Destiny 2: Spielt doch endlich PvP! Gambit soll PvE-ler bekehren

Ein Wunsch zieht sich durch die Entwicklungsgeschichte von Destiny 1 und Destiny 2, glaubt unser Autor Schuhmann. PvE-Spieler sollen endlich ins PvP. Mit dem neuen Modus „Gambit“ soll das nun gelingen. Denn „PvP macht glücklich.“

Spielt doch endlich PvP: Bungie versprach den Spielern im Vorfeld von Destiny 1 zwar große Welten, tolle Abenteuer und eine „Space-Opera“, aber so richtig hat man daran wohl selbst nicht geglaubt. Den Raid hat man im Geheimen entwickelt und hatte keine Ahnung, ob der funktionieren würde. Vielen Progress-Mechaniken stand man bei Bungie wohl selbst skeptisch gegenüber.

Ich habe ja den Verdacht, dass Bungie von Beginn an dachte: „Na ja, die Leute werden ein bisschen PvE spielen und sich dann die Zeit mit PvP vertreiben.“ Nur taten sie das nie.

Destiny-Kuchen-Diagramm

Bild: Kotaku

Destiny 1 2015: 7/8 der Zeit im PvE, 1/8 im PvP

Destiny – doch kein Vollversorger: Schon 2015  zeigte man bei Bungie ein Kuchen-Diagramm, wie die Leute ihre Zeit in Destiny aufwenden. Bungie wollte das verkaufen als: „Guckt mal, wie gleichmäßig die Leute alles spielen, was wir ihnen anbieten.“ Aber in Wirklichkeit sagte das Diagramm: Nur einen Bruchteil der Zeit sind die Leute wirklich im PvP, die meiste Zeit, etwa 7/8, vertreiben sich die Zeit mit PvE-Aktivitäten.

PvP-Muffel: Es kann verschiedene Gründe haben, warum Leute PvP ablehnen. Vielleicht ist es ihnen zu stressig oder sie bevorzugen das PvP von anderen Spielen oder es hält sie irgendein anderer Grund spezifisch davon ab, ins PvP zu gehen. Sie haben vielleicht einfach keine Lust. In jedem Fall hatte Destiny 1 seine PvP-Muffel und Destiny 2 hat die auch. Das stört Bungie und es ist auch nachvollziehbar.

destiny-pvp-osiris

Das PvE-Problem: Denn aus der PvP-Muffeligkeit entsteht für Bungie ein großes Problem, das sich durch die letzten vier Jahre zieht:

  • PvE-Content ist relativ schnell erschöpft – jeder Strike, jeder Raid, jede Story ändert sich nicht, sondern bleibt immer gleich und wird langweilig
  • Der PvP-Content müsste in der Dürrezeit beim PvE die Leute bei der Stange halten: Denn der Schmelztiegel bleibt länger frisch, weil jedes Match ein bisschen anders istDestiny-Trials-of-Osiris

So war es dann auch: Und genau so lief es dann in Destiny 1 auch. Während der langen Content-Dürren wurde jedes Mal das PvP dominanter. Da es in Strikes und Raids nicht mehr zu tun gab,

  • wandte sich ein Teil der PvE-Spieler dem PvP zu
  • während ein großer Teil einfach nicht mehr spielteDestiny-Trials-of-Osiris

Lags, Schwitzen und die Balance

Das PvP-Problem: Das PvP in Destiny 1 hatte mit drei großen Problemen zu kämpfen:

  • So gab’s von Beginn an Probleme mit Lags und Bugs – das Spiel wurde als unfair empfunden
  • Die Balance war über Jahre hinweg immer ein Thema – irgendwas war immer zu stark. Irgendeine Spielweise war immer verpönt: Ob es Granaten, Schrotflinten oder bestimmte Skills waren
  • Und das Elite-PvP, die „Trials of Osiris“, wurden umso härter, je länger kein neuer PvE-Content kam, weil dann nur noch PvP-Profis übrig blieben.
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Runter von der PvE-Couch, komm zum PvE – wir haben Kekse und ägyptische Rüstungen!

Bungie will PvE-ler bekehren: Für Bungie ist es schon seit Jahren ein großes Ziel, die Spieler möglichst ins PvP zu bekommen. Denn so bleiben sie auch Destiny treu, wenn im PvE mal wieder Dürre herrscht. Der Versuch ist ungefähr so, wie wenn man aus gemütlichen Couch-Potatoes endlich Jogger machen will.

Schon früher hat man versucht, die Spieler von der PvE-Couch runterzukriegen. Man wollte sie mit attraktiven Rüstungssets und guten Waffen ins PvP locken. Das klappte aber nur so mittelmäßig.

Destiny PvP Mars

Destiny 2: Unser PvP soll fairer werden – wurde aber langweiliger

Destiny 2 und das PvP: Dieser Wunsch, das PvP stärker zu betonen, erklärt auch viele der Änderungen am PvP von Destiny 2. Da wollte man mehr wie ein „klassischer Shooter“ werden und weniger wie das Arcade-Spektakel aus Destiny 1. Mit dem neuen PvP-Konzept wollte man eher in Richtung „eSport“ und „Fairness“ gehen. Das hat aber genau zum Gegenteil geführt: Das PvP scheint in Destiny 2 noch karger besucht zu sein.

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Gambit-Modus ist jetzt die neue Idee: Bei der Vorstellung des neuen „PvE/PvP“-Modus „Gambit“ wurde klar, dass Bungie sein großes Ziel nicht aufgegeben hat. Der Modus ist klar dafür gedacht, PvE-Spieler mit PvP zu konfrontieren, es ihnen schmackhaft zu machen und sie zu „konvertieren.“

Bungie macht Werbespot für „Gambit“: PvP macht glücklich!

„Oh, das macht PvElern so viel Spaß“: So war in der Präsentation gleich mehrfach diese Absicht Bungies zu erkennen. Die Entwickler beschrieben da wie in einem Werbespot den Wandel eines zögerlichen PvE-Spielers, der nichts mit PvP zu tun hat, aber dann doch mal das gegnerische Team für eine Invasion besucht und dann ganz begeistert davon ist: Das obige Video ist zur passenden Stelle vorgespult.

Da kommen Aussagen wie:

„Ich kenne Leute, die PvP einfach hassen. Dann greifen sie an und erzielen mehrere Abschüsse. Das finden sie toll. Es ist fantastisch.“

Dazu werden Bilder von glücklichen Frauen und Männern (Titelbild) gezeigt.

Bungie-Glücklich-PvP

Interessiert das PvE-Muffel wirklich? Die Frage ist, ob dieser neue Modus das leisten kann. Wenn man PvP-Spieler fragt, was die sich für Destiny wünschen, kommen ganz andere Wünsche:

  • Dedizierte Server, um Lags zu verringern
  • Eine Trennung von PvP und PvE-Equipment, um die Balance-Probleme auszuräumen
  • Und eine Rückkehr zum schnelleren Gameplay aus Destiny 1 – auch „Go Fast“ ist ihnen noch zu lahm

Runter von der Couch – Spiel PvP und werde glücklich!

PvP macht glücklich: Aber … die Bungie-Mitarbeiter, die grade frisch zum PvP bekehrt wurden, sehen so wahnsinnig glücklich aus! Vielleicht verdient der neue Modus „Gambit“ ja eine Chance. Den neuen Modus sollen Spieler auf den nächsten Messen testen können.

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