Darum sollten Fans von Monster Hunter World sich Anthem ansehen

Auf dem ersten Blick haben Monster Hunter World und Anthem wenig gemeinsam. Unsere Autorin Leya findet: Bei näher Betrachtung, sind jedoch Parallelen zu erkennen, die Fans beider Spiele ansprechen dürften.

Ich weiß. Diese beiden Spiele miteinander zu vergleichen, klingt erst mal gewagt. Als ich diesen Vergleich zum ersten mal in der Redaktion zog, wurde darüber gelacht. Es ist nicht verwunderlich, denn:

  • In Monster Hunter World schlüpfen wir in die Rolle eines Jägers, der riesige Bestien wie den Dino-ähnlichen Anjanath erjagt, um das Ökosystem im Gleichgewicht zu halten. Die Welt ist fantastisch und wirkt nahezu prähistorisch. Hier wird mit Schwertern, Hämmern und Bögen gekämpft.

Trotzdem überkam mich bereits beim Ansehen von erstem Gameplay zu Anthem so ein Gefühl. Das Gefühl hat sich zu einem festen Bild in meinem Kopf geformt:

Anthem und Monster Hunter World sind miteinander verwandt.

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Monster Hunter World gehört mehr dem Genre Fantasy an.

Die Welten sind mystisch mit starkem Ökosystem

Zum ersten mal kam mir der Vergleich zwischen Monster Hunter World und Anthem in den Sinn, als ich die Spielwelt von Anthem sah und mich in ihr bewegte.

Beide Welten spielen mit ihrem Ökosystem und haben Einfluss auf das Gameplay:

In Monster Hunter World gibt es Umgebungsfallen. So gibt es etwa Frösche, die Mensch und Monster paralysieren, wenn sie getreten werden. Wände können zum Einsturz gebracht werden, damit ein Monster von einem reißenden Wasserfall mitgezogen wird.

Der uralte Wald in Monster Hunter World erinnert stark an die Spielwelt von Anthem.

Die Javelin-Anzüge in Anthem sind besonders stark, wenn sie fliegen. Deshalb bauten die Entwickler ein paar Elemente ein, die Spieler vom Himmel holen. Die Anzüge überhitzen nach einer Zeit. Wasser kühlt die Anzüge wieder ab. Regnet es gerade in der Welt, können die Javelin länger in der Luft bleiben. Genauso funktioniert auch Schweben über Wasser oder einem Wasserfall entlang.

Beide Titel sind ein Action-RPG

Bei Anthem ging man lange davon aus, dass das Spiel ein Loot-Shooter wie Destiny 2 ode Warframe wird. Interessanterweise bezeichnet BioWare aber Anthem selbst als Action-RPG. Das ist exakt die gleiche Bezeichnung, die Capcom für Monster Hunter World wählt.

Es sind beides keine klassischen Rollenspiele, möchten aber ihre Basis hier bauen.

In beiden Spielen spielt die Entwicklung des Charakters etwa eine zentrale Rolle: Ausrüstung und Level müssen verbessert werden für neue Herausforderungen.

In Anthem gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen, durch die Spieler auf stärkere Gegner treffen. Diese erhalten mehr Verteidigung und Angriff.

In Monster Hunter World gibt es den Jägerrang, durch den die Spieler auf stärkere Monster treffen. Die Monster bekommen dann neue Stufen, durch die sie mehr Leben, neue Moves und mehr Schaden erhalten.

Daraus ergibt sich auch eine Loot-Spirale, die in beiden Titeln für Langzeitmotivation sorgt. Das erhaschen und auch das herstellen neuer Ausrüstung motiviert, um die größeren Gegner zu erledigen.

In Anthem schlüpfen Spieler in die Rolle eines Piloten, der die Javelin steuert.

Der Fokus liegt auf Koop, kein PvP

Die gesamte Monster-Hunter-Franchise ist schon seit jeher eine pure Koop-Erfahrung. Eine Variante, in dem die Spieler gegeneinander antreten, wird es vermutlich nie in einem Monster Hunter geben.

PvP ist in Anthem erst mal unwahrscheinlich: BioWare schließt zwar nicht komplett aus, dass Anthem mal einen PvP-Modus bekommt. Für den Moment liegt der Fokus aber im gemeinsamen Spielen gegen die Spielwelt. Das wird auch vermutlich lange so bleiben, da sich viele Fans auch die reine PvE-Erfahrung für Anthem wünschen.

Beide Titel sind in der Theorie alleine zu spielen, machen aber in der Gruppe am meisten Spaß.

In Anthem steht das Gruppenspiel im Vordegrund.

Alles ist übertrieben und mächtig

Beide Spiele erfüllen die Fantasie des mächtigen Helden:

Bei Anthem stand von Anfang an der Gedanke des Superhelden als Basis für das Spiel. Deshalb können die Javelin fliegen. Die Entwickler wollten, dass alles übertrieben und mächtig ist. Wer mit dem großen, schwerfälligen Colossus aufstampft, der spürt auch seine gewaltige Kraft. Der Interceptor rennt mit eine Geschwindigkeit durch die Gegend, die schon einem Flash gleichkommt.

In Anthem hagelt es Elemantar-Angriffe von oben

In Monster Hunter World steht nicht die Superhelden-Fantasie zentral. Trotzdem werden die Jäger als Helden gefeiert und sind auch stärker als gewöhnliche Menschen. Sie tragen übertrieben schwere Rüstungen und haben auch verdammt große Waffen im Gepäck.

Beide Spiele vermitteln hier ein ähnliches Gefühl.

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Das Großschwer aus Monster Hunter World.

Das Setting ist ähnlicher als gedacht

Wie am Beginn des Artikels schon festgestellt, sind die Settings eigentlich grundverschieden. Aber eigentlich auch nicht.

In beiden Spielen befinden wir uns in einem abgegrenzten Gebiet, in dem wir die Menschen vor Monstern von außerhalb beschützen. In Anthem gibt es die Fort Tarsis und in Monster Hunter World Astera.

Wer sich außerhalb der Stadt bewegt, begibt sich in Gefahr. In Monster Hunter World gibt es keinen komplexen Feind, wie die Dominion in Anthem. Hier sind es einfach Monster, die das Ökosystem durcheinander bringen.

Trotzdem tun wir im Prinzip das gleiche: Wir gehen als Helden in die gefährliche Welt, außerhalb der Mauern, hinaus und erledigen Aufträge. Dabei beschützen wir unsere Stadt vor Monstern.

In Fort Tarsis leben die Menschen, die Spieler als Freelancer beschützen.

Das sind die größten Unterschiede

Natürlich weisen Monster Hunter World und Anthem auch große Unterschiede auf. Sonst wären es nicht andere Spiele.

  • Gegner-Mechniken: Monster Hunter World hat komplexe Gegner-Mechaniken, in denen jedes Monster einem Raid-Boss gleicht. Spieler müssen diese Muster lernen, um sie zu bezwingen. Die KI in Anthem kommt dagegen oft dümmlich daher.
  • Komplexität der Story: Anthem hat eine viel intensivere Story. Die läuft bei Monster Hunter World nur so nebenher mit. Cut-Scenes dienen nur dazu ein neues Monster vorzustellen. In Anthem gibt es hier einen kompletten Verlauf.
  • Live-Service: Monster Hunter World zählt nicht zu einem „Games-as-a-Service„-Spiel. Es soll nicht auf Jahre erweitert werden und laufen. Irgendwann kommt ein neuer Hauptableger. Anthem soll noch für viele Jahre weiter entwickelt und auch die Geschichte von Anthem wie eine Netflix-Serie weiter erzählt werden.

Wenn Du Monster Hunter World magst, könnte Dir an Anthem gefallen:

  • die mysteriöse und atemberaubende Spielwelt, mit viel Liebe zum Detail
  • der Fokus auf ein reines Koop-Erlebnis, in dem das Team koordiniert werden muss
  • der Grind nach immer stärkerer Ausrüstung, um stärkere Gegner zu erledigen
  • das Ausbauen des eigenen Chrakters und seiner Builds
  • ein Setting, in dem Du der große Beschützer Deiner Stadt bist und die Monster draußen hältst

Wenn Du Monster Hunter World magst, könnte Dich an Anthem stören:

  • die starre KI der Gegner. Denn in Monster Hunter World machen gerade die toll inszenierten und intelligenten Monster-Kämpfe das Spiel aus.

Was sagt Ihr zu dieser Theorie? Kann man Anthem und Monster Hunter World vergleichen?

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