Destiny: Makellos ist gnadenlos – Contentflaute killt Osiris für viele

Bei Destiny ist das Niveau in den Prüfungen von Osiris aktuell gnadenlos hoch. Viele Spieler schaffen es nicht mehr auf den Merkur.

Wir lesen es in Foren wie reddit und auch unter unseren eigenen Artikeln: Die Prüfungen von Osiris sind aktuell die Hölle für „normale Teams.“ Dadurch, dass es in Destiny schon lange keinen neuen Content gab, ist die Spielerbasis so geschrumpft, dass kaum noch Anfänger oder Nicht-PvP-Spieler in den Prüfungen unterwegs sind.

Auch die normalen und guten Teams geben mit der Zeit auf, weil sie gegen übermächtige Gegner verlieren. Gegner wie professionelle oder semi-professionelle Streamer, die ihre Fans auf den Merkur ziehen, sogenannte „Carries.“ Es gibt sogar Spieler, die „für Geld“ andere zum makellosen Run schleppen.

Interessant: 100 Dollar für einen Trip auf den Merkur

Carries sind in Destiny Spieler mit monströs viel Erfahrung und PvP-Skill.

So trennt sich im Laufe einer Content-Periode die Spreu vom Weizen, so dass nur noch starke Teams unterwegs sind. Für „normale Spieler“ wird die Reise auf den Merkur dadurch unerreichbar.

Destiny-Osiris-Herz

Wir werden immer besser, aber die Ergebnisse werden immer schlechter

Auf reddit erklärt ein Spieler in einem viel beachteten Thread seine Geschichte. Er und zwei Freunde trainieren seit Wochen und Monaten für Osiris. Und sie werden auch durchaus besser, aber die Ergebnisse werden immer schlechter. Früher konnten sie 6, 7 oder 8 Siege verbuchen. Heute treffen sie auf Teams mit Spielern jenseits der 1800 Elo, die jedes Wochenende zig Mal makellos auf den Merkur marschieren und über „normale“ Teams wie sie drüberbrettern wie ein Truck über einen VW.

Bei so einem großen Skill-Unterschied macht das Spielen keinen Spaß.

Im Thread wird die Lage diskutiert und an Vorschlägen gearbeitet, wie man das Problem lösen: Ein Tier-System, das Osiris in zwei Ligen unterteilt, „Spieler mit makellosen Runs“ und „Spieler ohne makellose Runs.“ Andere wünschen sich einen neuen Modus – zwischen dem „normalen PvP“ und „Osiris.“

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Osiris zeigt: Destiny braucht dringend neuen Content

Schuhmann meint: Das Problematische ist, dass Osiris und PvP eigentlich die einzigen „Beschäftigungen“ sind, denen Spieler nachgehen können, wenn bei Destiny sonst nichts los ist. Durch die Struktur von Osiris läuft sich das aber mit der Zeit tot, weil die schwächeren Spieler ausgesiebt werden. Dieses Aussieben ist okay, wenn Teams an „einem Sahnetag“ es doch mal auf den Merkur schaffen und sich für die Mühen belohnen können. Wenn die Chance darauf total wegbricht, dann bricht auch Osiris zusammen.

Das ist ein strukturelles Problem von Destiny in diesem Modus, das immer auftritt, wenn länger nichts Neues passiert ist. Das war schon früher so. Jetzt ist diese Contentpause aberr lang. Im Prinzip ist seit „König der Besessenen“ Pause und wird nur ab und an von kleineren Veranstaltungen unterbrochen. Das Verschieben von Destiny 2 um ein Jahr hat Bungie in eine knifflige Situation gebracht.

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Die Spielsysteme von Destiny wie Osiris, Banshee-44, die Dämmerung oder Xur funktionieren nicht endlos, sondern müssen regelmäßig gefüttert, erneuert und gewartet werden, sonst brechen sie zusammen. Wenn Banshee-44 irrelevant wird, merkt das keiner. Der stirbt einfach still und leise an Vereinsamung.

Wenn Osiris zusammenbricht, dann sieht das so aus jetzt und es macht Geräusche.

Die Lösung ist es nicht, hier an der Struktur von Osiris zu drehen. Die funktioniert gut, solange die Spielerbasis groß genug ist. Osiris bezieht seinen Reiz aus der Exklusivität des Merkur-Trips. Die Lösung ist: Bungie muss durch neuen Content die Spielerbasis wieder erhöhen. Oder man müsste Alternativen zu Osiris anbieten – Dinge, die Spieler auch während Contentpausen bei der Stange halten.

Das hat Bungie jetzt durch Strikescoring, Sparrow-Racing oder Private Matches versucht. Hier sind aber weitere Anstrenungen nötig. Letztlich kann nur frischer, umfangreicher Content für Destiny helfen.

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Ein interessantes Phänomen ist, dass Streamer oder Spieler, die den „Carry zum Merkur“ als Nebenjob betreiben, langsam ins Schwitzen kommen. Für die wird’s auch immer härter werden, ihren Service anzubieten, weil sie nur noch gegen andere „Carry“-Teams antreten werden, wenn das so weitergeht.


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