Nach Ninja verliert Twitch nun auch Overwatch und Activision Blizzard

Der Streaming-Dienst Twitch verliert nach seinem Star Tyler „Ninja“ Blevins nun einen weiteren seiner größten Kanäle: den der Overwatch League. Denn Activision Blizzard hat einen Exklusiv-Deal mit YouTube geschlossen: Den eSports von Overwatch, Call of Duty und Hearthstone gibt es künftig nicht mehr auf Twitch, sondern auf YouTube.

Das war die Situation bislang: Die Overwatch League ist eine große eSports-Initiative von Activision Blizzard, in der es um hohe Summen für Activision Blizzard und die Investoren geht.

2018 verkaufte Activision Blizzard in einem 2-Jahres-Deal die Übertragungsrechte der Overwatch League exklusiv an Twitch. Es hieß, die Rechte sollen 90 Millionen $ gekostet haben. Doch dieser Deal ist jetzt ausgelaufen.

Overwatch war extrem wichtig für Twitch

So viele sahen die Overwatch League auf Twitch: Die Overwatch League war in den letzten 2 Jahren einer der Top 5 Kanäle auf Twitch:

  • 2018 wurden 66 Millionen Stunden Overwatch League auf Twitch gesehen. Damit lag die Overwatch League auf Platz 4 der meistgesehen Kanäle, nur hinter Ninja, RiotGames (also LoL) und shroud
  • 2019 wurden sogar 80 Millionen Stunden Overwatch League auf Twitch gesehen. Das war Platz 3 hinter Riot Games und Tfue.
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Die Overwatch League war 2019 riesig auf Twitch. (Quelle: Sullygnome)

3 der größten Kanäle aus 2018 sind 2020 also nicht mehr bei Twitch zu sehen, sondern entweder auf YouTube (Overwatch) oder auf Mixer (Ninja, Shroud).

Google und Activision Blizzard machen gemeinsame Sache

Das ist die neue Situation: Activision Blizzard und Google, denen YouTube gehört, gehen eine weitreichende Partnerschaft ein:

  • So wird Google Cloud der „bevorzugte Partner“ sein, um Spiele von Activision Blizzard zu hosten
  • YouTube wird den eSports von Activision Blizzard übertragen: Dazu zählen die Overwatch League, die neue Call of Duty League, der eSports von Hearthstone und der von weiteren Spielen
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Tyler „Ninja“ Blevins. Er ging im August 2019 von Twitch weg.

So wird das gesehen: Beobachter wie Doron Nir von StreamElements glauben, dass es YouTube Gaming hier gelingt, sich gleich 3 bedeutende eSport-Ligen zu schnappen. Das sei ein beträchtlicher Schritt, um das eigene Angebot aufzubauen und zu zeigen, dass man im Live-Streaming vorangehen will und hier wirklich angreift.

Bei Forbes glaubt man, dass YouTube nun Twitch etwas weggeschnappt hat. Das zeige, dass YouTube für Google wichtiger ist, als es Twitch für den Konzern Amazon ist. Daher ist YouTube bereit, solche großen Investments zu tätigen.

YouTube werde besser „monetarisiert.“ Twitch hingegen bleibe aktuell unter den Umsatzerwartungen und verliere nach und nach Anteile am Streaming-Markt.

call of duty modern warfare soldat gesicht
Call of Duty will im eSport ebenfalls mit einer Liga wachsen.

Das steckt dahinter: Im August 2019 dachte man, Mixer wird der große Rivale von Twitch, der angreift und sich die Top-Content-Creator von Twitch mit exklusiven und wohl lukrativen Deals krallt. In den letzten Monaten sieht es allerdings mehr und mehr so aus, als würde YouTube aktiv in den Live-Streaming-Markt reingehen.

YouTube hat bereits eine riesige Nutzerbasis. Viele populäre Gaming-Influencer sind ohnehin mit ihren „Video-on-demand“-Formaten auf der Plattform. Offenbar will YouTube 2020 Gaming und Live-Streaming ausbauen und ist bereit dafür zu investieren.

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Jack „Courage“ Dunlop gab im November seinen Wechsel auf YouTube. Er gehört zu den großen Streamern bei Fortnite.

So hat YouTube in letzter Zeit einige große Fortnite-Streamer mit Exklusiv-Verträgen an sich gebunden und sie dazu verpflichtet, regelmäßig auf YouTube zu streamen.

Twitch hat zwar einige wichtige Streamer exklusiv unter Vertrag genommen, aber es vergeht aktuell kein Monat, ohne dass Top-Streamer ankündigen Twitch zu verlassen. Selbst der deutsche Twitch-Star MontanaBlack liebäugelt öffentlich mit einem Wechsel, wenn ihm Twitch kein starkes Angebot macht.

Um die Overwatch League gab es in den letzten Monaten einigen Trubel. Es wäre daher möglich, dass sich Twitch bewusst dazu entschieden hat, nicht mehr so viel Geld in die Liga zu investieren wie 2018:

Der Overwatch League laufen vor 2020 die wichtigsten Leute weg
Quelle(n): Forbes, Venturebeat
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Bob

Früher würde es für grosse Aufrur sorgen, doch jetzt wo du beim dps queue suchen 20 minuten wartest viele overwatch league spieler und teams zurück getreten sind wird es glaub ich egal sein wo sie streamen aber krass wie unerwartet das kommt

Lightningsoul

Also sobald die mir nen C300d Coupé sponsern, bin ich auch von Twitch weg. 😛

Alexander Ostmann

Bekomme ich dort dann auch OWL-Marken fürs einschalten?

N0ma

Natürlich wird Twitch nicht alle Streams behalten, da die Konkurennten jetzt richtig viel Geld reinbuttern. Allerdings hat sich Blizzard dafür entschieden wo man kurzfristig das meiste Geld kriegt, aber nicht die meisten Zuschauer. Ob das die beste Entscheidung war wird sich noch zeigen.

Nico

würde ich abwarten – youtube schauen auch viele. Und diejenigen die OWL schauen wollen schauen es dann auch auf youtube

Max Mustermann

Man hat ja an der CS:GO ESL sehr gut gesehen, dass der schuss mit doppelter ladung nach hinten losgehwn kann…

DDuck

Habe ich ehrlich gesagt nicht verfolgt…könntest du das kurz erklären?! 🙂

Ich hatte immer das Bild, dass Twitch vor allem für mittelgroße bis große (Einzel-)Streamer (keine großen „Produktionen“ wie die OWL, LEC/LCS etc.) der Place 2 be ist, weil halt Amazon mit seinem Ökosystem dahintersteht und der kostenlose Twitch Prime-Sub nun mal lockerer sitzt, als die realen 5 Euro die man für einen regulären Sub ausgeben würde. Bei den größeren Produktionen hätte ich jetzt auch aus dem Bauch heraus gesagt: Es ist egal ob Twitch, Youtube oder Mixer, weil die Streams ehh umsonst sind…deswegen spielt es (für mich persönlich) auch eigentlich eher weniger eine Rolle auf welcher der drei Plattformen ich mir diese Art von Stream anschaue. Es ist ja nicht wie beim Fußball, dass ich direkt ein zusätzliches, kostenpflichtiges Abo abschließen muss.

Max Mustermann

Die streamer bekommen für einen prime sub auch die 3,50 $, die sie auch durch einen normal sub bekommen. Da kann man als zuseher auch die kleinen streamer unterstützen, ohne selbst geld auszugeben.

Die CS Esl ist vor 1, oder 2 jahre für kurze zeit exklusiv auf Facebook abgewandert.
Als die zuschauerzahlen bei einem Major auf unter 10k viewer kam (auf twitch ~ 150k +) , habens sie sehr schnell den deal gecancelt, und ist seitdem woeder auf twitch gewechselt.

DDuck

Ja das sage ich ja: Für mich war Twitch eigentlich vor allem für die Einzelstreamer der way 2 go, wegen der Prime Subs. Nicht für die großen Produktionen, die ja sehr viel Geld über die Werbung machen.

Ja gut, okay. Das Facebook vielleicht eher weniger gut ankommt bei der Community ist schon irgendwie denkbar und vor allem verständlich 😀 Youtube ist allerdings nochmal ne andere Geschichte (wie ich finde).

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