Bei Destiny 2 gehört’s mittlerweile zum Hobby, sich drüber aufzuregen

Bungie will aus Destiny 2 gerne ein Hobby machen. Dabei ist es das schon längst, glaubt unser Autor Schuhmann. Wichtiger Teil des Hobbys: Sich über Destiny 2 aufregen.

Bungie will seit 3 Jahren aus Destiny ein Hobby machen: Bungie wusste lange nicht, wo man mit Destiny eigentlich hin will. Ende 2015, es muss so im Dezember gewesen sein, hatte man plötzlich einen Geistesblitz: Destiny soll ein Hobby werden. Ein Life-Style-Game, nannte man das bei Bungie. Da brachte man Sparrow-Racing und kündigte glanzvolle Zeiten an. In einer Video-Dokumentation sagte man das immer und immer wieder: Lebendige Welt, Live-Game, Hobby.

Was meint Bungie, wenn sie „Hobby“ sagen?

Was meint Bungie damit? „Hobby“ ist bei Bungie ein Code für „Leute verbringen ganz viel Zeit in dem Spiel.“ Die Idee dahinter ist ungefähr so – Spieler sollen:

  • Nebenaktivitäten nachgehen können – wie eben dem Sparrow-Racing, vielleicht später auch Housing oder Weltraumwettrennen
  • Die Leute sollen viel Zeit im Spiel damit verbringen, an ihrer Ausrüstung zu arbeiten und ihre Hüter bis ins Kleinste auszutarieren (T12)
  • Die Spieler sollen Zeit mit „Fashion“ verbringen, sich Gedanken machen, wie das alles ausschaut, vielleicht noch im Cash-Shop einkaufen gehen und auf keinen Fall wie ein Dorfdepp mit einer Prinz-Eisenherz-Frisur rumrennen

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  • Die Hüter sollen Triumphe jagen, besondere Achievements, jeden Aspekt des Spiels ausprobieren
  • Vorzugsweise sollen sie auch noch PvP machen
  • Die ganzen wöchentlichen und monatlichen Events und Rituale wollen ausgeschöpft und ausgekostet werden: Xur, Meilensteine, Raid-Lockouts und die Prüfungen
  • Und die Spieler sollen sich auch sonst intensiv mit dem Spiel beschäftigen, selbst, wenn sie nicht eingeloggt sind – in Foren diskutieren, mit der App rumspielen, Videos auf YouTube oder Twitch-Streams anschauen

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Aber irgendwie nicht: Der gute Vorsatz hielt maximal 6 Wochen. Dann schaute man sich bei Bungie kurz um und merkte: „Unsere Vorratskammern sind ja leer. Wir haben gar keinen Content mehr für 2016 vorbereitet und Destiny 2 soll ja auch schon in 9 Monaten kommen!“ Nur kurz nach der Ankündigung „Wir machen aus Destiny ein Hobby“ hatte man diese Idee mit dem „Hobby“ ziemlich verdrängt und versuchte nur noch irgendwie über die Runden zu kommen. Destiny 2 sollte es richten.

Destiny 1 war noch Hobby: Auch wenn man die Idee kaum weiterentwickelte, funktionierte Destiny 1 in den „lahmen“ Jahren als Hobby noch ganz gut. Auch wenn 2016 fast nichts passiert ist, hat Destiny viel „Silber“ verkauft, die Cashshop-Währung des Spiels. So lag Destiny 2016 bei den digitalen Einnahmen nur relativ knapp hinter dem neuen Spiel, The Division. Und die hatten 2016 ihr Launch-Jahr.

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Destiny 2 – Das Anti-Hobby

Destiny 2 kein Hobby: Jedoch entwickelte Bungie ein Destiny 2, das auf Gelegenheitsspieler ausgerichtet war und möglichst zugänglich für alle sein wollte. Es waren überhaupt keine „Hobby“-Elemente mehr zu erkennen. Fast alles, was vorher unter „Hobby“ fiel, dem man sich 2 Jahre früher noch verschrieben hatte, war bei Destiny 2 weg.

Destiny 2 muss wieder ein Hobby werden: Als das dann von Fans mit wütenden Protesten quittiert wurde, erkannte man im November 2017: Destiny 2 muss viel mehr ein Hobby werden. Alle Änderungen und die gefühlt 24 neuen Roadmaps seitdem sagen: „Wir werden wieder ein Hobby.“

Destiny 2 – ein Hobby ist geblieben: Bei Destiny 2 sieht’s mit allen „Hobby“-Elementen aktuell ziemlich düster aus. Aber eine Sache gilt nach wie vor. Auch wenn Seiten wie „Planet Destiny“ tot sind und sich viele YouTuber vom Spiel zurückgezogen haben, ist die Community der Destiny-Spieler weiter aktiv. Ja, es scheint sogar, aktiver als je zuvor. Denn längst ist es Teil des Hobbys geworden, sich furchtbar über Bungie und seine Ideen aufzuregen.

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Ein Verhältnis wie zu seinem Fußballverein: Unser Autor Robert A. etwa (Name von der Redaktion nicht geändert) pflegt mittlerweile eine Hassliebe zu Destiny wie ein traumatisierter HSV-Fan zu seinem Club:

  • Immer wieder betont er, dass ihm das jetzt eigentlich alles total egal und er tieftraurig über Destiny ist
  • Gleichzeitig verfolgt er aber jede Ankündigung, kommentiert sie ausführlich und ist voll im Thema drin
  • Er diskutiert leidenschaftlich, hat zu allem eine Meinung und eine genaue Idee, wie das alles viel besser sein sollte
  • auch wenn er längst vollständig und für immer mit Destiny 2 abgeschlossen hat und die nie wieder einen Cent von ihm sehen
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Und er ist nicht der einzige: Sogar Leute in unserer Redaktion, die formell nichts mit Destiny zu tun haben, meckern darüber, dass etwa „Destiny 2 keinen einzigen schönen Hunter-Cloak mehr hat und es deshalb absolut unspielbar ist.“

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Destiny 2 – Ist das noch Hobby oder schon eine Selbsthilfe-Gruppe?

Wie ein traumatisierter Fußball-Fan: So wie ein Fan seinen Club liebt, aber sich im Alltag über jeden Fehler der Spieler, jede falsche Personalentscheidung und jede Einwechslung des Trainers furchtbar echauffieren kann, so geht es vielen Destiny-Fans. Das zeigen hunderte Kommentare auf Mein MMO zu jedem Artikel, der Destiny behandelt. Die Sog-Wirkung von Destiny ist nach wie vor groß. Das Band zwischen Spielern und Spiel lässt sich nicht so leicht durchtrennen, auch wenn das viele immer wieder beteuern.

Destiny 2 und das Hobby: Destiny 2 ist also auch aktuell für viele immer noch ein Hobby, aber nicht das Hobby, das sich Bungie vorgestellt hat. Vielleicht klappt das aber noch. Schon gehört? „Forsaken“ soll wieder viele neue Hobby-Elemente einführen. Denn Destiny 2 muss wieder ein Hobby werden, sagt Bungie.

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