Das Third-Person-Moba Paragon macht heute, am 16.8., den Schritt vom bezahlten Early-Access zum offiziellen Free-to-Play für alle Interessierten auf PC und PS4. Aus diesem Grund streamt Entwickler Epic Games knapp 8 Stunden lang und hat Überraschungen in petto.
Was ist Paragon?
Das Spiel mit dem ambitionierten Namen, welcher so viel bedeutet wie „Inbegriff“, „Vorbild“, oder „Paradebeispiel“, ist im Moba-Genre heimisch und will es so mit einigen großen und weitaus länger ansässigen Kollegen wie Dota 2, LoL und Smite langfristig aufnehmen. Ob dies gelingt, wird sich mit der Zeit zeigen. Die Einstellung der Entwickler scheint auf jeden Fall schon mal zu stimmen.
Doch um nicht gleich den Krieg der unterschiedlichen Moba-Fraktionen auszurufen, schauen wir uns einmal an, was Paragon von den Platzhirschen unterscheidet. Damit ihr einen ersten Einblick bekommt, seht ihr im Folgenden den Beginner’s Guide für PS4. Daher, liebe Hardcore-PC-Nutzer, schaut einfach über die nette Controllereinblendung hinweg.
Alleinstellungsmerkmale
Was einem zuallererst förmlich ins Auge springt, ist die Grafik. Epic Games, unter anderem Entwickler der “Gears of War”-Reihe (1-3), kreiert mit der hauseigenen Unreal Engine eine sehr anschauliche, hochauflösende und lebendig wirkende Umgebung. Wo die Genre-Kollegen durchweg einen eher comichaften Stil präsentieren, zeigt sich Paragon etwas näher an der Realität angelehnt.
Von riesigen, farbenfrohen Pflanzen, die aus massiven Felswänden entspringen, über karge Wege, von Moos und Ranken überwucherte Steinstrukturen und eindrucksvollen Türmen bis hin zu einem dichten und verwinkelten Dschungel, in dem schon so mancher des Öfteren die falsche Abzweigung genommen hat, ist alles zu finden. Und das auch noch in 3D.
Doch anders als etwa in Smite, welches ebenfalls eine dreidimensionale Umgebung in Verbindung mit der Third-Person Ansicht verwendet, fordert Paragon noch mehr eure Aufmerksamkeit durch teils große Höhenunterschiede und die damit verbundene schlechtere Sicht auf nahende Gegner. Vor allem der bewaldete Dschungel, der von den Lanes, welche sich erhöht befinden, durch das dichte Blätterdach kaum einsehbar ist, bringt eine gewisse Spannung ins Spiel.
Die Helden
Doch nur weil das Ganze etwas realer aussieht, heißt das noch lange nicht, dass man bei den Charakteren nicht einfach mal der Kreativität freien Lauf lassen kann. So finden sich unter den bisher 20 völlig kostenfrei spielbaren Helden beispielsweise ein Ketten schwingender Cyborg, eine Art Zigarre rauchender Waschbär in einem Mech-Anzug, der Tod höchstpersönlich und neuerdings eine Fee.
Das Aufgebot ist natürlich in Relation zu etwa der riesigen Auswahl an Helden in LoL noch recht gering. Allerdings schaffte es Epic Games über die komplette Zeit des Early-Access seinen Rhythmus beizubehalten, alle drei Wochen einen neuen Charakter zu veröffentlichen und wird dies laut Angaben des Creative Directors Steve Superville (ja, der heißt wirklich so) auch so lange beibehalten, bis ihnen die Ideen ausgehen.
Dabei wird auch daran festgehalten, dass jeder Held für alle Spieler kostenfrei spielbar sein wird. Also kein Ausleihen per Ingame-Währung oder gar das Freischalten notwendig. Was ihr allerdings benötigt, zumindest, wenn ihr eigene Strategien entwickeln und auf mehrere Situationen vorbereitet sein wollt, sind Karten.
Karten?
Ja, Karten. Während des Spiels verdient ihr kein Gold für Kills, sondern sowohl XP für das Level eures Charakters als auch Kartenpunkte. Mit steigendem Heldenlevel erhöht sich auch automatisch die Stärke eures Grundangriffs. Kartenpunkte werden in eurer Base für gewisse Aufwertungen gebraucht.
Der Unterschied ist, dass es nicht einen großen, unübersichtlichen und vollgestopften Shop gibt, der euch sämtliche Items beziehungsweise hier Karten des Spiels anzeigt, sondern ihr im Spiel aus einem (wahlweise zuvor selbst zusammengestellten) Deck eure Stärkungen auswählt. Dabei gibt es Hauptkarten, die dann mit drei Aufwertungen verstärkt werden können, um einen weiteren Effekt der Hauptkarte zu gewähren. Zu kompliziert? Hier in Bildern:
Die linke und mittlere Karte sind Hauptkarten, die rechte eine Aufwertung. Die Zahl oben links gibt jeweils an, wieviele Kartenpunkte es kostet, sie auszurüsten. Stillschweigender Ärger (Silent Indignation) etwa gibt euch 2,5% Lebensentzug (AdR.: Nicht wundern, viele Karten wurden kürzlich im Wert geändert; 2,5 ist der derzeit Korrekte und nicht wie im Bild angegeben 4.).
Diesen Effekt könnte man nun mit anderen Aufwertungskarten verstärken, die einem ebenfalls mehr Lebensentzug verschaffen. Oder aber ihr baut die rechte Karte ein. Somit hättet ihr dann 2,5 Lebensentzug und 7,6 mehr Energieschaden. Habt ihr drei Aufwertungen in Stillschweigender Ärger platziert, so gewährt euch diese einen aktiven Bonus von +27,5 Angriffsgeschwindigkeit für 6 Sekunden.
Spätestens innerhalb eines Spiels wird das System klar verständlich. Dies lässt sich gut im Modus „Solo gegen KI“ austesten. Und wer nun mitgedacht hat und sich fragt: „Moment mal! Aber wenn ich doch Karten brauche, die ich am Anfang gar nicht habe und die ich erst irgendwoher bekommen muss, um überhaupt spielen zu können, wie soll das gehen?“, denen sei gesagt, dass jeder Held über 4 Standard-Decks verfügt, die jeweils auf unterschiedliche Rollen ausgelegt sind und die bei Spielbeginn von euch ausgewählt werden.
Nach dem Spiel verdient ihr dann Erfahrung für euren Spielerrang und den Helden selbst, sowie Ruf. Letzterer fungiert als Ingame-Währung, mit dem man etwa eine Packung von 5 zufälligen Karten erwerben kann. Außerdem gibt es mit steigendem Rang und Heldenlevel weitere Packungen, Ruf und Münzen, welche Paragons Echtgeld-Währung darstellt. Mit dieser lassen sich beispielsweise Skins und EP-Booster kaufen.
Und sonst?
Das bekannte Prinzip: Drei Lanes, Dschungel, Türme, Inhibitoren, Kerne, Minions, 5 gegen 5 – eben alles, was ein Moba ausmacht. Derzeit gibt es lediglich 1 Karte, auf der gespielt wird und drei Modi, wobei es sich hierbei um das klassische PvP, Koop gegen KI und Solo gegen KI handelt, wobei ihr nur in Letzterem keinen Fortschritt für euren Rang oder Helden verbuchen oder Ruf ansammeln könnt.
Entwickler Epic Games steht im regen Austausch mit der Community und bietet seit heute etwa auch die direkte Einbindung von Twitch. Hierbei werden Streamer mit zufälligen Ingame-Goodies wie Skins, Ruf, Kartenpackungen, etc. belohnt. Da macht das Streamen doch gleich doppelt so viel Spass.
Außerdem wird Epic Games heute zur Feier des Free-to-Play-Release selbst ab 16 Uhr auf Twitch einen knapp 8-stündigen Stream abhalten. Wer also mehr über das Spiel erfahren will und heute Abend noch nichts vor hat, der darf bis circa 23.30 Uhr den Antworten der Entwickler auf Fragen der Community lauschen, Gameplay sehen und erfahren, was noch alles in der Zukunft für Paragon geplant ist.
Fazit
Ein ambitioniertes Moba im Aufbau mit solidem und diversem Heldenaufgebot, ständigem Auge auf Balance und Verbesserung der Spielsysteme, wie etwa die Optimierung der Spielersuche und die dadurch verringerte Wartezeit auf ein Spiel. Die vorherrschende Grafik spricht sicherlich ein breiteres und Moba-fremderes Publikum an, was ja grundsätzlich nichts Schlechtes sein muss.
Für die Zukunft sind mehr Modi, Karten, auf denen gespielt wird, sowie Helden, Skins, Events und ähnliches geplant. Der nächste große Schritt wird die Einführung des gewerteten Spielmodus sein, welcher bis dato noch auch aufgrund des relativ geringen Heldenaufgebots auf sich warten ließ. Doch möglicherweise ist dies eine der Ankündigungen des heutigen, abendfüllenden Streams. Man darf gespannt sein.
Deine Meinung ist uns wichtig!
Gefällt dir der Artikel? Hast du irgendwelche Kommentare? Sag uns, was du denkst!


































