Blizzard-Skandal: 6 „Finanzminister“ aus US-Staaten greifen ein

Es kommt noch mehr Bewegung in den Skandal bei Activision Blizzard. Sechs „State Treasurers“ schalten sich ein – und fordern Änderungen.

Der Druck auf Bobby Kotick und Activision Blizzard wächst. Mehr Änderungen werden gefordert – jetzt sogar von den Regierungen aus insgesamt 6 Staaten in den USA. Die „State Treasurers“ aus Kalifornien, Massachusetts, Illinois, Oregon, Delaware und Nevada wollen noch in diesem Monat mit dem Board of Directors (Vorstandsrat) von Activision Blizzard sprechen. Sie wollen drastische Änderungen.

Was sind „State Treasurers“? Die Position eines „State Treasureres“ in den USA ist in weiten Teilen mit den Aufgaben eines Landesfinanzministers in Deutschlands zu vergleichen, da sich viele Aufgabenbereiche ähneln. Da einige Staaten aber auch in Unternehmen investieren – etwa über Aktien – zählen die State Treasurers in manchen Fällen auch als Anteilseigner und haben ein Interesse daran, dass es den Unternehmen gut geht, da darüber auch Renten bzw. Pensionen finanziert werden.

Was ist los bei Activision Blizzard? Seit Monaten steckt Activision Blizzard mitten in einem großen Sexismus- und Diskriminierungs-Skandal. Nachdem das Unternehmen erste Schritte eingeleitet hatte, um dem Anschein nach Verbesserungen herbeizuführen, kam es kurz darauf zu einer Reihe weiterer negativer Schlagzeilen.

Die Chefin von Blizzard verließ kurz nach ihrer Ernennung das Unternehmen, da sie sich schlechter behandelt fühlte, als ihr männlicher Kollege.

Schlimmer noch, auch der aktuelle CEO Bobby Kotick soll nicht nur von den Sexismus-Vorfällen gewusst, sondern auch aktiv an ihnen teilgenommen und sogar einer Mitarbeiterin mit dem Tod gedroht haben. Seither sind die Vorwürfe lauter geworden, dass Kotick sofort zurücktreten soll und er rückte in den Fokus der Berichterstattung.

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Was ist nun passiert? Die State Treasurers von 6 US-Staaten wollen sich mit dem Vorstand von Activision Blizzard treffen und das bis zum 20. Dezember. Sie sind besorgt über die Vorfälle und zweifeln daran, dass das Unternehmen aktuell auf dem richtigen Pfad sei, um die Probleme in den Griff zu bekommen.

Das Magazin Axios hat in einem Artikel dem State Treasurer von Illinois, Michael Frerichs, einige Fragen gestellt. Daraus geht hervor, dass man „besorgt sei, dass der aktuelle CEO und der Vorstandsrat weder die notwendigen Fähigkeiten noch den Willen besitzt, um die großen Änderungen in Angriff zu nehmen, die es braucht, um die Unternehmenskultur zu verändern und das Vertrauen der Mitarbeiter und Anleger in ihre Partner zu erneuern.“

Weiter heißt es von Deborah Goldberg, der State Treasurer von Massachusetts, dass „dieser spezielle Fall darauf wartet, dass der Vorstandsrat einschreitet und eine Untersuchung veranlasst. Eine richtige Untersuchung von außen kommend. Und, ich meine, wie war das, vor zwei Wochen sagten sie [der Vorstand], dass sie hinter ihrem CEO stehen?“

Dass sich offizielle Regierungsbeamte mit einem so hohen Posten in die ganze Thematik einschalten, sorgt auch für zusätzlichen Druck aus der Öffentlichkeit.

Forderungen nach Rücktritt werden lauter: Seit einem Artikel des Washington Post werden die Forderungen nach Rücktritt von Bobby Kotick als CEO immer lauter. Nicht nur ein Teil der Mitarbeiter von Blizzard hat das gefordert, auch namhafte Personen wie die Bosse von PlayStation oder Xbox haben Kotick einen Rücktritt nahegelegt.

Kotick selbst hatte seinen Rücktritt als Option in den Raum gestellt, wenn es ihm nicht gelingen sollte, die Probleme der Firmenkultur von Activision Blizzard innerhalb „kurzer Zeit“ zu beseitigen.

Der Druck auf Kotick steigt und durch das Einschalten der State Treasurers dürfte auch der öffentliche Druck – vor allem aus den USA – noch einmal deutlich zunehmen.

Sobald es neue Entwicklungen zum ganzen Fall Activision Blizzard und Bobby Kotick gibt, informieren wir Euch auf MeinMMO natürlich darüber.

Quelle(n): axios.com, kotaku.com
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Klabauter

Meine Fresse dabei ist es doch so einfach. Einfach nicht machen. Ich kann einfach nicht verstehen wie man ein anderes Individuum zu etwas zwingen will und wenn es das nicht möchte dann auch noch bedroht. Einfach nicht machen.

Rubear

Am besten wäre der Rauswurf Koticks und die Trennung von Activision und Blizzard. Aber irgendwie lässt mich selbst dieser Gedankengang kalt. Blizzard und ihre Produkte könnten mir mittlerweile egaler nicht sein. Und den Activision Kram habe ich eh nie gezockt.
In diesem Sinne No King rules forever.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Rubear
Koronus

Stimme da leider zu. Mittlerweile interessiert mich nur noch von Classic bis Legion in meinem eigenen Tempo spielen zu können und sobald ich da durch bin kann das gerne eine andere Firma übernehmen.

Grinsekatze

Und dennoch zocken Hunderttausende einfach weiter. OW lebt, wenngleich sich nichts großartig bewegt (es wackelt), CoD macht echt verflucht guten Umsatz (Vanguard soll verdammt gut geworden sein, hab aber mittlerweile erstmal genug davon).

Du bist die Ausnahme, mit einigen anderen. Eine gute Ausnahme, ehrlich – nur die Masse, die interessiert es nicht.

Allerdings nehme ich mal an, dass die Menge der Zocker, welche Blizzard den Rücken kehren, zu spüren sind (finanziell). Statistiken kann man schönen und fälschen, Geld…da wirds schwerer 😉

Klaphood

die State Treasurers […] haben ein Interesse daran, dass es den Unternehmen gut geht, da darüber auch Renten bzw. Pensionen finanziert werden.

“Okay Leute, wir sind eine offizielle Behörde mit Aufsichtspflicht. Bis #metoo war das ja alles noch voll in Ordnung mit dem strukturellen Missbrauch von Frauen und so. Danach konntet ihr es in eurer Firma ja zum Glück auch noch drei, vier Jährchen gut vor der großen Öffentlichkeit vertuschen. Aber so langsam macht Blizzard echt Minus und die Gelder gehen uns flöten! Jetzt müsst ihr aber wirklich mal was ändern, denn das Vertrauen der Mitarbeiter und Anleger in ihre Partner könnte sonst verloren gehen!”

Bei ganz vielen anderen Firmen, die sie eigentlich auch so überprüfen müssten, ist aber sicher alles in Ordnung (😉😉), ansonsten schalten sie sich beim kleinsten Verdacht bestimmt umgehend auch dort ein!

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Klaphood
Nephalis

Meine Grundlegende Einstellung zu Politikern in Kapitalistischen Ländern ist folgende:
Die meisten sind nicht die wirklich guten. Die werden nämlich in der Privatwirtschaft besser bezahlt also werden die Besten der Besten nicht in die Politik gehen, sondern in den Großen Firmen sitzen. Aus diesem Grund finde ich die Aussage vom State Treasurer von Illinois ziemlich mutig 😉

Vor allem aber: natürlich wollen sie es nicht ändern xD als ob sich da plötzlich wegen öffentlichem Druck die Einstellung zu ändern würde xD höchstens die Taten die für alle sichtbar sind oder extra öffentlich propagiert werden aber garantiert nicht die Persönliche Ansicht dieser Sache. Ansonsten wäre es nicht so lange “übersehen” worden. Solange es keine negativen Schlagzeilen aber ordentlich Rendite gibt ist das doch alles scheiß egal. Und scheinbar ist auch die Rendite die eventuell einbrechen könnte, sollte der Aktienkurs von Blizz weiter einbrechen, auch hier wieder der Grund warum sich auf einmal Politiker einschalten…

Grinsekatze

Na, dann freuen wir uns doch gleich mal über Lindner als Finanzminister.
Not.

Andy

Freiwillig wird er nicht gehen,aber dass er dann doch demnächst gehen muss,es aber so aussehen wird dass er sich für die Firma “opfert”damit es wieder bergauf gehen soll.Alles zum Wohle der Mitarbeiter die er alle Wertschätzt und Respketiert.
Ehrenmann und so und gibt gute Abfindungsprämie.
Ich tippe mal so Anfang 2022 wird es dann soweit sein.
Mal sehen wie gut oder schlecht ich mit meiner Zukunftsprognose liege 😉

Leyaa

Gerade heute hatte ich mir noch gedacht “Mensch bei ActiBlizz tut sich gar nichts mehr, Kotick ist immer noch da” und ta-da! Da kommt die nächste News^^

Wenn schon Regierungsvertreter der Ansicht sind, dass der Vorstand und CEO nichts zur Verbesserung der Lage beitragen, dann sieht die Lage intern wohl ziemlich düster aus.
Wieder eine Partei mehr, von der Druck kommt. Vielleicht wird das ja noch was.

Skyzi

Ich sagte ja ist wie eine Beziehung bis es Kracht. Polygamie hilft nicht 🙂☝️☺️😇🤫.

Pierre

Sowieso seltsam genug, dass der Typ noch nicht zurück getreten ist nach all dem öffentlichen Druck, Schlagzeilen und Artikeln. Ich vermute mal das wird in amerikanischen Gaming-Magazinen ähnlich präsent sein das Thema wie bei uns.

Dazu noch die Unterschriften-Sammlung und jetzt noch die sogenannten „State Treasurers“ die ihm im Nacken hängen und bereits öffentlich ihre Besorgnis kundgetan haben.

Der Typ ist einfach nicht mehr tragbar, seine Entscheidungen fragwürdig und sein Verhalten inakzeptabel. Wie man sich so an den CEO-Posten klammern kann, obwohl man bereits Unmengen an Kohle aus dem Unternehmen als Privatperson gezogen hat ist mir wirklich schleierhaft. Die Gier nach Macht und Geld muss bei Bobby Kotick extrem groß sein. Ekelhafter Charakter.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Pierre
Irina Moritz

Wenn man den Berichten von Bloomberg glaubt, hängt ein ganzes System von “Vetternwirtschaft” an ihm dran. Das Board hat ihm ja mehrfach seine Unterstützung zugesichert. Das hängt laut Bloomberg damit zusammen, dass er gezielt seine Freunde befördert und bereichert hat. Würde schon Sinn ergeben, dass sie ihn behalten wollen.

Alex

Wäre nicht unüblich und erklärt auch warum die installierte Frau so schnell gegangen ist, wahrscheinlich hat man sie sehr schnell spüren lassen das sie nur fürs Image dort gelandet ist, traurig wirklich traurig.

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