Destiny 2: Spieler meckern seit 12 Jahren über Community Manager, schimpfen nun, dass keiner mehr da ist

Destiny 2: Spieler meckern seit 12 Jahren über Community Manager, schimpfen nun, dass keiner mehr da ist

Die Shooter-Reihe Destiny hatte 12 Jahre lang immer einen präsenten Community-Manager, mit dem die Spieler über Twitter sprechen konnten. Früher war es DeeJ, die letzten Jahre übernahm Dylan „dmg04“ Gaffner den Job bei Destiny 2. Doch dmg04 bekam Morddrohungen über Twitter ab und gab seinen Job im Dezember 2022 auf. Jetzt ist keiner mehr da und das ist den Spielern auch nicht recht.

Das waren die bekannten Community-Manager bei Bungie:

Von 2011 bis 2020 war David „Deej“ Dague das Aushängeschild und der Frontmann von Bungie. Er hatte einen trockenen Humor, war kein typischer Shooter-Spieler und an 2 legendären Momenten bei Destiny beteiligt, bei denen er nicht gut rüberkam.

Obwohl DeeJ 10 Jahr lang verbindlich wirkte und so, als nähme er die Belastungen des Jobs locker hin, klang er zum Ende seiner Zeit bei Bungie schon ziemlich bitter. Er sagte: Wir hören auf Spieler, aber wir lassen uns nicht reiten wie Ponys.

Ihn unterstützte lange Zeit Cozmo. Er hatte vorher das reddit zu Destiny geleitet, wirkte aber, seit er bei Bungie arbeitete, immer eher wie der Azubi von DeeJ und hielt sich eher bedeckt. Mittlerweile ist Cozmo „Global Community Lead“ bei Bungie.

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Eine Legende: DeeJ.

Der eigentliche Nachfolger von Deej als Frontmann des Spiels wurde 2020 Dylan Gafner. Auch er wirkte immer erreichbar, war jemand, der das Spiel wirklich kannte.

Die Community setzte ihm aber mit persönlichen Angriffen derart zu, dass er sich mentale Hilfe suchen musste. Einige wütende Spieler äußerten sogar Morddrohungen gegen ihn und seine Familie. Das war wohl zu viel.

Immer wieder forderte er die Spieler auf, doch vernünftig zu sein und Grenzen zu respektieren. Er warnte die Spieler davor, dass bald keiner mehr mit ihnen sprechen werde, wenn sie sich weiter so toxisch verhielten.

Letztlich hörte er im Dezember 2022 mit seinem Job auf. Er nannte keine genauen Gründe, hatte auch keinen neuen Job, zu dem er wechseln würde, wie DeeJ vorher.

Bungie stellte zwar Liana “Hippy” Ruppert als Community Manager & Co-Lead of Accessibility vor. Doch auch wenn sie in einigen Fällen mit den Spielern interagiert, ist sie wesentlich leiser als ihre Vorgänger und erfüllt meist andere Aufgaben, wie das Schreiben des wöchentlichen Destiny-Blogs “This Week in Destiny”.

Schuldbewusst sahen einige Spieler von Destiny 2 damals ein: Der Abgang von dmg04 war wohl die Schuld der Community. Einige haben ihn offenbar mit ihren persönlichen Drohungen zum Aufgeben gebracht (via reddit). Obwohl er, wie man sich einig war, eigentlich ein richtig guter Mensch war und ideal für den Job.

Spieler von Destiny suchen permanent wen, auf den sie persönlich eindreschen können

Was war das Problem von jedem Community-Manager? Seit es Destiny gibt, ist es ein Hobby der Spieler, den Community-Manager oder Entwickler, die sich persönlich äußerlich, anzumeckern, wie furchtbar Destiny grade ist, was für schlimmer Fehler das Spiel ruinieren und dass die Entwickler keine Ahnung haben und ohnehin faul seien.

Einzelne Entwickler wurden zu Sündenböcken für die Entwicklung des ganzen Spiels gemacht: Luke Smith wurde zu einer regelrechten Hassfigur, weil er anhand eines einzigen Zitats (“Geld gegen den Monitor werfen”) als geldgieriger Manager identifiziert wurde, während er eigentlich ein Gaming-Nerd ist, der für die besten Momente von Destiny zuständig war.

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Er ist grundsätzlich schuld, an allem. Luke Smith.

Zuletzt traf es den Entwickler Kevin Yanes: Er bekam für eine ironische Äußerung zum Titanen einen Shitstorm ab. Destiny-Spieler verstehen absolut keinen Spaß, wenn es um ihre Lieblings-Klasse geht, da ist alles sofort todernst.

Der Standard-Sündenbock bei Destiny waren jedoch immer die Community-Manager: Die Spieler regen sich oft mit gutem Grund, manchmal aber auch grundlos über Bungie auf und die Community-Manager bekommen das voll ab. Ihnen wird vorgeworfen, keine Ahnung vom Spiel zu haben, nur in leeren Phrasen zu antworten, allgemein nutzlos zu sein.

Bei Bungie ersetzt ein anonymer Twitter-Account den persönlichen Community-Manager

Wie ist es bei Bungie jetzt? Nach dem Weggang von dmg04 hat Bungie keinen präsenten Community Manager mehr, wie es 12 Jahre lang der Fall war, sondern einen allgemeinen Twitter-Account eröffnet, um mit den Spielern zu kommunizieren.

Über „Destiny 2 Teams“ gibt man jetzt gesichtslos und unpersönlich das raus, was früher der Community-Manager persönlich machte. Das Gute: Wenn man niemanden hinstellt, wird auch keiner mit Tomaten beworfen oder bedroht.

Deutlich weniger angreifbar:

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Klappt das? Nein, auf Reddit gibt es nun einen Thread mit über 3.6k Upvotes und rund 700 Kommentaren.

Der Kern. Das mit dem Twitter-Account sei ja ganz nett, aber jetzt fühle es sich so an, als gäbe es gar keine Beziehung mehr von Destiny 2 zur Community. Zwar sei der Account erfolgreich darin, den Hass gegen Einzelpersonen einzuschränken, aber so würde man ja gar keine feste Bindung haben.

Es fehle jetzt, die Kommunikation von Mensch zu Mensch.

Tja, irgendwie hat sich die Community das selbst eingebrockt, nachdem einzelne Leute auf jeden Entwickler los sind, der sein Gesicht zeigte.

Wer persönlich mit toxischen Destiny-Spielern sprach, bereute es in vielen Fällen.

Jetzt hat nach 12 Jahren offenbar keiner mehr Lust, die Nachfolge als Dauer-Blitzableiter einzunehmen, die DeeJ und dmg04 über 12 Jahre lang spielten.

Destiny 2: Titanen beleidigen Entwickler, drohen mit dem Tod – Jetzt hat er seinen Auftritt

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sheeesh.gg

Also ich kritisiere Bungie gerne mal schärfer. Aber Morddrohungen etc haben absolut nix mit Kritik zu tun! Schade ist, dass diese widerwärtigen Feiglinge jetzt einen Zustand erreicht haben, den sie so gerne wollten: Keine richtige Kommunikation mehr zwischen den Spielern und Bungie. Die Entwickler haben vieles falsch gemacht, aber diese „neue Normalität“ von Drohungen jeglicher Art wird weder in der Gaming Welt noch in der Realität zu einer Lösung führen.

Nexus1611

Ich will jetzt hier niemanden an den Pranger stellen. Aber es liegt auch zum (großen??) Teil an der PVP-Community von D2. Ich finde eh bei Spielen mit großem oder etwa fokussierten PVP-Inhalten die Community extrem… “schwierig”. Sowohl im Umgang untereinander als auch mit den Entwicklern.
Bei Warframe (was ich nebenher auch seit vielen Jahren spiele) gibt es zwar auch immer mal wieder Aufreger. Aber da herrscht sonst kaum Spannung. Vor allem auch innerhalb der Community wird viel geholfen und unterstützt.
Bei Destiny 2 kommt bei mir zumindest kein Zusammengehörigkeitsgefühl auf beim spielen. Jeder ist sich selbst der nächste. Das ICH zählt und sonst garnix. Weil eben der kompetitive Aspekt so sehr im Vordergrund steht. Wäre das Spiel rein PVE wären vielleicht die Spielerzahlen nicht so hoch, aber die Community wäre wohl etwas entspannter.

Jeder mag das aber gerne anders sehen. Und ich entschuldige damit nicht die Fehler und Probleme, die das Spiel eindeutig seit Jahren hat. Aber der Umgang damit ist unterste Schublade. Von beiden Seiten.

Chris

Naja… aktuell gehen sie ja auf gar nichts mehr ein. Egal ob Kritik berechtigt ist oder nicht. Ich hab auch viel Schmutz von Leuten aus der Community gesehen und auch teilweise selber abbekommen. Morddrohungen etc. sind trauriger Weise da schon normalität. Gewöhnen wird man sich da aber nie zu 100% dran und verstehen kann man es auch, dass man sich dann aus der direkten Kommunikation mit der Com zurück zieht.

ABER in ner Situation wie jetzt selbst indirekte Kommunikation über TWID und Co. einzustellen, den Kopf in den Sand zu stecken und der Com zu vermitteln man lege keinen Wert mehr auf das Spiel oder all die netten Spieler, die laut Bungies Aussage ja immernoch in großen Zahlen vorhanden sind….. ziemlich mieser Move.
Selbst wenn jetzt mal irgendwann irgendwie irgendwas Adressiert wird.. ein Schlag ins Gesicht der Com ist das alle Male.

Zudem muss man auch anmerken, dass seit dem Einstellen der Kommunikation auch die Qualität sehr bergab gegangen ist. Man vermittelt einem halt so, dass man die unschöne Situation mit einzelnen aus der Com als Grund vorschiebt um schlechte Quali abzuliefern und dann schön die Ohren zuzuhalten wenn Kritik kommt.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Jahr von Chris
Monfyre

Vor allem wird hier im Titel und Text dazu sehr mit dem Begriff “Spieler” verallgemeinert.
Ich denke sogar, dass die “Spieler”, die damals die Drohungen geschrieben haben, sogar ziemlich zufrieden sind, da sie das erreicht haben, was sie wollten.
Solange die Kommunikation seitens Bungie still steht, hat Bungie gezeigt, dass sie verloren haben – zumindest das Vertrauen der Spieler, die gerne Veränderungen im Spiel hätten.

Vor kurzem die Aktion auf Twitter mit der Frage, was denn nun aus Sicht der Spieler alles für mehr Spielspaß sorgen soll, zeigt dass sie etwas ahnungslos agieren oder dies nur als Alibi nutzen, da die Spielerzahl wieder sinkt.

Damals hatte der Tod von Cayde-6 wieder für steigende Zahlen gesorgt. Das können sie desmal nicht wieder bringen (oder haben es durch den Teaser nicht gut genutzt).

Zuletzt bearbeitet vor 1 Jahr von Monfyre
Monfyre

Wenn man die Verbindung zu seinen Kunden verliert, sieht es in der Regel nicht gut für das Produkt aus.
Das sehe ich unabhängig, ob jemand dort gerne den Job macht oder nicht.
Und die Situation wird dadurch nicht besser, dass man es ignoriert.

Gab es da vor kurzem nicht eine Neubesetzung in dem Bereich, die geprüft hat, ob die ganzen schlechten Reviews auf Steam ein Review-Bombing wären?

Hab bei WoW damals auch genug Mist in den Foren gesehen – vor allem als ein Community Manager (?) vorschlug, dort Echtnamen einzuführen, damit sich niemand hinter Kürzeln verstecken kann.

Edit: gerade zur Neubesetzung als Community Manager nachgeschaut: Liana Ruppert

Zuletzt bearbeitet vor 1 Jahr von Monfyre

Was soll man dazu noch sagen.. vollidioten gibt es in jeder Gesinnung sei es ein Spiel, eine Religion oder politische Ansichten

In meinen Augen ist Bungies größer Segen auch ihr größter Fluch
Sich eine Community aufbauen mit den richtigen Basics, die von Anfang an gefesselt haben, einen Ort an dem man sich mit seinen Leuten (damals schon Freunde oder neu gewonnene) treffen konnte und miteinander Spaß hatte

Leider wurde es aber oftmals schlechter als besser, fragwürdige Entscheidungen wurden getroffen, die Geldgier stieg während die Erbrachte Leistung an der Community stetig gesunken ist

Ich glaub ich bin nicht der einzige der über die Jahre immer mehr schrumpfende “Online Freundeslisten” beobachten musste und auch selbst immer mehr merkte, gewisse Richtungswechsel oder Entscheidungen einfach nichtmehr mit tragen zu wollen
Und das liegt nicht zwingend daran dass wir alle älter werden, erwachsener werden und dass Gaming einfach keinen Platz mehr hat sondern es liegt doch zu sehr großen Teilen am Spiel selbst

Alles in allem lese und höre ich aber auch immer wieder das Leute nach wie vor den Spaß ihres Lebens in dem Spiel haben und das sei auch wirklich jedem vergönnt
Aber nüchtern betrachtet hat zwar die Community so einige Leute aus Bungie oder zumindest aus ihren Positionen vertrieben, aber nicht gänzlich unbegründet und über die Zeit haben viele viele vernünftige Leute dem Spiel den Rücken gekehrt und über blieb viel Gift und Wut weil man doch noch tief drinnen glaubt, “irgendwann müssen sie doch sehen dass das nicht gut ist”

All dies und auch die emotionale Bindung die viele ganz sicherlich haben mit dem Spiel (positiv wie negativ) rechtfertigt natürlich in keinster weise irgendwelche Drohungen weder gegen einen selbst und schon garnicht gegen die Familie
Das zeigt einfach nur wieviel Abschaum wir in unserer Gesellschaft kleben haben wie bereits anfangs erwähnt, in jeder Gesinnungsrichtung

Fly

Da ist die Community, beziehungsweise eine wenige Honks davon, eben auch selbst schuld. Ich werd auch nie verstehen, wie mich ein Spiel so dermaßen aufregen kann, dass ich es für eine gute Idee halte, irgendjemanden so dermaßen persönlich anzugehen oder da irgendwelche Drohungen vom Stapel zu lassen. Dass da keine Reflektion stattfindet, ob das jetzt grad eine angemessene Reaktion ist oder nicht..
Das ist ja nicht wie wenn einem im Streit eine Beleidigung oder irgendwas rausrutscht. Da passt mir irgendwas an Medium XY nicht, also nehm ich erstmal mein Handy/Laptop/etc. und tippe da wüsteste Beleidigungen an einen anderen Menschen (der meist mit besagter Unzufriedenheit nicht mal was zu tun hat) und wenn ich schonmal dabei bin, bezieh ich seine Familie auch gleich mit ein. Dass da in dem ganzen Vorgang das Hirn nicht mal sagt “Chef, das lassen wir mal lieber bleiben.”

Snake

Dein letzter Abschnitt lässt mich an den sketch von Otto denken mit den Organen die miteinander kommunizieren ^^ nur das am Ende das Kleinhirn nicht rechtzeitig sich einschaltet 🙂

Walez

„Achtung, fertig machen zum Händeschütteln und Schulterklopfen
Großhirn an Zunge, 2 Bier bestellen“

Kult 😂

Snake

Aber sowas von Kult xD

Nexus1611

“Milz an Großhirn: Was isn da oben los bei euch ich grad ja garnix mit!”

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