Der Overwatch League laufen vor 2020 die wichtigsten Leute weg

Die Overwatch League verliert vor dem Start der 2020er Saison ihr Gesicht und ihre Stimme. Einer der Hauptcaster Christopher „MonteCristo“ Mykles verlässt die Liga – sein Partner könnte ebenfalls gehen. Es sind wohl Nachwirkungen der internen Änderungen bei Blizzard.

Wer geht da? Christopher „MonteCristo“ Mykles (33) war seit dem Start der Overwatch League ein Caster dort. Für viele war er „das Gesicht“ von Overwatch.

MonteCristo ist im US-eSport seit vielen Jahren eine bekannte Größe. Der hat sich schon bei Warcraft 3 einen Namen gemacht, war später in LoL aktiv. Seine Arbeit als Caster zusammen mit seinen Partnern galt bei der Overwatch League als erstklassig.

Warum geht er? Es hängt mit dem Abgang von Nate Nanzer zusammen, dem Chef der Liga. Der war im Mai 2019 zu Epic Games gewechselt. Nanzer war offenbar die zentrale Person der Overwatch-Liga in den ersten Jahren.

MonteCristo sagt nun: Der Weggang von Nate Nanzer aus der OWL hätte zu unüberbrückbaren kreativen und philosophischen Differenzen zwischen ihm selbst und der Führung der Overwatch Liga geführt.

Daher sei es jetzt für alle besser, dass er geht.

Overwatch League Nate Nanzer
Overwatch League Chef, Nate Nanzer, hat Blizzard im Mai 2019 verlassen.

Kaum wer will Content zur Overwatch-League sehen

Das sieht MonteCristo kritisch: Auf seinem Twitter-Account erklärte MonteCristo zudem, dass Overwatch und die Overwatch-Liga Probleme hätten bei ihrem zusätzlichen Inhalten:

  • Die Zuschauerzahlen für Overwatch-Inhalte seien nach dem Start der Overwatch-Liga sogar nach unten gegangen.
  • Er selbst würde mehr Views bekommen, wenn er über die koreanische APEX-Turnier berichtet als über die Overwatch Liga
  • Inhalte zur Liga würden, egal wer sie macht, maximal 25.000 Leute erreichen.

Was macht er nun? MonteCristo hat seine neue Betätigung schon sicher. Er hat mit Partnern die Firma „Theorycraft“ gegründet, um eSport-Beratung zu betreiben.

Er sagt da, die Firmen hätten vorher „eSport-Producer“ eingestellt, die keine Ahnung von dem Publikum oder dem Medium hatten.

Jetzt würde die Macht wieder an die „alten Könige des eSports“ zurückfallen – also an Veteranen wie ihn. Die „Leute mit Geld“ würden jetzt ihm und seinen Kollegen die „Schlüssel zum Königreich“ bei vielen Projekten in die Hand geben.

Wer geht noch? Nach dem Abgang von MonteCristo hat sich sein Casting-Partner geäußert: Erik „DoA“ Lonnquist ist sich ebenfalls unsicher, ob er 2020 weitermacht.

Er sagt, sein Vertrag sei zu Ende. Er habe seit 2016 alles in Overwatch gegeben, teile jetzt aber die Bedenken von MonteCristo in die Overwatch League. (via Dotesports)

Overwatch-DOA
Der Caster: Erik „DoA“ Lonnquist. Foto stammt von: Robert Paul für Blizzard Entertainment

DoA glaubt aber immer noch an das Konzept und liebe Overwatch nach wie vor. Bei DoA ist also noch nicht sicher, ob er zurückkehrt.

Der Freelance Host, Chris Puckett, hat seinen Rücktritt von der Overwatch Liga bekanntgegeben.

Analysten zweifeln an Overwatch-Liga, werten Activision Blizzard ab

Was ist da los? Die Idee der Overwatch-Liga war es, Teams mit Städten zu verknüpfen. 2016 sah die Overwatch Liga wie das „nächste große Ding“ aus. Activision Blizzard schwärmte von den Möglichkeiten der Liga.

Mittlerweile gibt es aber Zweifel, ob es Blizzard gelingt, Overwatch wirklich als eSport-Titel neben CS:GO, LoL oder Dota 2 zu etablieren. Durch den Weggang von Nanzer, den Aufstieg von Epic Games und Fortnite und die Neustrukturierung innerhalb von Blizzard scheint einiges in Bewegung geraten zu sein, was 2016 noch anders aussah.

Overwatch 2 Sojourn Titel 2

Activision Blizzard fährt in den letzten Jahren einen Sparkurs. Angeblich sparen sie in allen Bereichen Geld ein, die nicht direkt mit der Entwicklung neuer Titel zu tun haben. Das ist wohl auch mit den „kreativen Differenzen“ gemeint, die MonteCristo anführt.

Neben den Castern hat sich auch ein Team aus der 2. Reihe aus Overwatch zurückgezogen:

Overwatch: Twitch-Streamer xQc erfährt von Twitter, dass sich sein Profi-Team auflöst

Das Titelbild stammt von Robert Paul im Auftrag von Blizzard.

Autor(in)
Quelle(n): DotesportsESPN
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Wunderwarze
1 Monat zuvor

Da zeigt sich die Schwierigkeit eine professionelle E-Sport Plattform und ein kommerziell erfolgreiches Retail Spiel unter einen Hut zu bekommen.

Ich verstehe zwar die Kritik. Als Spieler fände ich Overwatch allerdings echt öde, wenn man nur 1 Map hätte.

Abgesehen davon macht das Spiel im Moment ohnehin noch weniger Spaß als eine eitrige Entzündung im Genitalbereich. Noch nicht mal gewinnen fühlt sich befriedigend an. (Achtung: Meinung!)

Halbtaub
1 Monat zuvor

Schade aber ich kann ihn verstehen aktuell ist ow irgendwie tot. Und Blizzard arbeitet an ow 2 was mehr wie ein dlc aussieht und merkt nicht warum ow gescheitert ist und das ist die update politik.

DDuck
1 Monat zuvor

Das Overwatch 2 sich wie ein DLC anfühlt, oder sich als DLC besser anfühlen würde, da gebe ich dir absolut Recht. Das Overwatch aber als Spiel gescheitert ist, ist Quatsch. Dazu brauch man sich einfach nur mal die Zahlen und die Auszeichnungen anschauen, die das Spiel eingefahren hat. Blizzard hat es mit Overwatch (mal wieder) geschafft etwas absolut Einzigartiges zu kreieren und auch heute ist es ja nicht so, als sei das Spiel tot. Es gibt immer noch massig Spieler auf den Servern und man hat zu den Stoßzeiten kaum Wartezeiten auf Matches.

Overwatch als Spiel ist nicht gescheitert, Overwatch als eSport-Titel sicherlich schon und das lag an der Patchpolitik, wie du schon sagst: es wurde einfach viel zu langsam auf die verschiedenen Metas reagiert. Das Spiel ist mittlerweile fast 4 Jahre alt und im Grunde haben wir im Profibereich gerade einmal 3 Metas mit jeweils einer Comp gesehen, die in ihrer Form auch kaum Abweichungen zuließ:
Dive, Goats und zuletzt die 2-2-2 Meta mit Doomfist und Reaper. Viele sagen, dass der 2-2-2 Role Lock viel zu spät kam…das finde ich noch nicht einmal unbedingt. Ja er wurde sehr spät eingeführt, das ist richtig. Allerdings kann ich auch Blizzard verstehen, dass man versucht hat diese Freiheit so lange wie möglich zu erhalten. Allerdings hat man sich m.M.n. in der Zeit bis dahin viel zu wenig Mühe gegeben die Sachen irgendwie in den Griff zu kriegen: Patches kamen viel zu selten und zu unregelmäßig und haben viel zu lange auf sich warten lassen. Es wurde auch viel zu wenig mit verschiedenen Balance-Änderungen experimentiert. Ob das alles jetzt an OW 2 liegt, da kann man sicherlich unterschiedlicher Meinung sein…ich denke eher es liegt/lag allgemein an der Stimmung im Konzern und der Konzernpolitik die man von oben versucht hat nach unten durchzudrücken.

DDuck
1 Monat zuvor

Auf jeden Fall ein herber Verlust! Wen es irgendetwas gibt, das an der OWL absolute Weltklasse war, dann waren es die Kommentatoren! Grundsätzlich hat Overwatch eigentlich genau das, was ein guter eSport-Titel. Teamkämpfe, Einzelaktionen, Clutch-Momente, eine starke Franchise-Liga, ikonische Spieler…eigentlich hat das Spiel und auch die Liga alles, was es braucht. Auch den Ansatz die Teams mit einem konkreten Standort zu verknüpfen fand ich an sich ganz nett…auch wenn das natürlich mehr Marketing ist als alles andere: Dafür brauch man sich ja nur einfach mal die Roster von bspw. LONDON Spitfire, NEW YORK Excelsior oder den VANCOUVER Titans anschauen.

Was dem Ganzen aber irgendwie das Genick bricht, sind die doch sehr großen Balance-Probleme, die das Spiel seit jeher hat. Egal was man macht, egal wie man es dreht und wendet, es gibt immer DIE Meta, die gespielt werden muss und die auch kaum eine und wenn dann nur minimale Abweichungen zulässt. Das macht das Spiel, selbst für die eingefleischtesten Fans einfach irgendwann uninteressant. Aktuell, nach über 1500 Spielstunden, muss ich sagen macht mir das Spiel auch keinen Spaß mehr, sodass ich es erstmal auf Eis gelegt habe. Das Zuschauen macht mir schon seit etwas längerer Zeit keinen Spaß mehr. Komischerweise ging das Ganze irgendwie mit dem 2-2-2 Role-Lock einher, der ja die große Erlösung bringen sollte. Bei mir hat es eher zum Gegenteil geführt und ich fand das Spiel MIT Rollenzwang noch eintöniger anzuschauen als ohne Rollenzwang und das liegt bei Gott nicht daran, dass mir die die Goats Meta so super gut gefallen hat.

Was der jungen Liga meiner Meinung auch absolut nicht gut tut ist, dass den Teams sehr früh schon sehr viele ikonische und beliebte Spieler abhanden kommen und Kritik an der Liga äußern: Zuletzt haben mit Custa und Jake zwei absolute Fan-Lieblinge die OWL verlassen und ihre Karriere an den Nagel gehangen. Zuvor haben schon unzählige andere Stars dem aktiven Profi-Status den Rücken gekehrt: Dafran, Shadowburn, Mistakes, Seagull, Silkthread und, und, und…die Liste kann man fast unendlich so fortsetzen und i.d.R. liegt es nicht daran, dass die Jungs zu alt oder zu schlecht sind, sondern viel mehr daran, dass sie keine Lust auf die OWL hatten, von der Meta aussortiert wurden oder durch anderen Spieler ersetzt wurden. Das tut einer solchen Liga in so jungen Jahren einfach nicht gut.

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