wars 2 das größte Potential unter all den MMOs: In der ganzen Welt Tyrias treffen wir auf andere Mitspieler und verkloppen zusammen die Monster ganz ohne Futterneid. Jede Klasse verfügt über eigene Heilzauber, weil Guild Wars 2 auf die üblichen an Klassen gebundenen Rollen wie Heiler, Tank und Damage-Dealer verzichtet. Dies gestaltet das Spiel so facettenreich.Guild Wars 2

Doch irgendwie wird das vorhandene Potential verschenkt. Ich hoffe Entwickler ArenaNet wacht langsam mal auf und kündigt 2015 die sehnlich erhoffte Erweiterung an. Denn die Zusammenlegung der Server und die ernüchternden Quartalszahlen verheißen nichts Gutes.

Genug von mir. Jetzt interessieren mich Eure Highlights 2014? Und auf was freut Ihr euch am meisten in 2015?

Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

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