Beim MMO-Shooter Destiny hat man das ganze Loot-System umgeschmissen. Das ist jetzt frustfreier, aber bleibt es so?
Irgendwie ist es wieder typisch. Über Wochen gibt es Livestreams, jede noch so kleine Kleinigkeit wird einem vorgekauft mit 5 Bildern belegt, in Zeitlupe erklärt und mit Handpüppchen von Seattler-Holzfällern nachgespielt, aber die eigentlich wichtigste Änderung im April-Update hat man uns gar nicht verklickert.
Ja, gut, zugegeben. Sie haben wieder gesagt: „Es führen mehr Wege auf 335“ und „Destiny soll eine noch lohnendere Erfahrung werden“, aber das ist so, wie wenn der Zahnarzt sagt: „Es tut auch gar nicht weh.“ Das glaubt man ihm vielleicht das erste Mal, aber beim zweiten Mal zuckt man schon zusammen, wenn der Mistkerl nur nach seinen Folterwerkzeugen greift.

Destiny hat das größte Frustpotential zerschlagen
Aber tatsächlich hat Bungie mit dem Patch das größte Frustpotential gelöst, das Destiny seit Beginn an heimsucht.
Bisher war es so, dass man zweimal Glück brauchte: Einmal musste ein Item droppen, das man haben wollte, und dann noch mit einem so hohen Lichtlevel, dass man was damit anfangen kann. Eine Verbesserung zu finden wurde umso schwerer, je höher man selbst im Lichtlevel war. Sonst hieß es nach einem Abend auf der Hatz nach neuer Ausrüstung: „Außer Spesen nichts gewesen.“

Wenn man im Raid unterwegs war und etwa noch auf eine Brust hoffte, konnte die zwischen Licht 310 und Licht 320 fallen. Und es war völlig egal, welches Licht-Level man selbst hatte. Ging man in den Hardmode des Raids, trug eine Brust mit 300 Licht und fand dann eine neue, konnte man den Hauptgewinn ziehen und eine 320er mitnehmen – im schlimmsten Fall war es eine 310er. Auch ein schönes Upgrade. Hatte man aber schon eine 318er Brust an, musste man nicht nur darauf hoffen, dass eine Brust fällt, sondern auch noch eine mit 319 oder 320.
Kein Forever 319 mehr
Dadurch wurden die letzten Punkte zu einer Qual. Man konnte x-mal eingehen und kam keinen Millimeter voran. Klagegesänge darüber finden sich schon in Vanilla. Was damals „Forever 29“ hieß, kannte man die letzten Monate als „Forever 319“.
Licht-abhängiges Loot-System
Mit dem jetzigen „Licht-abhängigen“-System hat man das geändert. Wie zahlreiche Hüter berichten, droppen Items jetzt abhängig vom eigenen Licht-Level, und zwar „einige Punkte höher,“ sofern die Aktivität das hergibt. Das eigene Licht-Level dient sozusagen als Basis, neue Items orientieren sich daran, sind ein paar Stufen stärker.
Dadurch bleiben zwar „Hauptgewinne“ aus, aber man kann regelmäßig Verbesserungen abstauben. Und sich so „mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“ nach oben buddeln.

Vorsicht! Das gab’s schon mal
Doch Vorsicht. Ein bisschen erinnert diese plötzliche Einsicht von Bungie an die Zeit vor einem Jahr. Da erschien schon einmal „Gefängnis der Alten“ und mit ihm das Aufwert-System von Waffen. Damals erfüllte Bungie den Wunsch der Spieler: Die konnten alte Waffen auf den neuen Höchstwert bringen.
Am Anfang sorgte das für Euphorie „Ich kann endlich meine Schicksalsbringer wieder spielen“, schnell stellte sich das aber als Motivationskiller heraus. Was soll ich jetzt noch machen, wenn ich schon die besten Waffen hab? Deshalb beendete man das Experiment mit den „aufwertbaren Waffen“ schon nach diesem Patch-Zyklus und begrub die Idee samt dem ätherischen Licht.

Auch der neue Pfad auf 335 Licht, der garantiert ans Ziel führt, könnte langfristig so einen “Wofür mach ich das eigentlich, ich hab doch schon alles”-Effekt erzeugen, wenn Spieler „planbar“ stärker werden und dann am Ende der Lootspirale ankommen, der nächste Patch aber noch lange auf sich warten lässt.
Es könnte sein, dass das neue Licht-System jetzt ein Geschenk ist, eine „Erleichterung“, die schon mit der nächsten Erweiterung im September wieder der Vergangenheit angehört.
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