PvP über PvE – Gehen Destiny 2 & The Division den falschen Weg?

Bei Destiny und The Division leidet das PvE unter der Suche nach der perfekten Balance im PvP. Ist ein Umdenken von Seiten der Entwickler notwendig?

Es war der größte Kitikpunkt an der „Destiny 2“-Beta: Bungie opfere den Spaß im PvE, damit das PvP besser werde. Denn viele Design-Entscheidungen wurden zugunsten eines augeglichenen PvP-Bereichs getroffen, die sich so zusammenfassen lassen: Während die Standard-Waffen in den Vordergrund rücken, werden alle anderen spaßigen Elemente von Destiny schwächer oder seltener.

Die Änderungen sind für den Schmelztiegel sinnvoll oder zumindest nachvollziehbar, allerdings wirken sie sich auch stark auf den Kampf „Hüter gegen Alien“ aus: Man fühlt sich im PvE weniger mächtig, es gibt weniger Abwechslung, man schießt fast nur noch mit Standard-Wummen auf die Gegner. Destiny verkomme zu einem monotonen Baller-Spiel, so einige Hüter. Man verliere die für Destiny wichtige Fantasie, ein mächtiger Charakter im Universum zu sein – eine Art Superheld.

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Eine bessere PvP-Balance auf Kosten des PvE-Bereichs ist kein neuer Trend

Die Entwickler von Bungie gehen nicht erst mit dem neuen Waffensystem von Destiny 2 und den Änderungen an den Fähigkeiten diesen Weg, der sich immer weiter von einer spaßigen PvE-Erfahrung entfernt. Schon in Destiny 1 haderten die Hüter mit so mancher Balance-Entscheidung von Bungie.

Prominentes Beispiel ist die Vex Mythoclast in Jahr 1, die eine mächtige Waffe im PvE und eine übermächtige Waffe im PvP war. Letztendlich erfuhr diese einzigartige Wumme so viele Nerfs, bis sie in keinem Bereich des Spiels mehr nützlich war. Auch ganze Waffengattungen, wie die Fusionsgewehre, wurden schlicht „totgenerft“.division-last-stand-agenten

Neben Destiny ist The Division der zweite große MMO-Shooter auf dem Spielemarkt – der unter demselben Problem leidet: Alle Waffen und Gear-Sets, die einst stark im PvP waren, wurden zugrunde generft. Es entwickelte sich schnell der Running-Gag, dass man niemals in den Foren schreiben dürfe, dass eine Waffe großen Spaß mache. Denn dann würden die Entwickler von Massive diese sofort abschwächen.

Dieser Nerf-Wahn führt dazu, dass sich die Agenten in The Division extrem schwach fühlten. Jeder Standard-Gegner im PvE war viel mächtiger als man selbst, sodass man nur ein paar Schüsse abgeben konnte, um sich dann sofort wieder hinter die nächste Deckung zu kauern. Das PvP wurde dadurch ein wenig mehr in Balance gerückt, das PvE machte aber keinen Spaß mehr.division-agent

Die letzten Jahre Destiny und The Division zeichnen ein deutliches Bild: Wenn die Entwickler nur auf das PvP bei den Balance-Entscheidungen schauen, leidet das PvE stark darunter. Und das resultiert stets in einer negativen Spielerfahrung für die Hüter und die Agenten. Der Spaß wird gestrichen.

Das Gefühl der Macht, wofür man Destiny liebte, scheint immer mehr zu schwinden. Und wenn man als Division-Agent der schwächste Charakter in der Postapokalypse ist, ist das auch nicht Sinn der Sache.

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Destiny und The Division – sollte der Fokus wirklich auf dem PvP liegen?

Einige von Euch werden dieser Aussage wohl widersprechen, aber ich denke: Der Großteil der Spieler von MMO-Shootern zockt diese aufgrund des PvE-Bereichs. Das unterstreicht auch eine Facebook-Umfrage von uns aus dem Juni: Von über 1400 Teilnehmern stimmten lediglich 164 Leute dafür, dass für sie das PvP in Destiny 2 am wichtigsten sei. Die restlichen stimmten für die Story oder den Raid.

Man möchte Destiny oder The Division zusammen mit seinen Freunden zocken. Gemeinsam Aliens eliminieren oder die Straßen New Yorks von fiesen Fraktionen säubern. Dabei will man sich mächtig fühlen, Abwechslung haben und eine gute Zeit mit den Kumpels verbringen.

Weshalb ordnen die Entwickler von PvE-fokussierten Spielen aber dann das PvP über das PvE? Warum wird das PvE nicht stärker beim Balancing berücksichtigt? Warum gehen Bungie und Massive diesen Weg weiter, obwohl viele Fans fordern, den Spaß ins PvE zurückzubringen? Und vor allem: Warum trennen die Entwickler das PvE und das PvP bei Balance-Anpassungen nicht einfach?destiny-2-pvp-hüter

Eine strikte Trennung von PvE und PvP wird in der Community längst als die Lösung für dieses Problem diskutiert. Am PvP könne man gerne so viel drehen wie man möchte, solange dies keine negativen Einflüsse auf das PvE hat. Ist eine Waffe im PvP zu stark, soll sie im PvP generft werden und im PvE so bleiben, wie sie ist. Warum gehen die Entwickler nicht so vor?

Bungie äußerte sich einst zu dieser Frage: Man möchte, dass sich dieselbe Waffe überall im Spiel gleich anfühlt. Sie soll im PvE wie im PvP gleich sein. Wenn man aus dem Raid in den Schmelztiegel geht, soll man an dem Waffen-Feeling keine Unterschiede bemerken.

Dennoch: Ist es nicht das geringere Übel, den Spielern eine gewisse Umgewöhnung zwischen PvE und PvP zuzumuten, als ihnen den Spaß im PvE zu rauben?division-aussicht

Eine perfekte Balance im PvP ist ohnehin niemals möglich. Da wird der PvE-Bereich auf der ewigen Suche nach dem passenden PvP-Gleichgewicht noch einiges durchmachen müssen. Eine Trennung dieser Bereiche ist daher wohl tatsächlich ein notwendiger Schritt, damit sich das PvE wieder erholen kann. Bis dahin wird der Konflikt zwischen diesen Bereichen nicht enden, da beide unterschiedliche Anforderungen haben.

Oder habt Ihr eine Lösung für die Sandbox-Teams von Bungie und Massive?

Übrigens:

  • Laut Bungie werdet Ihr im PvE von Destiny 2 mächtiger, als Ihr es noch in der Beta wart. Am neuen Waffensystem wird man dennoch bis zum Launch nichts mehr ändern. Dabei trägt es eigentlich dem Spielspaß bei, mit vielen verschiedenen Waffen auf die Aliens ballern zu können.
  • Bei The Division kommen mit den klassifizierten Gear-Sets neue Items, welche die Agenten mächtiger machen sollen. Zeitgleich werden aber auch die SASG-Schrotflinten abgeschwächt, da sie im PvP zu stark sind …
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