World of Warcraft und unser neuer Autor Jürgen hatten bislang nie viel miteinander zu tun. Doch dann kam die Alpha zum Addon Legion und änderte alles!
Hey liebe Leser! Ich bin Jürgen, der Neue hier bei Mein-MMO und ich will mich hier mal vorstellen. Gleichzeitig hab ich aber auch den Auftrag, eine Kolumne zu verfassen. Warum also nicht beides? Daher lest ihr hier einfach eine Geschichte, die sowohl meinen Werdegang als MMO-Fan, als auch meine spät erwachte Leidenschaft für World of Warcraft erklärt.
WoW, nein danke!
Meine MMO-Karriere begann relativ spät, nämlich im Dezember 2005, als ich Guild Wars installierte und von da an kaum noch offline zockte. Dabei waren Online-Games damals für mich freilich nichts neues, denn bereits in Frühjahr des Jahres wurde ich von allen Seiten von begeisterten Fans von World of Warcraft bedrängt. Das Spiel sei ja so geil, die Welt so lebendig und die Quest… oh, die Quests, die seien wie in einem echten Rollenspiel (damit waren damals Single-Player-Games wie Knights of the Old Republic oder Baldurs Gate gemeint).
Doch immer wenn mir Leute allzu enthusiastisch irgendwas empfehlen und über den grünen Klee loben, werde ich skeptisch. Und WoW war mir schon aufgrund der mehr als bescheidenen Grafik suspekt. Das Game sah ja bereits 2005 hoffnungslos mies aus. Und das Totschlag-Argument „es muss ja auch auf einem ollen Laptop noch laufen“, war für mich als High-End-PC-Besitzer ohnehin hinfällig.
Und dann kam halt noch dazu, dass WoW Abogebühren kostete. Und ich war 2005 gerade frisch Student und konnte neben den damals in Bayern grassierenden Studiengebühren und den Fahrkosten zur Uni kaum noch Geld für Abogebühren aufbringen. Dafür gab’s damals einfach zu viele geile Studi-Partys und anderen Kram, für den ich mein verbliebenes Geld ausgab.
Daher konnte mich auch ein besonders hartnäckiger Freund nicht wirklich überzeugen, als er mir großzügig seinen WoW-Account für ein Wochenende überließ. Wohl in der festen Hoffnung, dass mich dann doch auch der WoW-Virus packe und ich endlich dieses – seiner Meinung nach – geniale Spiel zu schätzen wisse.
Das ging katastrophal nach hinten los. Denn zum einen sah WoW wirklich so schlimm aus, wie ich es auf Screenshots gesehen hatte. Im Vergleich zu anderen Games damals war das schon mal ein großer Kritikpunkt. Und dann waren die meisten Quests halt übelstes Grinden, Marke „Töte Eber und bring mir 20 Schweineschnauzen“. Ey, bitte was? DAS soll tolles Quest-Design im Geiste von Baldurs Gate sein? Und dafür soll ich jeden Monat 15 Euro (dafür bekam man damals noch fünf Döner!) löhnen? Mein Arsch!
Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt…
World of Warcraft war von da an für mich erledigt! Und mit Guild Wars fand ich ein MMO, das besser aussah und mit seinen instanzierten Gebieten meinen Single-Player-Allüren viel mehr entsprach. Ja, ich geb’s zu, ich wollte damals wirklich lieber allein unterwegs sein und nur in besonderen Fällen Mitspieler dabei haben. Und vor allem wollte ich nicht jeden Monat Abogebühren löhnen!
Gut, das Abo-Argument fiel bald weg, als ich als alter Barbaren- Fan unbedingt Age of Conan ausprobieten wollte und als später noch Star Wars: The Old Republic erschien, waren die Kosten für mich als Star-Wars-Enthusiast auch ziemlich wurscht. Und seit Age of Conan und später Guild Wars 2, sowie meinem geliebten Wildstar waren für mich auch die klassischen, statischen Hotkey-Kampfsysteme ziemlich uninteressant geworden. Ich brauchte mehr Action in meinen MMOs und daher war WoW mit seinem altbackenen Gameplay nach wie vor für mich uninteressant.
Dennoch bekam ich regelmäßig mit, wie es um WoW stand und was darin gerade abging. Immerhin spielten es genug meiner Freunde und dann war ich später noch Praktikant bei buffed.de, wo ich regelmäßig im Podcast dabei war und dort jedes Mal den obligatorischen WoW-Teil mitbekam. Und zumindest die Story und die Welt interessierten mich dann schon irgendwie. Aber ich hatte damals so viel mit anderen MMOs zu tun, dass ich einfach keine Muße dazu fand, jetzt noch WoW anzufangen.
… kommt der Berg zum Propheten
Und dann kam schließlich der Moment, in dem ich nicht mehr um WoW herumkam, denn ich landete als Online-Redakteur bei GIGA und musste dort ein Preview zum neuen WoW-Addon Legion schreiben. „Na toll, ich hab ja so viel Bock auf dieses altbackene Ding“, dachte ich mir. Aber gut, Dienst ist Dienst und einer muss es ja machen. Ich bekam also Zugang zur Alpha und durfte gleich als hochstufiger Dämonenjäger einsteigen. Dämonenjäger! Wie geil war das denn? Gerade den guten alten Illidan fand ich schon damals im Warcraft-3-Addon Frozen Throne total genial! Und dank der aufgemotzten Grafik sah WoW mittlerweile ähnlich aus wie mein Lieblings-MMO Wildstar!
Ich war ernsthaft gepackt und sah meine Aufgabe plötzlich in einem anderen Licht. Ich baute mir also eine fiese Nachtelfen-Dämonenjägerin und stürzte mich ins Spiel. Doch nach wie vor hatte ich Bedenken. Ich hatte seit meinen ersten Eskapaden von 11 Jahren nicht mehr mit WoW zu tun gehabt und jetzt sollte ich einen Helden auf Stufe 95 spielen? Das kann ja nur schief gehen!
Doch Blizzard schien beim Design der neuen Klasse wohl direkt an Leute wie mich gedacht zu haben. Der Dämonenjäger spielte sich nämlich sehr intuitiv und sogar die aus Wildstar und Guild Wars 2 liebgewonnen Features von Doppelsprung und Gleiten waren beim Dämonenjäger möglich.
Wie ich lernte, WoW zu lieben
Doch endgültig eroberte der Dämonenjäger mein Action-MMO-Spieler-Herz, als ich die ersten Kämpfe hinter mir hatte. Entgegen aller Befürchtungen war das Gameplay – zumindest beim Dämonenjäger – gar nicht so altbacken und statisch wie ich es noch in Erinnerung hatte. Klar, im Grunde musste ich immer noch den Gegner auswählen und per Auto-Angriff auf ihn einhauen aber die meisten Skills meiner Heldin waren Flächenangriffe mit kurzer Reichweite, die alles vor mir trafen. Und wieder andere Skills erlaubten mit schnelle Vorstöße und Rückzüge.
Dadurch spielte sich der Dämonenjäger gänzlich anders, als die typischen WoW-Heroen und World of Warcraft war damit fast schon ein Action-MMO wie Wildstar geworden. Dazu kam noch die packend inszenierte Story um meinen Liebling Illidan und die Ursprünge der Dämonenjäger, die mich voll und ganz in ihren Bann zog.
Ich saß also nach einigen Stunden verwundert vor meinem Bildschirm und dachte mir: „Ey… das macht ja richtig Spaß!“ Seitdem hat mich endlich, und mit fast 11 Jahren Verspätung, der WoW-Virus doch noch gepackt und ich sowie meine Dämonenjägerin erwarten schon sehnlichst den Release-Termin von Legion!
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