Ninja verliert in 3 Jahren 88% seiner Zuschauer auf Twitch: „Hänge irgendwie fest“

Im Jahr 2018 war Tyler „Ninja“ Blevins mit Fortnite der erfolgreichste Streamer auf Twitch. Über das Jahr erreichte der ehrgeizige Shooter-Streamer im Schnitt über 77.000 Zuschauer. Nach einem Exkurs auf Mixer ist Ninja wieder auf Twitch, aber hat viel weniger Zuschauer als zu seiner Hoch-Zeit. In einem Interview sagt er, die Zeiten von früher seien vorbei. Twitch habe sich geändert. Als „reiner Gamer“ könne man auf Twitch nicht mehr so glänzen. Unglücklich ist er aber nicht.

Wie haben sich die Zahlen von Ninja entwickelt?

  • Im Jahr 2018 erreichte Ninja im Schnitt 77.719 Zuschauer. Er war dafür 3013 Stunden auf Sendung – im Schnitt täglich mehr als 8 Stunden, auch an Sonn- und Feiertagen. Als Spitzenwert sahen ihm 617.767 gleichzeitige Zuschauer zu; der Rekord hielt lange an. Zu der Zeit stellte er auch einen Rekord für die meisten Subscriptions auf; auch der Rekord ist mittlerweile gebrochen.
  • In den letzten 6 Monaten im Jahr 2021 erreichte Ninja im Schnitt 9,297 Zuschauer. Er war 606 Stunden auf Sendung – im Schnitt sind das knapp 3,7 Stunden pro Tag. Im Maximum erreichte er 41.003 Zuschauer.
  • Wenn man das durchrechnet hat Ninja etwa 88% seiner durchschnittlichen Zuschauer verloren. Dabei hat Ninja mit 17,04 Millionen Followern noch immer den Kanal auf Twitch, der mit Abstand die meisten Follower hat.
Ninja war mit Fortnite der Star auf Twitch, ist jetzt ein typischer LoL-Streamer

„Niemand bleibt für immer an der Spitze“

Das sagt Ninja zu diesem Absturz: In einem Interview mit der Washington Post sagt Ninja:

„Niemand bleibt für immer an der Spitze, gerade wenn es um Live-Streaming geht, es gibt immer jemanden, der neu und heiß ist. Ich hab keine Absicht mehr, dieser Typ zu sein. Ich weiß, dass ich keine 100.000 Zuschauer mehr auf Twitch ziehen kann. Ich hab nicht mehr die Zeit für sowas. Ich hab eine Frau. Ich hab eine Familie.“

Ninja

Ninja scheint sich manchmal ungerecht beurteilt zu sehen, denn Fans bewerten ihn nur nach der Zuschauerzahl, die für jeden ersichtlich im Stream prangt. Aber heute habe er einen anderen Fokus: Er sei auf Plattformen wie YouTube unterwegs oder richte eine UNO-WM mit Venus Williams aus. Er ist kein reiner Twitch-Streamer mehr wie 2018.

Hat das auch Vorteile? Laut Ninja ist der größte Vorteil, dass er jetzt deutlich freier ist, welches Spiel er zockt, wenn er streamt. Er sagt, er muss nicht mehr zwanghaft Fortnite spielen, das Game das ihn groß gemacht hat. Den Online-Shooter spielt er heute nur noch, wenn er Lust auf ihn hat.

2021 kann er spielen, was er will, das habe keine Auswirkungen auf seine Deals und sei unglaublich entspannend.

Disrespect Ninja Shroud Titel
2018 bestimmten Ninja, DrDisrespect und shroud das Geschehen auf Twitch – 2020 waren dann alle 3 weg.

„Früher, als Streaming noch nicht Mainstream war“ haben alle nur gezockt

Wie unterscheidet sich 2018 von 2021? Ninja sagt, „früher, als Streaming noch nicht Mainstream war“ konnte man nicht viel machen außer streamen. Deshalb haute er auch diese zahllosen Stunden raus, aber das brenne Leute einfach aus. 365 Tage am Stück streamen, ohne mal Events oder rauszugehen – das sei einfach irre.

Obwohl er nur wenige Jahre weg war, regiert heute eine andere Generation von Streamern Twitch. Leute wie Ludwig, Hasan Abi oder xQc spielen nicht nur, sondern interagieren auch ständig mit der Community:

„Diese jungen unglaublichen Creators wie TommyInit, Ludwig, xQc, Hasan – manche von denen sind gar keine Gamer. Ein paar von denen machen einfach „IRL“-Content und explodieren. Es ist großartig.“

Ninja
Among Us Burn xQc Titel freistehend
Ist in die Rolle von Ninja als meistgesehener Twitch-Streamer geschlüpft: xQc.

Für sich selbst sieht Ninja diese Rolle aber nicht:

„Wortwörtlich, das ist der Grund, warum ich ein bisschen feststecke, oder der Grund dafür, dass ich gerade da bin, wo ich bin: Ich liebe Gaming und werde es immer lieben. Ich will kein Reaction-Streamer sein, der 8 Stunden rumsitzt und Videos schaut. Ich mache meinen Stream an und bin sofort im Game. Der Stream geht live, das Intro ist vorbei und ich bin in der Queue für ein Game. Ich spiele. Das ist alles, was ich tun will.“

Ninja

Twitch wird breiter und beschäftigt sich oft mit sich selbst – Ninja passt nicht in diese Zeit

Das steckt dahinter: Ninja beschreibt einen Wandel auf Twitch. Der Content des heute größten Streamers, xQc, dreht sich viel weniger um ein einzelnen Game wie der Inhalt von Ninja früher. Blevins hat damals einfach nur Fortnite gezockt, jeden Tag, immer wieder.

xQc und andere populäre Streamer beschäftigen sich auch mit Gaming, aber nicht nur. Der Fokus ist erweitert, die Streamer besprechen alles Mögliche, was irgendwie als Video im Netz kursieren: Politik, gesellschaftliche Anliegen oder lustige Tier-Videos.

Vor allem besprechen Streamer wie xQc aber auch auf einer Meta-Ebene, was bei Twitch selbst los ist. Sie diskutieren stundenlang, warum Streamerin Valkyrae sich auf einen Deal mit einer Kosmetik-Firma einlässt, die Schutz vor blauem Licht verkauft, oder sprechen darüber, dass Trainwreck mit EA wegen Glücksspiel aneinandergeraten.

Immer wieder gehen sie auf den Chat ein.

Das ist eine Entwicklung, die einige alte Twitch-Fans nicht gut finden, die aber immer populärer wird. Sogar Ludwig, einer der erfolgreichsten “neuen Streamer” warnte neulich davon, dass das mit den “Reaction Streams” langsam zu weit gehe, irgendwann reagiere jeder nur noch, ohne vernünftige Inhalte zu machen, auf die dann reagiert wird.

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Der Erfolg von Ninja war stark mit Fortnite verbunden – vielleicht zu stark.

Ninja zu stark mit einem Spiel, Fortnite, verbunden

Allerdings kann der extreme Abfall der Zuschauer-Zahlen von Ninja auch nicht alleine daran liegen, dass sich Twitch verändert hat. Denn der Streamer shroud erreicht 2021 fast dieselben Zuschauerzahlen wie 2018 – und auch der war länger weg, ist eigentlich ein reiner Gaming-Streamer und passt, nach Ninjas Theorie, nicht mehr in die heutige Zeit.

Ninjas Zuschauer-Schwund liegt sicher auch daran, dass er absolut mit Fortnite verbunden wurde und mit dem Interesse an Fortnite, auch das Interesse an Ninja schwand. Streamer wie shroud haben sich hingegen nie so abhängig von einem Spiel gemacht. Selbst WoW-Dauersuchtie Asmongold ist es gelungen, vom reinen “WoW”-Streamer wegzukommen – Ninja ist das offenbar nie in der Form gelungen.

Ninja jedenfalls hat sich seine Auszeit auf Mixer fürstlich bezahlen lassen und obwohl er über-ehrgeizig ist und der Verlust seiner Relevanz sicher an ihm nagt, scheint er sich mit seiner neuen Rolle abzufinden, dass er nicht mehr am Puls des Twitch-Zeitgeists sitzt.

Im Gegensatz zu Ninja hat es ein anderer Streamer aus 2018 geschafft, sich auf Twitch wieder zu etablieren:

Die 10 erfolgreichsten Gaming-Streamer 2021 auf Twitch – Die Rückkehr des Königs

Quelle(n): washington post
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Wolve In The Wall

Kann mir grundsätzlich schon gut vorstellen, dass er im “Fortnite-Käfig” gefangen ist. Er war einfach zu präsent und zu sehr “das Aushängeschild” dieses Spiels. Dazu kommt, dass die Fans älter werden und ggf. andere Interessen entwickeln, der Fortnite Hype vorbei ist und Ninja auch vorher schon in dem Spiel zunehmend irrelevant wurde.
Trotzdem bleibt er halt immer “der Fortnite-Typ” – das ist ein bisschen wie bei Seriendarstellern, die in der Regel für Außenstehende auch immer in ihrer Rolle hängen bleiben; bspw. Zach Braff wird immer JD sein; Jim Parsons immer Sheldon Cooper usw.

Den ganzen Reaction und Just Chatting Trend finde ich persönlich auch schrecklich und sogar möglicherweise “ungesund” zu alles und jedem die Meinung des Idols einholen/abrufen zu können. Aber es ist wie im Fernsehen: Diese Formate laufen nur, weil es genug gibt, die das sehen/hören möchten und konsumieren.

Motzi

Auch die Zuschauer werden älter. Und mit 11 interessiert man sich halt nicht mehr für die Dinge, die einem mit 8 noch wichtig erschienen. 🙂

Bodicore

Der eine oder andere interessiert sich inzwischen ja auch schon für Mädchen 🙃

Osiris80

Wo kann man Spenden?

Malo

Nun die wenigsten bleiben über Jahre auf der Überholspur wie er damals.

Wenn er auch gedanklich festhängt sollte er vielleicht mal eine richtige Pause vom Streaming und co. In Betracht ziehen, den Kopf freimachen und versuchen auf andere Gedanken zu kommen, eventuell mal in sich horchen was ihm selber denn am Gaming/Streaming gefällt und versuchen dort Fuß zu fassen.

Brohn

Ich wage mal mich aus dem Fenster zu lehnen und zu behaupten, dass der Grund für seine eingebrochenen Zuschauerzahlen nicht die Veränderungen bei Twitch sind, sondern viel mehr der Tatsache geschuldet, dass er als er die Möglichkeit auf einen Batzen Geld hatte, alles auf Twitch zurückgelassen hat und dem Geld nachgerannt ist.

Merke: Es ist immer ein zweischneidiges Schwert, jene Leute zurück zu lassen, die dich dort hingebracht haben, wo du bist (oder in dem Fall “warst”).

Aber das sind nur meine 2 Cent dazu. 😉

Zord

Und trotzdem hat er alles richtig gemacht. Er hat mehr Geld als man vernünftigerweise in seinem Leben ausgeben kann, kann streamen was ER will und nicht was die Community Erwartet und hat deutlich weniger Druck also früher.

Brohn

Wer sich als Streamer von seiner “Community” vorschreiben lässt, was er/sie zu streamen hat, macht von Beginn an schonmal einen fundamentalen Fehler.

Aber auch hier: Nur meine Meinung.

Skyzi

Soll ich jetzt Weinen? Das Geld reicht bis er alt ist, wenn er nicht übertreibt.

Kreylem

Das komplette Gedöns über Streamer ist dermaßen uninteressant…

CandyAndyDE

Du weißt schon, dass du dir mit deinem eigenen Kommentar selber widerspricht, oder? 😉

Skyzi

Für manchen sind das Idole, aber ich finde es ist sehr schwierig und viel zu jung.

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