Warum ich mich jetzt erst recht auf Spiele von Blizzard und Riot freue

Unseren Autor Benedict hat die BlizzCon 2019 richtig heiß gemacht auf die neuen Spiele von Blizzard. Allerdings reift auch bei der Konkurrenz Beachtliches heran: bei „League of Legends“-Entwickler Riot.

Blizzard war schon immer meine liebste Spiele-Schmiede, bei der ich zwar schon mit Lost Vikings damals auf dem SNES eingestiegen bin, die ich aber erst seit Warcraft 3 wirklich verehre. Seit über 15 Jahren spiele ich schon die Titel des Spiele-Riesen und habe – außer Starcraft 2 – jedes seitdem erschienene (PC-)Spiel des Konzerns viele Stunden lang genossen.

Blizzard stand für mich immer für Innovation, Fan-Service und war ein Name, bei dem ich mich darauf verlassen konnte, dass ein neues Spiel gut wird. Durch die BlizzCon 2019 hat Blizzard nach vielen Shitstorms zumindest für mich auch wieder gezeigt, dass hinter dem Unternehmen grandiose Ideen stecken.

Die Hongkong-Debatte hat Blizzard zuletzt schwer beschäftigt.

Fast zur gleichen Zeit hat sich nun aber Riot, der Entwickler von League of Legends, zu einem Unternehmen gemausert, das immer mehr Aufmerksamkeit erhält. Dabei sehe ich viel von dem, was Blizzard die ganze Zeit über so erfolgreich gemacht hat – und hoffe aus mehreren Gründen auf den Erfolg.

Auf diese Spiele von Blizzard freue ich mich riesig

Das wird das Highlight: Auf der BlizzCon 2019 hat Blizzard etliche Neuerungen vorgestellt, die jedoch zum großen Teil auch schon vorher durch Leaks bekannt wurden. Dennoch hat ein Spiel mich besonders heiß gemacht.

Diablo 4 ist der Titel, auf den ich mich nun nach der BlizzCon am meisten freue. Diablo 4 wird endlich wieder richtig schön düster und verspricht interessantes Gameplay, das den festgefahrenen Trott von Diablo 3 auflockert.

Durch seine offene Welt wird Diablo 4 eher wie ein MMO als wie ein klassisches ARPG. Ein Feature, dem ich als MMORPG-Fan freudig entgegensehe. Ich bin gespannt darauf, wie sich das entwickelt, denn zum Release wird es noch eine ganze Weile dauern.

Darauf freue ich mich noch: Overwatch 2 sieht nach einem Spiel aus, in das ich viele Stunden versenken werde.

Nachdem ich bereits viel Zeit in den ersten Teil gesteckt habe und meinen Fortschritt in Overwatch 2 mitnehmen kann, freue ich mich besonders auf die Möglichkeit, Helden in Overwatch 2 zu leveln. Mir kommt es entgegen, dass Overwatch und Overwatch 2 zu verschmelzen scheinen.

Overwatch-Tracer-level

Selbst wenn Overwatch 2 eher ein DLC für Overwatch wird, finde ich die neue Grafik, PvE-Modi und das neue Fortschritt-System bereits so attraktiv, dass ich es am liebsten jetzt schon spielen würde.

Die neue Erweiterung Shadowlands für World of Warcraft klingt interessant – auch, wenn ich Diablo 4 und Overwatch 2 erst mal spannender finde. Zumindest der Ansatz, Shadowlands ein wenig an Classic auszurichten, ist schon mal ein großes Versprechen für mich.

Blizzard als mein König und Riot als sein Thronfolger

Was macht Blizzard zum König? Ob Blizzard nun die „beste Spieleschmiede“ überhaupt ist, ist eine höchst subjektive Einschätzung und viele Fans von Rockstar, Bethesda oder Ubisoft werden mir vermutlich widersprechen.

Dennoch kann Blizzard einen jahrelangen Erfolg verzeichnen und ein Portfolio von Spielen vorweisen, von denen fast ausnahmslos jedes ein Hit wurde. Das schlägt sich auch im finanziellen Status des Unternehmens nieder, obwohl es zuletzt bei Blizzard kriselte.

Ein Bericht von twinfinite fasst die Einnahmen der 10 größten Videospiel-Publishern im Fiskaljahr 2018 zusammen. Activision Blizzard steht hier an vierter Stelle mit 7,2 Milliarden Dollar (2017). Vor dem Unternehmen sind lediglich Nintendo, Microsoft und Sony, die jeweils auch noch eigene Konsolen anbieten können.

Riot als Konkurrent: Ob Riot hier überhaupt bereits als echte Konkurrenz auftritt, ist im Moment noch gar nicht sicher. Bisher kann Riot nur League of Legends als Spiel vorweisen – hier hat Blizzard mit Heroes of the Storm höchstens einen Fuß in der Tür.

Allerdings hat Riot kürzlich einen Seitenhieb auf Blizzard abgefeuert und die legendäre Ankündigung von Diablo Immortal auf der Blizzcon 2018 aufgegriffen. Allein das zeigt, dass Riot sich zum Angriff bereit macht.

Dazu kommen sechs neue Spiele, die Riot angekündigt hat. Unter diesen befinden sich Shooter, Kartenspiele und ein nach einem MMORPG aussehendes Spiel – Alles Genres, in denen Blizzard feste Größen besitzt.

Der aktuelle Erfolg von Riot

So wird Riot groß: Die Geschichte des Erfolgs von Riot beginnt mit League of Legends, einer eigenen Adaption der beliebten Warcraft 3-Mod Defense of the Ancients (DotA). LoL erschien am 27. Oktober 2009 – ziemlich genau vor 10 Jahren.

Nach Release wird LoL zu einem der erfolgreichsten MOBAs überhaupt und hält sich wacker an der Spitze des Genres, sogar noch vor Dota 2 (gemessen an Zuschauern auf Twitch).

Senna neuer Champion LoL
LoL bekam nun den neusten Champion Senna.

Allein 2018 hat League of Legends 1,4 Milliarden Dollar eingespült (via statista). Seit 2015 gehört Riot dem chinesischen Unternehmen Tencent und hat damit Zugang zu einem äußerst lukrativen Markt, in den auch Unternehmen wie Blizzard sich ausbreiten.

So bleibt Riot relevant: Obwohl LoL lange Zeit das einzige Spiel von Riot ist, hat sich der Konzern gehalten und geht mittlerweile neue Wege. Zuletzt ist Riot auf den Hype-Train der Autobattler aufgesprungen.

Mit Teamfight Tactics hat der LoL-Entwickler nicht nur seinen eigenen Autobattler erschaffen, sondern bietet mit diesem auch noch heftige Konkurrenz zu Valves Dota Underlords und der originalen und mittlerweile eigenständigen Version von Auto Chess.

TFT Mobile Bild
Teamfight Tactics erscheint auch mobil.

Auch Legends of Runeterra ist nun in der Entwicklung und wird schon gespielt. Das neue Kartenspiel wird „Riots Hearthstone“ mit eigenem Dreh – obwohl Kartenspiele im Moment nicht das große Hype-Genre sind.

Bereits jetzt ist LoR bei vielen Hearthstone-Streamern beliebt, auch wenn es Gegenstimmen gibt. Konkurrent Valve hat sich früher schon am Genre bereits versucht, ist hat mit seinem Versuch Artifact aber einen herben Fehlschlag eingesteckt.

Was macht Riot mit dem Erfolg? Den aktuellen Erfolg nutzt Riot dabei aus, um sich weiterzuentwickeln. Bereits sechs neue Spiele hat Riot vorgestellt, die in den nächsten Jahren erscheinen werden.

Besonders interessant sind für mich dabei:

In beiden Märkten herrscht aktuell ein spürbarer Hunger der Fans nach Nachschub. Frust über neue Shooter wie Breakpoint zeigen, dass Spieler hier tolle, neue Spiele haben wollen und der Erfolg von WoW Classic beweist, dass Spieler neue und vor allem gute MMORPGs wollen – auch wenn diese schon 15 Jahre alt sind.

Der „Blizzard-Weg“ zum Erfolg?

So geht Riot vor: Riot erfindet die Genres nicht neu. Die Enwickler nehmen nur bereits erfolgreiche Konzepte und mischen ihnen einen eigenen Charakter bei. Das zeichnete sich schon bei LoL ab, das im Prinzip nur eine eigene Version von DotA mit anderem Namen war und ist.

LoL Kluft der Beschwörer
Drei Lanes, ein Wald, zehn Spieler: League of Legends.

Statt Fans mit Neuerungen zu nerven, nach denen niemand gefragt hat, werden beliebte Systeme genommen und einfach so lange poliert, bis man einen Zustand erreicht hat, der ein tolles Spiel abliefert.

Das hat Blizzard schon groß gemacht: Ähnlich ging auch Blizzard schon über die Jahre hinweg vor. Die erfolgreichsten Spiele von Blizzard sind keine vollkommen eigenen Erfindungen, sondern verbessere Versionen von beliebten Spielen.

Das war lange Zeit das Erfolgsrezept des Unternehmens. Lediglich ein Spiel hat es nicht geschafft, groß raus zu kommen: Heroes of the Storm. Und selbst hier hat sich eine starke Fan-Gemeinschaft gebildet.

„Riot vs. Blizzard“ – Ein Kampf um die Spitze?

Könnte Riot die „beste Spieleschmiede“ werden? Riot zeigt sich bereit dazu, zu wachsen und Blizzard anzugreifen. Die Methoden für das Wachstum sind dabei jene, die schon Blizzard groß gemacht hat, wie auch Kollege Maurice Weber von der Gamestar schon deutlich gemacht hat:

Nach den über 20 Jahren im Geschäft zeigt sich Blizzard dabei durch die aktuellen Entwicklungen und die Unzufriedenheit vieler Spieler in einer Position, in der dem Unternehmen leicht der Rang abgelaufen werden kann.

Obwohl Riot noch nicht zu den „big playern“ gehört und EA noch deutlich größer ist, könnte sich Riot hier einen Teil der enttäuschten Fans schnappen, die Blizzard zurücklässt. Hält sich Riot dann an da Erfolgsrezept, könnte es in einigen Jahren an die Spitze steigen.

Fazit: Für mich ist Blizzard der König der Spielemacher – und wird es vermutlich in meinem Herzen immer bleiben. Nachdem das Unternehmen jedoch viele Mitarbeiter verloren hat, unter anderem an Riot selbst, fehlt mir etwas vom alten Charme.

frank pearce header
Mit Frank Pearce verließt ein weiterer Gründer Blizzard.

Riot füllt nun genau den Platz, den Blizzard seit einigen Jahren leer lässt, oder versucht es wenigstens. Dabei ist es für mich persönlich sogar recht egal, welche der beiden Spieleschmieden schlussendlich den „Thron“ besetzt.

Sollte Riot sich tatsächlich zum nächsten „Blizzard“ entwickelt, verspreche ich mir viele tolle Spiele aus dieser Richtung in Zukunft. Sollte Blizzard den Erfolg von Riot als Mahnung sehen, die eigene Essenz wieder stärker in die Spiele einweben,, freue ich mich auf frischen Wind mit bewährten Methoden.

Wie seht ihr die Zukunft von Blizzard und Riot?

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