Ex-Mitarbeiter sagt, er stand wegen Rassismus bei Blizzard vorm Suizid

Ein ehemaliger Mitarbeiter von Blizzard erhebt schwere Vorwürfe. Seine Chefin im Hearthstone-Team hätte ihn diskriminiert, weil er Mexikaner sei. Das hätte fast zu seinem Selbstmord geführt. Jetzt gibt ihm das Outing eines Overwatch-Helden die Wut, sich zu melden.

Um ihn geht’s: Es geht um Julian Murillo-Cuellar:

  • Der hat im November 2013 als GameMaster und im Customer Support bei Blizzard gearbeitet
  • Im Februar 2016 sei er zum eSport-Team bei Hearthstone gewechselt. Erst war er dort nur vorübergehend, dann hat er aber Vollzeit angefangen.
  • Im Februar 2018 hat seine Kündigung bei Blizzard eingereicht.

Die kritische Phase war die Zeit beim Hearthstone-Team.

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Das waren die Schwierigkeiten: Murillo-Cuellar ist Mexikaner. Nach seiner Schilderung wurde er von seiner Kollegin, Gemma, öfter damit aufgezogen, dass Mexikaner aufgrund ihrer Kultur Sexisten und Machos seien. Gemma sei selbst als Austauschstudentin in Mexiko gewesen und hätte daher diese Annahme gemacht.

Dabei fühlte sich Murillo-Cuellar überhaupt nicht als Sexist. Er sei nur der Partnerin wegen zu Blizzard gewechselt und umgezogen, weil sie bei Blizzard ihren Traumjob gefunden hätte. Das würde ein Macho nie tun.

Was offenbar erst als Witz gedacht war, entwickelte sich dann über Jahre zu Mobbing. Als er dann direkt Gemma unterstellt wurde und sie zu seiner Chefin wurde, ging es wohl völlig bergab.

Murillo-Cuellar hatte das Gefühl, dass er zum Sündenbock im Team wurde, nur noch niedere Aufgaben bekam und systematisch fertig gemacht wurde. Dazu hätte er viele Stunden gearbeitet, hohen Druck und Stress verspürt.

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Julian Murillo-Cuellar. Quelle: Twitter

Versuche, sich bei Vorgesetzten zu beschweren, sorgten nur für noch mehr Ärger.

Das führte zu gesundheitlichen Problemen, bis hin zu Selbstmord-Gedanken. Er wollte sich offenbar mit seinem Auto auf dem Heimweg von Blizzard absichtlich totfahren, indem er einen schweren Mülllaster rammte.

In einem eindringlichen Post auf Twitlonger schildert der ehemalige Mitarbeiter die Geschichte einer jahrelangen Tortur, die ihn fast umgebracht hätte.

Overwatch Soldier Gay Pride Flag

Darum kommt das erst jetzt raus: Murillo-Cuellar erklärt, dass er sich jetzt erst an die Öffentlichkeit wendet, nachdem Blizzard mit dem Outing von Soldier:76 die Nachricht verbreitet hat: „Jede Stimme zählt.“

Das habe ihn „getriggert.“

Das sagt Blizzard: Blizzard äußert sich zu den Vorwürfen nicht konkret, aber unterstreicht, wie wichtig der Firma eine inklusives und respektvolles Arbeitsumfeld ist. Man habe Regeln gegen Belästigung und Diskriminierung und nehme Meldungen sehr ernst.

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Autor(in)
Quelle(n): variety
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