Anthem soll die Netflix-Serie unter den Games werden, die Spieler fesseln

Die Welt von Anthem wird sich ständig im Wandel befinden und soll im Kern wie eine TV-Serie von Netflix funktionieren. BioWares Geschäftsführer Casey Hudson erhofft sich, dass Spieler dadurch immer wieder zurückkehren. Denn sie sind gefesselt von der spannenden Handlung.

BioWare möchte den Ansatz einer TV-Serie verfolgen: In einem Interview mit Variety erklärte BioWares Geschäftsführer Casey Hudson, dass die Entwickler Anthem mit einer TV-Serie vergleichen. Die Spieler sollen über Story-Events immer wieder zurückkehren und aufgeregt über die neuesten Ereignisse in Anthem diskutieren.

TV-Serien funktionieren über das Erzeugen von Spannung und Neugierde: Serien sind oft so gestaltet, dass sie einen Spannungsbogen aufbauen, um den Zuschauer zu bewegen, bei der nächsten Episode dabei sein zu wollen. Es werden hier und da kleine Ereignisse eingestreut, die auf einen großen Höhepunkt hindeuteuten. Das können offene Fragen sein, wie „Hat John die Explosion im Kraftwerk überlebt?“ Fans fangen an, die wildesten Theorien zu diskutieren und erleben diese Spannung gemeinsam. Serien wie „Game of Thrones“ sind hier ein Parade-Beispiel für.

Anthem City guy failure

Weg von großen DLCs: Eingestreute Events sind für BioWare die Zukunft

BioWare möchte die Art verändern, wie ihre Spiele neuen Content erhalten: Früher habe man bei BioWare ein Spiel entwickelt und es so gestaltet, dass es eine große Erweiterung erhalten konnte. So ein DLC sei aber im Prinzip wieder ein eigenes Mini-Game in der Produktion. Davon möchten die Entwickler weg.

Bei Anthem habe man ein großes Spektrum an Events vorbereitet, die ins Spiel eingestreut werden können. So soll es hier und da mal einen Hinweis geben und in ein paar Wochen weiter, würde dann das „große Ding“ kommen, worauf das Spiel die ganze Zeit hingedeutet hat. Auf diese Weise möchte man auch eine lange, interaktive Geschichte erzählen.

Event-Content soll die Spannung für Spieler aufrecht erhalten: Hudson geht davon aus, dass es einen Teil der Spieler geben wird, die Anthem lange und ohne Unterbrechung spielen. Das sei aber nur ein kleiner Anteil. Die meisten Spieler würden nach einer Weile die Fühler nach anderen Games ausstrecken. Hudson hofft, dass diese Spieler immer wieder für diesen neuen Event-Content zurückkehren. So wie jemand auch nach Monaten wieder seine Lieblingsserie einschaltet, um zu wissen, wie es weitergeht.

Dieser Ansatz erfordert gründliche Planung: Das schwierigste an diesem Ansatz sei, dass die Entwickler weit vorausdenken müssen. Denn die Rückkehrer und Neueinsteiger müssen auf einem Level mit den Spielern bleiben, die durchgehend in Anthem hängen. Dazu gehören Level-Skalierung oder ein Erzähl-Ansatz der Spoiler vermeidet, wenn Spieler zusammenspielen, die unterschiedlich weit in der Story sind. Ebenfalls wichtig wäre, die Community nicht durch Bezahl-Content voneinander zu trennen.

Anthem: Keine Lootboxen, kein PvP, keine Twinks, kein 2. Teil
Anthem-Power-Landung

Mehr als Weeklys oder Dailys: Anthem soll sich im fortlaufenden Wandel befinden

Die Welt wird sich verändern und Spieler können sie immer neu entdecken: „Die Welt verändert sich, wenn Du zurückkehrst. Wenn Du schon bei diesem einen Städtchen gewesen bist und den Content dort aufgesogen hast, können wir sagen, dass dieses Wochenende ein katastrophaler Schneesturm im Städtchen stattfindet. Der See, durch den du normalweise getaucht bist, ist auf einmal gefroren und Du kannst über ihn laufen und auf einmal eine neue Höhle entdecken.“, so Hudson.

Das Ganze soll mit einer fortlaufenden Geschichte verknüpft werden: Anthem soll mehr als tägliche oder wöchentliche Events bieten, die sich irgendwann wiederholen. Die Geschichte wird sich langfristig verändern. Auch das soll dazu führen, dass Spieler immer wieder zurückkehren möchten, um zu sehen, was sich verändert hat und wie es denn jetzt weitergeht. Es wird das Gameplay und die Missionen geben, aber der Kontext wird sich immer wieder verändern.

Anthem soll ein Erlebnis werden, das die Spieler miteiander teilen

Anthem soll wie eine Serie im Gespräch bleiben und diskutiert werden: Hudson erhofft sich mit diesem Ansatz, dass Anthem immer eine gewisse Relevanz für die Spieler hat. Sein Ideal wäre, dass Spieler über ihre Erfahrungen mit Exploits im Kampf oder Veränderungen in der Welt miteinander reden. Er wünscht, dass Charaktere laut diskutiert werden, die plötzlich verschwinden oder ins Spiel kommen.

Spieler müssen dazu eine einfache Rückkehr haben: Damit dieser Ansatz funktionieren kann, muss BioWare seine Spieler gut ans Händchen nehmen. Wenn es ständig Veränderungen gibt, ist es schwierig, auch auf dem Laufenden zu bleiben. So denkt man darüber nach, Zusammenfassungen zur Verfügung zu stellen, die auch Serien ihrem Publikum bieten. Im Stile von „Was letzte Woche in Anthem geschah“. Man hoffe hier darauf, dass die Spieler begeistert genug sind, alle Ereignisse miteinander zu teilen. Es könnte sich eine Dynamik entwickeln, dass Spieler sich einfach gegenseitig mit Updates versorgen.

anthem

Events mit Story-Fokus werden zum stärkeren Trend

Auch andere Spiele haben diesen Event-Ansatz bereits verfolgt. BioWare ist nicht der einzige Entwickler, der auf diese Art von Events baut.

In Fortnite Battle Royale gab es einen riesigen Kometen, der lange Zeit über der Map kreiste. Ewig wurde dieser Komet in der Community diskutiert. Alle wollten wissen, was es damit auf sich hat und es wurden Fan-Theorien aufgestellt. Diese wurden in sozialen Netzwerken geteilt. Letztendlich zerstörte der Komet sogar einen Teil der Karte und sorgte für eine drastische Veränderung.

Destiny 2 lässt einen der beliebtesten Charaktere der Spieler in einem Trailer sterben. Die Community ist geschockt! Einige Spieler errichten Schreine, andere planen schon eine gemeinsame Rache für dieses Vergehen.

In beiden Beispielen ging die Rechnung des Story-Ansatzes auf. Die Community wird zusammgengeschweißt und erlebt einschneidene Erlebnisse in ihrem Game gemeinsam. Anthem scheint genau darauf bauen zu wollen und voll auf diese Karte zu setzen. Es klingt erst mal nach einem ambitionierten Projekt, das aber funktionieren kann. Ob die Rechnung im Falle Anthem aufgehen wird, bleibt noch abzuwarten.

Alles, was wir zu Anthem wissen: Release, Kauf, Features, Klassen
Autor(in)
Quelle(n): Variety
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Malgucken
Malgucken
1 Jahr zuvor

Anthem ist mit Division 2 die einzigsten Spiele die mich richtig gehypt haben. Aber nach den ganzen Pleiten (siehe Destiny 2) bin ich auch sehr vorsichtig geworden. Hoffe einfach auf Anthem das es das PVE Spiel wird was ich erhoffe und das einem auch nicht das Geld aus der Tasche zieht.
@Leya
Gibt es den irgendwelche Hinweise wie die Erweiterungen bezahlt werden sollen?

Marnic
Marnic
1 Jahr zuvor

Guild Wars 2 lässt grüßen – gefällt mir…

Tebo
Tebo
1 Jahr zuvor

Hört sich schwer nach einer Mischung aus World of Warcraft und Destiny an.

Sollte das wirklich so stetig mit Content versorgt werden, wäre das genial.
Das Bezahlmodell halte ich für schwierig ohne große DLCs. Bleiben ja quasi nur die Möglichkeiten zwischen kleinen aber stetigen Transaktionen oder per monatliches Abo.

Wenn es aber so gut wird, würde ich sogar monatlich dafür zahlen wollen.

KingK
1 Jahr zuvor

Klingt an für sich nicht schlecht, aber wie soll sich das finanzieren? Ob da der Umsatz mit den geplanten, kaufbaren cosmetics reichen? Kommen dann ständig neue Patches, die man sich nach Feierabend erstmal laden muss? Ich kann mir noch nicht ganz vorstellen, wie dieses Modell funktionieren soll.

Psycheater
Psycheater
1 Jahr zuvor

Oh man, langsam ahne Ich echt böses was Anthem angeht ????

NurEinLeser
NurEinLeser
1 Jahr zuvor

Wenn es regelmäßig kommt und nicht nur in 1-2 Missionen alle 1-3 Monate endet wäre es ne gute Idee, vorrausgesetzt das das Spiel selbst dennoch einen Abschluss hat und alles was kommt dann die Verlängerung ist.Was mich eher stört ist die Sache mit dem fehlenden Spielerhandel. Das klingt schon wieder zu sehr nach Zufallsloot Marke Destiny wo immer der selbe Mist erledigt werden muss ohne Abwechslung weil ja genau da das vielleicht droppen könnte was man haben will. Bei Andromeda war das Problem ja auch eher das die Leute schon zu Anfang über die Animationen gemeckert haben (ja, sie waren… Weiterlesen »

vanillapaul
vanillapaul
1 Jahr zuvor

Für mich persönlich ist diese Art nichts. Ich schau selten bis gar nicht wieder in Spiele rein, mit denen ich soweit abgeschlossen habe.

Ich kann mich auch noch dran erinnern, das Destiny auch ständig Events bringen wollte. Ist aber dann ja auch wieder schnell fallen gelassen worden, weil auch ein großes Studio wie Bungie solche Events nicht aus dem Ärmel schütteln kann.
Also eher mal abwarten.

NurEinLeser
NurEinLeser
1 Jahr zuvor

Können könnten sie schon, aber nicht wenn schon fast alle am nächsten Teil arbeiten weil die Kohle mit dem aktuellen ja schon verdient würde und sich da nicht mehr genug holen laesst

Bodicore
Bodicore
1 Jahr zuvor

Puuh jo, ME:A ist bis heute nicht durchgespielt sad
Das hätte ich nie gedacht als Fan der Trilogie alle Teile 3x durchgedpielt hat.

Plague1992
Plague1992
1 Jahr zuvor

Klingt sehr nach der LS von GW2. Ich bin auch der Meinung wenn ein „kleines“ GW2 aller ~3 Monate neue Story bieten kann, dann könnte das theoretisch jedes größere Spiel. Also schaffbar wäre es jedenfalls, lohnen würde es sich anscheinend auch … trotzdem macht das kaum jemand xD

Vallo
Vallo
1 Jahr zuvor

Da bin ich ja mal gespannt wie sie es verbocken wollen. Ich glaub einfach nicht an das Spiel. Ich hoffe ich werd eines besseren belehrt wenn es rauskommt, aber bis dahin bleibe ich pessimistisch.

Luriup
Luriup
1 Jahr zuvor

Sind Cliffhanger nicht eher für die letzte Episode einer Staffel Standart?

Jede Episode mit Cliffhanger hört sich so nach der ersten Batman Serie an.*BOOM**PENG*

„Die Community ist geschockt! Einige Spieler errichten Schreine, andere planen schon eine gemeinsame Rache für dieses Vergehen.“

Ahja für den auf lustig getrimmten Exo?

Insane
Insane
1 Jahr zuvor

Ich wünschte sie würden erstmal auf dem Teppich bleiben. In der Regel bleiben die Spiele hinter pompösen Ankündigungen zurück. Unerfreulicher Nebeneffekt: die Spieler hypen sich hoch und sind anschließend doppelt enttäuscht, wenn die unerfüllbaren Erwartungen unerfüllt bleiben.

Christian Hönsch
Christian Hönsch
1 Jahr zuvor

Das Nennt sich Living World und wurde vor ca 6 Jahren von Guildwars 2 schon umgesetzt, also reine PR.

Bodicore
Bodicore
1 Jahr zuvor

Ein zweischneidiges Schwert. Einfacher Wiedereinstieg heisst auch wenig Entwiklung für Durchspieler.

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