Destiny 2: Die Hilfe für Bungie ist nach 3 Jahren wohl endlich da

An Destiny 2 arbeiten immer mehr Studios. Das weiß man schon lange – nun beginnt man auch zu erkennen, an was das Gast-Studio „High Moon Studios“ seit 2015 gearbeitet hat: an der Story für Forsaken. Löst das Bungies Recycling-Problem?

Bungie braucht Hilfe: Wir wissen schon seit 2015, dass Bungie nicht den Content-Hunger der Spieler stillen kann: Zwei DLCs und ein größeres Release jedes Jahr – das ist für Bungie zu viel, auch wenn sie angeblich über 700 Mitarbeiter haben. Schon 2016 stöhnte man: „Der Content-Fluss kann so nicht aufrecht erhalten werden“ und sagte die geplanten DLCs ab. Aber zum Glück hat man ja Activision im Rücken und die haben einige ungenutzte Studios rumstehen.

Bungie bekommt Hilfe: Bereits im Mai 2015 hat das Activision-Studio „High Moon Studios“ bekanntgegeben, dass man ab sofort zusammen mit Bungie an Destiny arbeitet. Vorher hatten die Games wie „Transformers“ gemacht.

High-Moon-Partner-Destiny

Hilfe bei Warmind: Seit drei Jahren dachten wir, dass die High Moon Studios an „Warmind“ arbeiten, der Mars-Erweiterung für Destiny 2. Denn es hieß in einem frühen Leak, dass Bungie den Mars-Raid aus Destiny 1 ausgekoppelt und ihn an High Moon Studios abgetreten hat. Aber das hatte sich wohl zwischenzeitlich verschoben. Zwar half tatsächlich ein anderes Studio bei der Mars-Erweiterung, aber das waren „Vicarious Visions“, die für Destiny 2 schon den PC-Port gestemmt hatten.

D2-DLCII_Warmind

Story von Forsaken mit Hilfe der High Moon Studios

Und was macht High Moon Studios? Bislang dachte man, die „High Moon Studios“ arbeiteten als „Hintergrund“-Studio bei Destiny 2 mit, liefern ab und an mal einzelne Teile. Jetzt durch die Vorstellung von „Forsaken“ wird klar, woran die „High Moon Studios“ seit 2015 federführend gewerkelt haben. Denn im „ViDoc“ waren bei der Vorstellung der Story von „Forsaken“ zwei hochrangige Mitarbeiter der High Moon Studios zu sehen:

  • Matt Tieger, Game Director, High Moon Studios
  • Gabe Sheets, Lead Designer, High Moon Studios
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Content durch Gastarbeiter: Die Video-Dokumentation zu Forsaken beginnt mit der Aussage von Project Lead, Scott Taylor: Jetzt habe man die Möglichkeit, die man vor Jahren nicht hatten, mit Leuten außerhalb des Studios zusammenzuarbeiten, um die beste Version von Destiny zu finden. Das ist ein Code für: „Endlich haben wir die Hilfe, die wir schon bei Destiny 1 gebraucht hätten.“ Es scheint also klar: High Moon Studios werkelt da kräftig an der Story von Forsaken mit und entlastet Bungie.

Destiny 2 Forsaken 29

Aufgabenteilung und Outsourcing

Outsourcing nach China üblich: Das „Auslagern“ von zeitintensiven Aufgaben bei Gaming-Studios ist in der Industrie üblich. So ist es besonders aufwendig, „Assets“ herzustellen, also einzelne grafische Elemente. Wenn man das alles im eigenen Studio und Land macht, wird das oft zu teuer. Daher nutzt man hier „Outsourcing“ – oft kommen diese Assets aus China. Dort ist Arbeitskraft günstig. Ohne die Hilfe von chinesischen Entwicklern hätte das eher kleine niederländische Studio „Guerilla Games“ nie die Open-World von Horizon Zero Dawn stemmen können. (via TheOutline).

Riesen-Publisher machen es hausintern: Aber auch mit eigenen „hausinternen Studios“ arbeiten große Publisher gerne. Vor allem Ubisoft ist für diese Politik bekannt. So stammen die DLCs für „The Division“ von Neben-Studios, an The Division 2 sollen gar über 1000 Mitarbeiter in 6 Studios arbeiten. Bungie hat jetzt zumindest mit Vicarious Visions und den High Moon Studios zwei Helfer – aber auch hier könnten noch mehr dazukommen.

Destiny-2-Super

Löst das Bungies Recylcing-Problem?

Spieler witzeln schon: Hilfe ist wohl nötig. Bungie hat sich bei Destiny den Ruf eingehandelt, viel alten Content zu recyclen. Das könnte an genau diesen Problemen liegen: an einem Mangel von Ressourcen für Assets. Die Updates und Stories bei Destiny 1 nutzten häufig „alte“ Orte und Gegner-Typen, die schon im Spiel waren. Das Live-Team verpackte diese Inhalte dann neu, recycelte etwa die Raids oder das Gefängnis der Alten. Es fehlten wohl die Mitarbeiter, um „wirklich neue Spielinhalte“ zu entwickeln.

Auch bei Destiny wird wiederverwertet: Auch bei Destiny 2 gab es die Recycling-Kritik schon, nachdem Strikes nur die wiederverwerteten Kampagnen-Stories darstellten. Mit den neuen Gast-Studios und noch mehr Ressourcen könnte es Bungie gelingen, dieses Problem bei Destiny 2 einzudämmen.

Destiny 2 Forsaken Bow 5

So will Destiny 2 den „robusten und stetigen Content-Fluss“ schaffen

Neuer Annual Pass: Nach 4 Jahren sollen bei Destiny 2 2019 nun das erste Mal in einem „Nicht-Release-Jahr“ das ganze Jahr über Spielinhalte erscheinen. Der Annual Pass soll drei geplante Updates umfassen, die „Premium-Inhalte“ enthalten sollen.  Es würde nicht wundern, wenn man hier häufiger die Namen anderer Studios hört. Das ist wohl die klare Strategie von Activision, um einen „konstanten und robusten Content-Fluss aufrecht zu erhalten.“ Den hatte Activision den Spielern im Vorfeld von Destiny 2 versprochen.

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