Heutzutage verdienen Entwickler und Publisher am meisten mit Spielen, die auf den breiten Markt zugeschnitten und daher möglichst „Casual“ sind. Geht dadurch die Spielekultur den Bach runter?
Battleborn ist beileibe kein Spiel für Gelegenheits-Spieler und in meiner letzten Kolumne zu Gearbox‘ Hero-Shooter kam daher auch die Frage auf, ob denn ein Casual-Spiel per se etwas Schlechtes sei. Und da dieses Thema eigentlich einen eigenen Text verdient, haben wir es diese Woche einfach zum Thema von „Mein-MMO fragt“ gemacht. Danke nochmal an den Leser Void für die Anregung.
War früher alles besser?
Aber zurück zum Thema. Früher waren Spiele für gewöhnlich komplexer und schwieriger zu meistern. Oft wurden nicht alle Aspekte der Spielmechanik erklärt und man verbrachte Stunden und Tage, alle Funktionen eines Spiels auszutüfteln. So habe ich damals im ersten Wing Commander erst nach Wochen herausgefunden, das man via Autopilot sofort ins Zielgebiet springen konnte, ich Depp bin bis dahin immer manuell hingezuckelt…
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Heute sind solche Fehler eigentlich kaum mehr möglich, denn ausführliche Tutorials erklären selbst dem größten Kasper, wie er das Spiel zu spielen hat und auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad kann selbst ein Kleinkind die aktuellen Titel durchzocken.
Einfach = anspruchslos?
Bei Single-Player-Spielen sind solche Vereinfachungen für viele Core-Gamer ein klares Ärgernis, weswegen auch die negativen Kritiken über das jeweils neueste Call of Duty oder Assassins Creed meist nicht zu überhören sind. Doch wie sieht es bei Multiplayer-Spielen aus? Ist Heroes of the Storm schlechter als League of Legends, weil Blizzards MOBA weniger komplex ist? Und steckt Battleborn Overwatch in die Tonne, weil in Gearbox‘ Hero-Shooter viel komplexeres Gameplay steckt?

Hier ist die Frage weniger leicht zu beantworten, denn gerade Heroes of the Storm ermöglicht durch seine Einfachheit auch, dass sich Leute an das MOBA-Genre wagen, die bisher von dem komplexen Gameplay abgeschreckt waren und Angst davor hatten, sich vor der – gerade in LoL – berüchtigten Community zum Affen zu machen.
Und so anspruchslos ist HotS eigentlich auch gar nicht, denn die verschiedenen Maps und die vielen Talent-Builds machen das Spiel komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Lediglich der Einstieg und die Lernkurve bei neuen Helden fallen um einiges sanfter aus. Ist es also schlimm, dass man in Heroes of the Storm noch schnell ein paar kleine Runden nach dem Feierabend drehen kann, ohne dass man sich mühselig in das Spiel hineinfuchsen muss?
Demografischer Wandel
Außerdem kommt noch hinzu, dass viele Spieler der ersten Stunde mittlerweile im mittleren Alter angekommen sind und oft anspruchsvolle Berufe, Ehepartner und Familie haben. Vielen fehlt dann neben Überstunden und Kindererziehung einfach die Zeit, sich auch noch mit dem Theorie-Crafting für den optimalen Schadensoutput der Chaos-Hexe Orendi aus Battleborn zu beschäftigen.

Dann doch lieber eine Runde mit Tracer in Overwatch, da muss man nur drei einfache Skills ohne Zusatzeffekte im Auge haben und hat weder mit Ausrüstung noch der optimalen Talentauswahl Sorgen. Und dann sollte man auch nie vergessen, dass viele als „Casual“ verschriene Spiele oft nur leicht zu lernen, aber verteufelt schwer zu meistern sind. World of Tanks ist da ein gutes Beispiel: Wer mal russische Pro-Teams auf den Grand Finals in Warschau gesehen und mit dem knuffigen Panzerspaß auf den unteren Tiers vergleicht, weiß, was ich meine.

Aber genug zur Casual-Kontroverse, ich will ja eure Meinung zu dem Thema lesen. Sind für euch alle Casual-Spiele die Seuche, ein notwendiges, dem Zeitgeist geschuldetes Übel oder eigentlich eine tolle Sache? Schreibt es in die Kommentare! Ich freu mich auf eine lebhafte Diskussion!
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