So gefällt mir das neue Destiny 2 nach 6 Stunden mit Forsaken

Wie schlägt sich die große Herbst-Erweiterung „Forsaken“ kurz nach ihrem Launch bei Destiny 2? Unser Autor Sven schildert seinen ersten Eindruck nach 6 Stunden.

Am 4. September startete die Forsaken-Erweiterung für Destiny 2. Sowohl Bungie als auch zahlreiche Fans setzen große Hoffnungen in das Herbst-Addon. Schließlich soll Forsaken der Befreiungsschlag für das arg gescholtene Destiny 2 sein.

Denn Destiny 2 steht am Scheideweg. Für viele Fans verkörpert Forsaken die letzte Chance, die sie dem Spiel einräumen. Für Bungie und Destiny steht also viel auf dem Spiel – möglicherweise auch alles.

Unser Autor Sven schildert seine ersten Eindrücke von der neuen Erweiterung.

Beachtet: Hierbei handelt es sich nicht um eine abschließende Wertung oder einen Test des Forsaken-Addons, sondern um den persönlichen ersten Eindruck unseres Autors.

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Destiny 2: Forsaken – Mit Skepsis gestartet und positiv überrascht

Als Riesen-Destiny-Fan bin ich mit zahlreichen Hoffnungen und Erwartungen aber in erster Linie mit einer großen Portion Skepsis in die neue Forsaken-Erweiterung gestartet. Der Ersteindruck hat mich wirklich überrascht – positiv.

Anderes Spiel, als noch vor zwei Wochen: Schon mit dem Update 2.0.0, dem Preload für Forsaken, konnten die Spieler erste Features des Forsaken-Addons wie das neue Waffen-Slot-System oder die Sandbox-Änderungen ausprobieren.

Seit dem 4. September ist das Forsaken-Paket nun komplett und ich muss sagen: Destiny 2 wirkt auf mich seit dem Launch bereits ganz anders als noch vor zwei Wochen.

Nicht nur, weil vieles neu ist, sondern weil das Spiel zahlreiche Sachen anders macht, als noch wenige Wochen zuvor – in meinen Augen besser.

Was ich bisher gesehen habe, überzeugt mich: Mit dem Start der Erweiterung habe ich versucht, mir einen möglichst breiten Eindruck zu Forsaken zu verschaffen und habe sowohl die Story gespielt als auch zahlreiche weitere Aktivitäten und Aspekte des Spiels nebenher ausprobiert.

Das, was ich bisher gesehen und erlebt habe, finde ich durchaus überzeugend und es stimmt mich etwas zuversichtlicher, das Forsaken tatsächlich das werden könnte, was sich viele Fans und Spieler von Destiny 2 beim Launch erwartet haben.

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Forsaken bringt mehr Tiefgang

Mit Forsaken hat Destiny 2 spürbar mehr Tiefgang und viel mehr zu bieten, als noch vor gar nicht all zu langer Zeit. Ich spiele aktuell intensiv mit einem Charakter und habe bisher jeden Tag aufs Neue das Gefühl, dass ich lediglich an der Oberfläche von etwas ganz Großem kratze – ein Gefühl, was bei mir in Destiny 2 bisher zu keiner Zeit wirklich aufkommen wollte.

Auch abseits der Story genug zu tun: Das Ziel besteht für mich aktuell auch nicht darin, möglichst schnell auf ein hohes Level zu kommen, um pünktlich zum Start des Raids bestmöglich vorbereitet zu sein – auch das für mich persönlich ein Novum in Destiny 2.

Denn auch abseits der Story und des Level-Prozesses finde ich links und rechts so viele spannende Dinge, die mich beschäftigen, dass das ultimative Streben nach dem höchst-möglichen Power-Level und der Raid für mich zunächst in den Hintergrund treten.destiny-2-hohn

Neue Features bereichern das Spiel: So freue ich mich dank der zurückgekehrten Random Rolls auf jeden legendären Waffen- oder Rüstungs-Drop. Jedes Item wird wieder gründlich inspiziert. Die alte Vorfreude und Spannung auf guten Loot ist bei mir definitiv wieder da – ganz wie in Zeiten von Destiny 1. Alleine dadurch ist eine Vielzahl von Aktivitäten wieder spannender und attraktiver geworden.

Stimmige Schauplätze: Zudem habe ich viel Zeit damit verbracht, die Lore zu lesen, die es nun überall in der Spielwelt gibt. Das neue Gebiet Wirrbucht wurde für mich dadurch schnell zum Entdecker- und Sammlerparadies.

Um so mehr freue ich mich nun auf die Träumende Stadt. Denn dort sollen Unmengen weiterer Puzzles, Geheimnisse, Loot und Lore auf mich warten.

Mein erster Besuch auf den Vorstufen zum Heiligtum der Erwachten macht mir Lust auf mehr. Auch einige Triumphe haben es mir bereits angetan und geben mir parallel zu gewohnten Aktivitäten noch mehr zu tun.cayde-6-destiny-2-forsaken

Die bisher beste Destiny-Story

Die Story stammt zwar immer noch nicht aus einem Oscar-prämierten Drama, doch ist sie weitaus besser und spannender aufgezogen als es bisher in der Destiny-Reihe der Fall war. Besonders die Jagd nach den acht Baronen und Uldren hat mir viel Spaß gemacht und verlief spaßiger und abwechlsungsreicher, als ich das erwartet habe.

Gambit macht mir Spaß und Sorgen

Der neue PvEvP-Modus Gambit hat es mir ebenfalls angetan. War ich bei der Demo noch etwas skeptisch, so macht der Modus in seinem vollen Umfang mit entsprechenden Belohnungen ordentlich Spaß.

Der Modus bietet gerade im Team enorme taktische Möglichkeiten und birgt in meinen Augen enormes Sucht- und Spaß-Potential. Doch als die Revolution schlechthin im Shooter-Genre, wie Bungie den neuen Modus seinerzeit angepriesen hat, empfinde ich Gambit trotz alledem nicht.

Meine Sorge: Ein Problem, was ich bei Gambit sehe, ist die Tatsache, dass eingespielte Teams zusammengewürfelte Gruppen auf Dauer gesehen verdrängen könnten. Wenn man aktuell gegen starke Teams als Random zu Felde zieht, merkt man es noch schneller und stärker, als im kompetitiven PvP. Als Solo-Spieler, der auf Random-Matchmaking setzt, stößt man dort sehr schnell auf seine Grenzen.

Denn der Gambit-Modus bietet zahlreiche taktische Finessen und Möglichkeiten, von denen koordinierte Trupps enorm profitieren und dadurch zufällig zusammengesetzte Teams schlichtweg vernichten können. Hier müsste Bungie in meinen Augen nachbessern – zum Beispiel in Form einer eigenen Playlist für Solo-Spieler.destiny-2-dunkelheit-rock

Das PvP hat mich zurück

So finde ich das PvP: Das PvP macht wieder mehr Spaß. Durch die Random Rolls und Mods lassen sich nun zahlreiche Waffen für bestimmte Spielstile individualisieren, was bei mir immens zum Spielspaß beiträgt.

Auch die Sandbox-Änderungen und die aktuelle Time to Kill finde ich bislang durchweg gelungen und sinnvoll. Das neue Waffen-System rundet mein persönliches PvP-Erlebnis ab. Kurzum: Trotz des aktuell noch kaputten Matchmaking habe ich noch nie so viel Spaß im PvP gehabt wie jetzt.

Forsaken: Guter Start mit bitterem Nachgeschmack

Der Stachel sitzt tief: Doch so sehr mich mein Ersteindruck auch zuversichtlich stimmt, so tief sitzt auch die Enttäuschung über das erste Jahr von Destiny 2, die zahlreichen erfolglosen Rettungsversuche und die vielen gebrochenen Versprechen.

Bungie hat auch für Forsaken eine Menge versprochen. Und meinem ersten Eindruck nach liefert die neue Erweiterung bisher an so gut wie jeder kritischen Front.

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Forsaken muss nun auf lange Sicht überzeugen – darauf kommt es an: Bungie ist mit Forsaken definitiv auf dem richtigen Weg. Doch ob die Erweiterung es tatsächlich schafft, Destiny 2 zu retten – für eine solche Einschätzung ist das noch zu früh.

Auf kurze Sicht hat mich das Spiel auch nach wenigen Stunden bereits überzeugt. Mit Forsaken ist Destiny 2 für mich bereits jetzt schon ein ganz anderes Erlebnis. Doch ob dieses Erlebnis einen allerdings auch auf Dauer fesseln kann – das wird meiner Meinung nach die alles entscheidende Frage.

Faktoren wie Endgame, Langzeitmotivation, Raid, Content-Nachschub – das alles wird sich erst im Verlauf der kommenden Wochen und Monate herauskristallisieren. Wenn Forsaken auch in diesen für viele Fans kritischen Bereichen überzeugen kann, dann bekommen wir vielleicht letzten Endes doch noch das Spiel, das wir uns seit langer Zeit so sehr wünschen.

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Lohnt sich der Kauf von Forsaken?

Zahlreiche Fans und potentielle Interessenten fragen aktuell verstärkt, ob sich der Kauf der Forsaken-Erweiterung lohnt. Im Moment würde ich folgende Antwort geben: Es kommt drauf an, was Ihr Euch vom Spiel erhofft und erwartet.

Für kurzweiligen Spaß: Allen, denen Destiny 2 vom Spielprinzip und Gameplay her gefällt und die eine ordentliche zweistellige Stundenzahl in ein Spiel investieren und kurzfristig Spaß haben wollen, würde ich bereits jetzt sagen – ja, das gibt das Addon her. Vor allem, wenn Ihr neu dazu stoßt.

Auf lange Sicht: Alle, die Destiny 2 regelmäßig über lange Zeit spielen oder gar als Hobby leben möchten – denen würde ich raten, die nächsten 3-4 Wochen abzuwarten. Dann sollte man auch die übrigen Faktoren angemessen beurteilen können, die auf lange Sicht für das Spiel ausschlaggebend sein werden.

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