World of Warcraft: Ex-Lead-Designer lästert über Casual-WoW, freut sich bei League of Legends zu sein

Greg Street, der ehemalige Lead-System-Designer von World of Warcraft, ist jetzt bei League of Legends und lästert ein wenig über die Casualisierung von World of Warcraft.

Greg Street, in den Foren und sozialen Medien als „Ghostcrawler“ bekannt, fungierte lange Zeit als so eine Art Sprachrohr Blizzards gegenüber der Community. Dabei war er in seiner Position vor allem für das Balancing der Klassen zuständig und damit eigentlich immer in einer kontroversen Lage. Dadurch stieg er in seiner Zeit bei World of Warcraft allerdings auch zu einem der bekanntesten Köpfe WoWs auf. Sein Weggang im November 2013 fand einige Beachtung.

World of Warcraft wird so designet, dass es auch Omas erfolgreich spielen können

Jetzt ist Street in einer leitenden Position bei Riot und arbeitet an League of Legends. In der letzten Woche äußerte er sich zu seiner Zeit bei World of Warcraft und bei Blizzard. Dabei redete er viel über Balancing; Entscheidungen, die er und sein Team trafen, und über die Unterschiede zwischen der Arbeit an League of Legends und an World of Warcraft.
Während die meisten seiner Aussage gemäßigt waren und viel Respekt vor der Arbeit Blizzards und der Leute dort erkennen ließen, rutschte ihm doch ein Satz raus, der schärfer formuliert war. Der entscheidende Satz, über den sich einige Fans wunderten, betraf das leidige Thema der „Casualisierung“ von World of Warcraft. Einige Spieler erheben gegenüber WoW den Vorwurf, dass es immer leichter sei und sich an möglichst alle Spieler richte, wodurch es Veteranen und Core-Gamer verprelle.

Dazu sagte Street: „Verschiedene Spiele erfordern verschiedene Herangehensweisen. Lasst mich einfach sagen: Nach 16 Jahren bei Age of Empires und World of Warcraft finde ich es richtig erfrischend an einem Spiel zu arbeiten, bei dem ich mir keine Gedanken darum machen muss, ob es auch die Oma von jemandem spielen kann oder nicht.“

Später schränkte Street diese Aussage ein und erklärte, dass er „Oma“ nicht despektierlich gemeint habe, sondern als Bild für Spieler, die keine „klassischen“ Gamer sind.

Wäre World of Warcraft besser dran, wenn man einige Specs einfach totgelassen hätte?

Auch heute denke er noch häufiger über World of Warcraft und seine Entscheidungen dort nach, so Street. In seine Verantwortung fiel das Balancing. Dass jede Klasse über drei Specs verfüge, habe dem Team immer zu schaffen gemacht. Manchmal sei es so gewesen, dass eine Spec klar das PvE dominierte, eine andere im PvP überlegen war und die letzte schlicht tot. Immer wieder habe man sich bemüht, alle drei Spezialisierungen spielbar zu machen. Dadurch habe man World of Warcraft für 30 Klassen und nicht nur für 10 balancen müssen. „Vielleicht“, so Street, „wäre es besser gewesen, einige Specs tot zu lassen.“

Greg „Ghostcrawler“ Street arbeitet zur Zeit bei Riot als Lead Game Designer für das MOBA League of Legends. LoL gilt mit einer steilen Lernkurve und Unmengen an Informationen als nicht gerade „casual-freundlich.“

Autor(in)
Quelle(n): Reignofgamingmmo-champion
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