Eine der beliebtesten Destiny-Seiten vor dem Aus – Ist Destiny 2 Schuld?

Eine der wichtigsten englisch-sprachigen Anlaufstellen für die Destiny-Spielereihe, PlanetDestiny, stellte vor Kurzem faktisch ihren Betrieb ein. Erzürnte Fans und Community-Mitglieder geben Bungie und Destiny 2 die Schuld für das Sterben der Seite. Doch sind tatsächlich das Studio und der aktuelle Destiny-Ableger für das Ende von PlanetDestiny verantwortlich?

Die Destiny-Community verliert eine ihrer wichtigsten Anlaufstellen: Die populäre Seite PlanetDestiny fährt den Betrieb fast komplett runter. Der beliebte Podcast und der hauseigene YouTube-Kanal wurden eingestellt – laut den Verantwortlichen aber nur temporär.

Doch die Seite hat bereits seit Ende 2017 kaum nennenswerte Aktivitäten zu verzeichnen. Viele Fans und Community-Mitglieder geben Bungie und Destiny 2 die Schuld für das offensichtliche Ende der Seite.

Ist Destiny 2 tatsächlich für den Untergang von PlanetDestiny verantwortlich?Destiny 2 3 guardians

PlanetDestiny – eine Community-Ikone

PlanetDestiny wurde im Jahr 2013 gegründet und stieg mit wachsender Beliebtheit von Destiny 1 zu einer der populärsten Anlaufstellen für die große Destiny-Community auf. Viele Spieler statteten der Seite Woche für Woche oder auch täglich einen Besuch ab, um zu sehen, was Xur dabei hatte, was die neue Woche nach dem Weekly Reset brachte oder was es sonst für interessante Neuigkeiten rund um die Destiny-Reihe gab.

Die Seite hatte sich zum Ziel gesetzt, als zentrale Anlaufstelle für die Fans Spiel-Reihe zu fungieren und jedes Interesse der Spieler zu bedienen. Jeder, der eine Frage zu Destiny hatte, sollte hier eine Antwort finden.

Besonders berühmt wurde PlanetDestiny für ihre tiefgreifenden Analysen, ihre Waffen- und Ausrüstungs-Reviews und für die umfangreichen Guides zu den verschiedensten Bereichen der Destiny-Spiele.

Aber auch mit einer umfassenden Datenbank aller Destiny-Items und einem beliebten Forum konnte die Seite auftrumpfen.

Planet Destiny betrieb außerdem einen eigenen YouTube-Kanal und einen Podcast, der sich bei Destiny-Fans großer Beliebtheit erfreute, da dort regelmäßig Größen aus den Reihen der Community zu Gast waren.destiny-trio

PlanetDestiny seit März 2018 faktisch tot

Auffällig ist, dass die Aktivität der Seite im Verlauf des Jahres 2017 – also noch zu Zeiten von Destiny 1 – kontinuierlich zurückgegangen ist. Zwar erlebte sie mit dem Release von Destiny 2 ein kurzes Zwischenhoch, doch bereits seit dem 4. Quartal des vergangenen Jahres wurde die Arbeit auf der Seite stark zurückgefahren.

Immer weniger Guides und Analysen wurden dort veröffentlicht. Seit November 2017 gab es kaum noch nennenswerte Aktivitäten auf der Seite. Lediglich der YouTube-Kanal versorgte interessierte Hüter noch bis zum 13. März mit regelmäßigen Informationen zu Destiny 2. Auch die Podcasts wurden noch regelmäßig bis zum 5. März 2018 fortgeführt.

Als Fans sich einige Zeit später auf Twitter nach dem Verbleib der nächsten Podcast-Episode erkundigten, gab PlanetDestiny am 19. März 2018 in einem Tweet bekannt, dass der Podcast und der Betrieb des YouTube-Kanals bis auf Weiteres ausgesetzt werden.

Damit steht PlanetDestiny nun im Prinzip vor dem Aus. Zwar versuchte der verantwortliche Redakteur Ryan per Twitter, die Situation etwas zu beschwichtigen.

Dort wandte er sich an besorgte Fans und erklärte, dass der Kanal nicht komplett geschlossen wird, sondern lediglich für eine Weile nicht mehr mit Nachschub versorgt wird. Auch unter einem YouTube-Video eines ehemaligen Content Creators für PlanetDestiny, welches sich mit der aktuellen Situation der Seite auseinandersetzt, merkte Ryan an, dass der Kanal momentan zwar einen Stop einlegt, jedoch nicht permanent geschlossen wird.

Doch zahlreiche Fans halten diesen Schritt von PlanetDestiny auch für ihren letzten. Selbst das früher so beliebte Forum hat kaum noch nennenswerte Aktivitäten vorzuweisen. Der Großteil der Fan-Gemeinschaft geht fest davon aus, dass die einstige Community-Ikone PlanetDestiny nun ihre letzten Atemzüge macht.

Was hat zu dieser Entwicklung bei PlanetDestiny geführt?

Zwar gab es keine offiziellen Aussagen zu den Gründen für den Stop des Podcasts und des YouTube-Kanals, doch eine Menge erzürnter Fans beschuldigen Bungie und Destiny 2, für den faktischen Tod von PlanetDestiny verantwortlich zu sein. Der zweite Destiny-Ableger sei einfach so schlecht und simpel gestrickt, dass es kaum etwas gibt, was man ausgiebig analysieren oder worüber man wirklich tiefgründig berichten könnte.destiny-hüter-merkur

In Teilen mag dieser Tenor zutreffend sein, doch war das tatsächlich der ausschlaggebende Grund für die aktuelle Situation der Seite?

Den Aussagen eines ehemaligen Content Creators für PlanetDestiny – dem YouTuber TheBlackLink – zufolge wurde die Entscheidung für die Schließung des Podcast und des YouTube-Kanals von oben und über die Köpfe des eigentlichen Teams hinweg gefällt. Seinen Worten nach war keiner der Seiten-Mitarbeiter von PlanetDestiny oder der Podcast-Crew an diesem Entschluss beteiligt – für sie war es ein genauso großer Schock wie für die Fans.

Für ein solches Vorgehen, bei dem das gesamte Personal im Rahmen einer so gewichtigen Entscheidung übergangen wird, kann es im Prinzip nur wenige triftige Gründe geben. Allen voran liegt hier der finanzielle Aspekt auf der Hand.

Nahm PlanetDestiny nicht mehr genug Geld ein?

Bei PlanetDestiny handelt es sich zwar um eine eigenständige Seite, doch den Worten eines ehemaligen Mitarbeiters zufolge untersteht sie einem in Europa angesiedelten Dach-Unternehmen. Betrachtet man die Entwicklung der Seite im Verlauf des letzten Jahres, so erscheint es schlüssig, dass PlanetDestiny in letzter Zeit nicht mehr ausreichend Geld eingebracht und somit den Vorstellungen der Geldgeber nicht länger entsprochen hat.

Über die Jahre haben zwar so einige bekannte Community-Mitglieder für die Seite gearbeitet, doch hat die Belegschaft der Seite ständig rotiert und ist nie merklich gewachsen. PlanetDestiny hat zu keinem Zeitpunkt eine große Zahl an Mitarbeitern beschäftigt – auch nicht zu ihren Spitzenzeiten. Das ist ein Indiz dafür, dass die finanziellen Mittel offenbar begrenzt waren.destiny-taken-king

Als das Interesse an Destiny und anschließend auch an Destiny 2 im Verlauf der Jahre 2017 und 2018 schwand, hat sich die Seite finanziell möglicherweise nicht länger für das Dach-Unternehmen rentiert. Auch die einseitige Ausrichtung von PlanetDestiny auf eine große Spielereihe mag zur der aktuellen Lage beigetragen haben.

Auf diese Weise macht man sich in hohem Maße von der Performance eines bestimmten Spiels – in diesem Fall Destiny 2 – abhängig. Schwindet das User-Interesse am einzigen Zugpferd der Seite, so ist es nur verständlich, dass diese Entwicklung massive Probleme nach sich zieht.

Weggang der alten Podcast-Crew hat PlanetDestiny schon 2016 getroffen

Doch auch ein personeller Faktor hat zu den jüngsten Entwicklungen rund um PlanetDestiny beigetragen. Einen spürbaren Einbruch soll es laut Fans und ehemaligen Mitarbeitern bereits Ende 2016 gegeben haben. Dort fand ein großflächiger Personalwechsel statt, als fast die gesamte ursprüngliche Podcast- und YouTube-Crew die Seite verlassen hat – plötzlich und ohne große Vorankündigung.

Gerade der Weggang von Patrick Casey, bekannt als Holtzmann, hat die Seite wohl getroffen. Der wurde von vielen als der Kopf von PlanetDestiny betrachtet, hatte nach eigenen Angaben mit der Seite aber nur eine Arbeitsbeziehung.

Diesen Rückschlag konnte die Seite offensichtlich nie richtig kompensieren. Und auch aus den Reihen des neuen Personals haben sich zahlreiche Leute verabschiedet. Über die Gründe hat sich keiner der Beteiligten je wirklich geäußert. Vermutet wird jedoch, dass es einen Streit um die Rechte am produzierten Content gab. Auch sollen die ehemaligen Mitarbeiter größere Chancen für sich gesehen haben, außerhalb von PlanetDestiny und mit anderen Inhalten mehr Geld zu verdienen, da das Interesse an Destiny stetig gesunken ist.

Die schlechte Entwicklung von Bungies Destiny 2 und das damit verbundene sinkende User-Interesse haben also mit Sicherheit zu der Schieflage von PlanetDestiny beigetragen, doch waren das bei Weitem nicht die einzigen Faktoren, die zu dieser Entwicklung geführt haben.destiny_the_taken_king_oryx

Wie steht es um eine Rückkehr von PlanetDestiny?

Seit dem 13. März versorgt PlanetDestiny die Community aktuell nur noch via Twitter mit regelmäßigen Informationen über die Entwicklungen rund um Destiny 2. Dabei handelt es sich jedoch fast ausschließlich um Retweets offizieller Infos von Bungie. Vor diesem Hintergrund scheint eine Rückkehr nur schwer vorstellbar – zumindest nicht in absehbarer Zeit.

Doch am 14. April 2018 gab es seit Langem einen ersten kleinen Lichtblick für PlanetDestiny.

Die Twitch-Broadcasterin Moonvald aus dem PlanetDestiny-Team verkündete per Twitter, dass sie seit Kurzem nun den Posten des Acting Managers bei PlanetDestiny inne hat und sich in Zukunft um die PlanetDestiny-Kanäle und um die Social-Media-Präsenz der Seite kümmern wird. Ferner wird sie für Content-spezifische Angelegenheiten verantwortlich sein und mit dem Produktions-Team zusammenarbeiten.

Der bis dato Hauptverantwortliche Ryan hat in diesem Zuge per Twitter seinen Rückzug von PlanetDestiny verkündet.

Scheint so, als würde zumindest noch ein Hauch von Leben in PlanetDestiny stecken. Ob und in welcher Form eine Neuausrichtung und eine offenbar angepeilte Rückkehr gelingt, ist aktuell nur schwer vorauszusehen. Wünschenswert wäre es jedoch allemal.

Wir drücken den Kollegen von PlanetDestiny die Daumen und werden die Entwicklungen rund um die Seite weiter verfolgen.


Mehr zur Community rund um Destiny gibt’s hier. Da beschäftigen wir uns mit einem der größten YouTuber zu Destiny:

Destiny: Ein Top-Youtuber des Spiels sagt, es dürfte nicht mehr existieren

Autor(in)
Quelle(n): Destiny News HubYouTube

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