Destiny: Ein Top-Youtuber des Spiels sagt, es dürfte nicht mehr existieren

Der größte Youtuber zum MMO-Shooter Destiny blickt auf die letzten 4 Jahre zurück. Warum Destiny trotz aller Schwierigkeiten so ein Erfolg ist, weiß nicht mal er.

4 Jahre begleitet Stefan Jonke schon Destiny, er ist als „Datto“ bekannt. In einem großen Video schaut er auf 4 Jahre Destiny und seine eigene Karriere zurück.

Es ist ein interessantes Video, weil es widerspiegelt, wo Dattos Karriere an jedem Punkt der Destiny-Historie steht. Vor Destiny hatte Datto nur einige Call-of-Duty-Videos gemacht und war ein unbedeutender Youtuber, wie er sagt.

Mit dem Spiel sollte auch sein Kanal erblühen, aber das wusste er vor 4 Jahren noch nicht.

Eine Karriere, die an ein Spiel gekoppelt ist, von dem man noch nichts weiß

  • Noch vorm Release ahnt Datto aber, dass er die Gelegenheit hat, mit seinem Kanal eine Schlüsselrolle in Destiny einzunehmen. Er will sich dem Spiel von der „MMO“-Seite nähern. Destiny mit seiner Erfahrung als WoW-Spieler analytisch sezieren, den Zuschauern wertvolle Tipps und Tricks bieten. Er spricht von einem Kanal mit Bildungsauftrag, einem belehrenden Kanal.
  • Früh bekommt Datto Unterstützung von Bungie, wird auf exklusive Events eingeladen, hat erste Erfolge.
  • Deshalb entschließt er sich, Youtube „Vollzeit“ zu machen, gibt dafür die Möglichkeit auf, in seinem Brotberuf eine Stelle anzunehmen, auf die er Jahre hingearbeitet hat.
  • Im Vorfeld des Releases, als der Hype zunimmt, schwillt auch das Interesse an seinem Kanal.

Destiny Taken King Suros Scout Rifle In Game.jpg.optimalSoll das alles sein?

  • Als er dann schon viel vom Gameplay sieht, wundert er sich: Soll das alles sein?
  • Zum Release die Ernüchterung: Destiny ist kein Spiel mit vielen MMO-Elementen. Die meisten Video-Konzepte, die er sich ausgedacht hat, sind unnütz, weil Destiny zu Release so simpel ist, dass es keine Erklärungen bedarf: Es gibt keine großen Statistiken, kein „Theory-Crafting“, nichts, was wirklich erklärt werden muss – Strikes sind so simpel, dass man sie nicht zu erklären braucht – es gibt keine Bossmechaniken, keine Spielmechaniken, die man in einem Video erklären müsste.
Destiny-Lootcave

Die Lootcave: Feuer da rein und du kriegst Loot. Dafür braucht’s keinen Video-Guide.

  • Hoffnungsschimmer ist in der Zeit der erste Raid „Gläserne Kammer“ und der „Hard Mode“ – hier hatte Datto aber mit 5, 10 oder 15 Bossen gerechnet, nicht mit nur 2.
  • Von anderen Kanälen und Seiten wird ihm angeboten, für vierstellige Summen „Raid Guide“-Videos zu drehen, Datto lehnte diese Angebote aber ab, bringt die Videos auf seinem Kanal.
  • Das Jahr 1 bringt zwar Content, aber mit Destiny geht es nicht wirklich voran. Laut Datto mache Bungie immer kurz vor dem Punkt Schluss, an dem es richtig gut werden könnte. Dattos Kanal erzielt aber durchaus Fortschritte, Datto findet sein Publikum und etabliert seine Art, Destiny zu begleiten.

destiny-atheon-gläserne-kammerContent-Krise schon während „Haus der Wölfe“

  • Zu Zeiten von „Haus der Wölfe“ machen Destiny und Datto eine erste Content-Krise durch – es fehlt an Ideen für Videos, die Motivation schwindet auch.
  • Datto zweifelt erneut daran, ob das so sinnvoll war, auf dieses Destiny-Pferd zu setzen – streckt schon die Fühler nach etwas Neuem aus.

König der Besessenen – Destiny auf dem Zenit

  • Dann kommt „König der Besessenen“ und alles wird viel besser. Das ist die Erweiterung, auf die Datto gewartet hat. Sein Kanal erlebt einen Höhenflug, hat über Monate herausragendes Wachstum. Seine Youtube-Karriere ist vorerst gesichert. Der Oryx-Raid sei der Raid, der am ehesten einem MMO ähnelt. Golgoroth ein klarer „MMO-Boss.“

Oryx-Destiny

  • Ein Highlight von Dattos Karriere waren die Raids und das Lösen der „Ausbruch Primus“, da hat ihm seine Community dabei geholfen.

2017 die schlechteste Destiny Zeit bisher

  • In 2016 und 2017 fallen Destiny und Dattos Kanal über weite Strecke in mehrere Content-Löcher. Destiny ist jetzt beim fünften oder sechsten Content-Loch angelandet, nach seiner Zählung. Datto versucht sich an anderen Spielen, die bringen aber keine Zuschauer. Dann macht er sich „eigenen Content“, denkt sich Herausforderungen für Strikes aus und schlägt sich so bis Destiny 2 durch.
  • Einmal bleibt er 9 Tage ohne Destiny-Video, was er überhaupt nicht mit seinem Selbstbild vereinbaren kann. Niemand soll von ihm denken, er habe keine Ideen mehr.
  • Von Januar bis März 2017 hatte Datto die schlechteste Destiny-Zeit seit dem Launch, auch jetzt in der ersten Hälfte des Mais sei es noch düster. Aber jetzt mit dem Gameplay-Reveal, der E3, Betas und dem Launch sollte es wieder aufwärts gehen. Jeden Monat kämen nun wichtige Destiny-Events. Die Zeit zwischen diesen Phasen sei eben „rau“.

destiny-ausbruch-primus-blaDatto klingt erstaunlich ernüchtert

Insgesamt ist der Ton des Videos eher ernüchternd. Einige Experimente liefen schief, Pläne gingen nicht auf, manchmal wehte ihm auch ein eisiger Hauch entgegen. Datto scheint sich auch zu wundern, mit was für doofen Themen andere Destiny-Kanäle so ihre Clicks verdienen.

Datto musste sich im Laufe der Zeit ändern und Kompromisse eingehen. Er hat akzeptiert, dass seine Meinung als „Hardcore PvEler“ nicht die Meinung all seiner Zuschauer ist. Bei seinem Destiny-Leben half ihm aber immer wieder die Community, der er  dankbar ist. Das stellt er immer wieder heraus.

Bungie hat keinen Kredit mehr für Destiny 2

Interessant ist, dass Datto selbst gar nicht so weiß, warum sein Kanal und Destiny so viel Aufmerksamkeit und so viel Erfolg generieren. Er sagt: Nach allen Regeln sollten weder Destiny, noch mein Kanal jetzt noch existieren. Aber irgendwie … existieren Destiny und sein Kanal noch – zusammen mit 100 anderen Content-Schaffenden für Destiny.

Trotz aller Probleme sei das Interesse an Destiny hoch. Viele sehen das Potential in Destiny und wolle nicht davon ablassen. Und Destiny sei immer noch da, gehe immer noch weiter. Aber Bungie habe jetzt keinen Kredit mehr. Mit Destiny 2 müsse das Studio liefern.

Spezielle Wünsche für Destiny 2 hat Datto nicht. Es soll nur einfach gut sein.

Mein MMO: Viele Parallelen zu uns

Mein MMO meint: Es ist ein tolles Video. Wir benutzen Datto zwar selten als Quelle für unsere Texte, haben aber mit dem MMO-Background relativ viel mit ihm gemeinsam. In unseren Artikeln haben wir das Content „Auf und Ab“ von Destiny genauso wahrgenommen und begleitet wie Datto auch.

Auch bei uns war das Interesse an Destiny Anfang 2017 auf einem Allzeit-Tief und während „König der Besessenen“ auf einem Allzeit-Hoch.

Das Interessante ist  die Situation, dass Datto seine berufliche Existenz an ein Spiel gekoppelt hat, von dem er keine Ahnung hatte, ob es funktionieren würde. Für Youtuber ist es wesentlich schwieriger, sich breit aufzustellen und zu einem „Multi-Spiel“-Kanal zu werden.

In der Position als „Informationskanal für nur ein Spiel“ sind er und viele andere Youtuber davon abhängig, dass dieses Spiel sich gut entwickelt. 2014 ließ sich das bei Destiny unmöglich absehen. Verständlich, dass Datto da häufig an seiner Entscheidung gezweifelt hat.

destiny-2-logoObjektiv ist es schwer zu erklären, warum Destiny trotz eines ernüchternden Releases, eines schwachen Jahr 1 und einer 2-jährigen Content-Pause noch immer so viel Interesse weckt. Aber es ist zweifellos so.

Es ist, wie Datto sagt, das Potential von Destiny, das immer wieder durchdringt. Außerdem macht das Spiel einfach eine Menge Spaß und im Gunplay vieles richtig.


Das war viel Vergangenheit zu Destiny, mit der Zukunft von Destiny 2 beschäftigen wir uns hier:

Destiny 2: Live Stream – Activision baut ein Destiny-Dorf auf

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