World of Warcraft: Infos zum neuen WoW-Addon Warlords of Dreanor

Ein vorläufiges Flugverbot in der neuen Zone, neue Charaktermodelle, keine Itemaufwertungen mehr, ein Heiler-Nerf, kein Bonus für die erlernten Berufe und neue Infos über die Garnisonen – in den letzten Wochen prasselte eine Flut aus Info-Häppchen über das neue AddOn Warlords of Draenor auf die Spieler nieder.

Wir schauen uns die angekündigten Änderungen am Game-Design einmal genauer an und fragen uns, in welche Richtung Blizzard ihren Koloss World of Warcraft ausrichten möchte.

Das Flugverbot – erst ab 6.1 darf geflogen werden

Was ist die Nachricht: Man wird während des Levelprozess auf 100 nicht in der neuen Welt fliegen können. Auch auf Level 100 nicht sofort. Mit dem ersten Content-Patch (6.1) wird eine Quest freigeschaltet, die man abschließen muss, wenn man wieder fliegen möchte.

Pegasus Flugmount in WoW

Was steckt dahinter: Das Fliegen in WoW ist aus Design-Gründen problematisch, weil es aus einigen Situationen die Gefahr nimmt: Open World PvP wird dadurch trivialisiert, außerdem verlieren die Spieler den Blick für die Landschaft. Sie rauschen durch Gegenden, die ihnen eigentlich ein Gefühl für die Größe und Unwägbarkeit des neuen Landes vermitteln sollten.

Außerdem möchte Blizzard sicherstellen, dass ein Spieler es als Belohnung und etwas Besonderes empfindet, fliegen zu dürfen – und nicht als Normalzustand. Aus der Diskussion konnte man einige Male herauslesen, dass die Game-Designer mit dem Fliegen insgesamt unzufrieden sind. In vielen Konkurrenzspielen gibt es diese Möglichkeit aus guten Gründen nicht.

Gab es negative Reaktionen der Community? Viele Spieler fürchten, dass das Farmen von Rohmaterialien ohne Flugmount zeitraubend und nervig ist. Außerdem hätten seltene und hochkarätige Flug-Mounts dann keine Berechtigung mehr – und für manche von ihnen haben die Spieler echtes Geld ausgegeben oder sind besonders schwierigen und langwierigen Missionen nachgegangen (Stichwort: Netherdrachen).

Im Kern: Eigentlich war es nie anders als bisher. Die Level-Phase bewältigte man eben zu Fuß, später, wenn man den Content einmal aus nächster Nähe gesehen hatte, wurde er aus Vogelperspektive trivialer. Neuere MMORPGs bieten die Möglichkeiten des Fliegens nicht. Blizzard hat sich in der Vergangenheit von einigen Relikten im Spieldesign getrennt, die nicht mehr zeitgemäß schienen. Ein World of Warcraft aber ohne Flugmounts? Das wäre den Spielern wohl schwer zu vermitteln.

Das schnelle Farmen auf dem Rücken des Flugtiers ist für viele Spieler eine Selbstverständlichkeit geworden. Ob es den Content trivialisiert, ist da egal. Die großen Herausforderungen warten ohnehin in Raids – und da herrscht nach wie vor Flugverbot.

Perspektive: Ohne Flugmounts wäre es möglich, schwierigere Sprung-Stellen ins Spiel einzubauen (WildStar, Guild Wars 2) – oder dem Spieler ein engeres Gefühl für die Landschaft zu vermitteln (The Elder Scrolls Online). Das Fliegen könnte irgendwann dran glauben, wenn Blizzard die Engine weiter aufbohrt oder neue Wege gehen möchte. Aber das liegt wahrscheinlich einige Jahre in der Zukunft.

Neue Charaktermodelle – aus glatt mach tief

Was ist die Nachricht? Blizzard hat alte Modelle von Spielerfiguren überarbeitet, um sie an das Niveau der neueren Rassen anzupassen. Doch wird man zum Start von Warlords of Draenor wohl nicht mit allen fertig sein.

World of Warcraft: Weiblicher Zwerg

Was steckt dahinter: Die alten Modelle wirkten nach und nach wie Fremdkörper in der Welt. Ein Facelifting war fällig. Es ist ein Bekenntnis der Designer zu World of Warcraft. Dabei legt Blizzard naturgemäß viel, viel Wert auf die Ästhetik und das „WoW“-Gefühl bei den Figuren. Mit den neuen Modellen ist ein großer Aufwand verbunden.

Gab es negative Reaktionen der Community? Eigentlich nicht. Schlimmstenfalls rechnen einige damit, dass für die aufwändige Neugestaltung etwas Zeit abgezwackt wird, das man eigentlich lieber in neuen Content investiert sehen möchte. Aber die meisten sind sich einig, dass der Facelift dringend nötig war.

Im Kern: Bürgermeister von Städten, bei denen sich Fabriken angesiedelt haben, sagen oft: „Solange die alle zwei Jahre die Fabrik neu anstreichen, brauchen wir uns keine Sorgen machen.“ Genau so kann man diese Entscheidung von Blizzard einordnen. Es ist ein großer Aufwand, der hier betrieben wird, um das Spiel auch im Jahr 2014 attraktiv zu halten. Seit Jahren hört man Gemunkel, Blizzard möchte WoW auslaufen lassen und sich ganz auf „Titan“ konzentrieren. Die Entscheidung des Remodellings sollte solches Raunen auf absehbare Zeit verstummen lassen.

Kein Pimp my Item mehr

Was ist die Nachricht? Mit dem Patch 6.0 wird es nicht mehr möglich sein, Items zu upgraden. Ob das später wiederkommt, weiß man im Moment noch nicht.

Item Upgrade WoW

Was steckt dahinter? Man weiß es noch nicht so recht. Seit die Item-Upgrades eingeführt wurden, schaltete Blizzard sie regelmäßig an oder aus. Wahnsinnig zufrieden mit der Game-Mechanik ist keiner so recht. Dient sie doch vor allem dazu, Content zu verlängern. Wasser in der Suppe ist zwar nötig, aber erntet nun auch nicht gerade Beifallsstürme.

Im Kern: In den ungeraden Patches kommt kein neuer Raid-Content mehr, die Spieler raiden aber dennoch weiter. Mit den Tapferkeitspunkten, die sie pro erlegten Boss erhalten, haben sie die Möglichkeit, bestehendes Gear marginal zu verbessern. Dadurch wird der Raid leichter und der Char etwas stärker.

Es ist aber nicht dasselbe, wie ein neues Item zu erhalten, sondern fühlt sich eher wie eine bürokratische Sache an: Erst die Waffe, dann die Set-Items. Keiner kriegt einen Kick daraus, beim siebten erfolgreichen Raid einer Instanz nun endlich die Armschienen um 8 Item-Levels zu verstärken.

Gab es negative Reaktionen der Community? Die Item-Aufwertung ist noch relativ neu und nun nicht gerade mit vielen Gefühlen besetzt. Man hat sich damit abgefunden, dass sie eine logische Lösung für einige Content-Probleme ist. So richtig würde der Möglichkeit wohl keiner nachtrauern.

Perspektive: Solange Blizzard nicht irgendeinen Genie-Streich enthüllt, wird die Item-Aufwertung wohl mit Patch 6.1 an den Start gehen, mit 6.2 erneut deaktiviert werden und mit 6.3 wiederkommen. Sonderlich aufregend ist das nicht.

Der Heiler-Nerf

Was ist die Nachricht? Heiler werden erheblich und quer durch die Bank generft. Wir haben darüber schon ausführlich berichtet.

World of Warcraft: Heilung

Was steckt dahinter? PvP-Balancing spielt sicher eine wichtige Rolle, dadurch will man möglichst viele Instants und No-Brain-Heals aus dem Spiel entfernen. Aber auch im PvE hat der Heiler eine Sonderrolle in der Progression. Auch der Heiler wird mit besserem Gear stärker, nur erhöht das seinen Spielspaß nicht unbedingt. Denn ein Heiler wird zwar besser, muss aber in einem Raid weniger heilen, weil der Tank mit besserem Gear weniger Dresche einsteckt und die Schadensausteiler den Boss schneller töten. Dadurch muss ein Heiler mit besserem Gear weniger und kürzer heilen.

Blizzard möchte das umkehren, damit Heiler zum Ende einer Expansion nicht auf die Ersatzbank wandern, weil man die Instanzen solo oder zu zweit heilen kann, daher der Nerf bei der Item-Skalierung.

Gab es negative Reaktionen der Community? Aber hallo, natürlich. Niemand sieht es gerne, wenn seine Klasse generft wird. Allgemein ist man sich aber einig, dass das Heilen mit MoP wieder zu leicht wurde. Es ist auch nicht das erste Mal das soetwas kommt. Zu Beginn von Cataclysm traf die Heiler das Nerfbat schon einmal.

Im Kern: Blizzard möchte Heiler immer wieder vor die Entscheidung stellen, in welcher Situation sie welchen Heal benutzen. Das hat man mehrmals so gesagt und will die Linie durchziehen.

Der Gleiche unter Gleichen

Was ist die Nachricht? Der Bonus für erlernte Berufe fällt weg. Bisher gab jeder Beruf auf der Höchststufe einen bestimmten, relativ banalen Bonus auf eine Fertigkeit, das will man nun abschaffen.

World of Warcraft Handwerk

Was steckt dahinter? Eine dieser „Wir trennen uns von einer überholten Spielmechanik“-Entscheidungen Blizzards, die man in der Vergangenheit immer wieder traf. In anderen Spielen gibt es deutlich wenig Handwerker als in der World of Warcraft, wo praktisch jeder Char dazu verpflichtet ist, die Meisterschaft in einem Beruf anzustreben.

Vielleicht möchte man das Handwerk in World of Warcraft verkomplizieren und vertiefen und mit mehr Aufwand verbinden. Im Moment ist es kein Problem, einen Char zum mystischen Super-Großmeister auszubilden, obwohl man überhaupt kein Interesse an der Schmiedekunst hat. Es erfordert lediglich Gold, Zugang zum Auktionshaus und einen Guide.

Perspektive: Das könnte wirklich größere Auswirkungen haben. Der Craft-Bereich ist schon seit langem eine Schwachstelle von World of Warcraft. Große Änderungen waren schwierig, weil die meisten Spieler einen oder sogar mehrere Chars mit gemaxten Berufen besaßen. Jede Änderung hätte also Auswirkungen auf unzählige Spieler gehabt, vom Crafting-Nerd bis zum Crafting-Verweigerer (der es natürlich dennoch mit 4 Chars auf Max hat, weil er raiden möchte).

Wenn man das Crafting verändern will, ohne dabei auf jeden Spieler achten zu müssen, ist das eine wirklich nette Sache.

Was gibt es sonst noch?

Ungefähr 200 kleine und winzige Nachrichten. Hey, Jäger können jetzt eine Hydra zähmen! Eine der wichtigsten Änderungen kommt sicher mit der Garnison auf die Spieler zu. Das war auch uns so wichtig, dass wir darüber in einem extra Beitrag berichtet haben.

Garnison Feature WoW

Die Informationen, die von Blizzard im Vorfeld der Expansion kamen, deuten darauf hin, dass man vorsichtig agiert und dass keine großen Kursänderungen abzusehen sind. Nach der Mists of Pandaria-Expansion ist Blizzards Spiel in einem wesentlich besseren Zustand als nach Cataclysm. Das Problem wird weiterhin sein, größere Content-Flauten zu vermeiden oder aufzufangen.

Ansonsten ist es im Moment noch ruhig um die Warlords of Draenor. Es ist keine neue Klasse gekündigt und keine neue Rasse. Das Garnisons-Feature und die neuen Charaktermodelle sind die beiden größten bisher angekündigten Features für Warlords of Draenor. Keine der beiden Änderungen hat einen größeren Einfluss darauf, was die Philosophie oder die allgemeine Ausrichtung der World of Warcraft angeht.

Die Garnison dürfte dem Crafting einen etwas höheren Stellenwert verleihen – es ist aber im Moment noch unklar, ob es wirklich ein Teil des „Haupt-Spiels“ wird oder eine Nebenbeschäftigung bleibt wie die Pet-Battles oder die eigene Farm in Mists of Pandaria.

Warlords of Draenor Alpha
Von dem Bild werdet ihr bald noch mehr sehen – denn so sieht der neue Einloggschirm für Warlords of Draenor aus.

Das ist das Schwierige bei World of Warcraft: Macht man etwas durch Boni wichtig genug, dass Spieler einen direkten Vorteil in anderen Spiel-Gebieten daraus ziehen, muss man sowohl an Hardcore-Raider wie auch an Hardcore-PvPler denken und das Feature entsprechend schmerzfrei und simpel gestalten. So dass Spieler die maximalen Vorteile daraus ziehen können, ohne dass sie sich durch das Feature gegängelt oder genervt fühlen. Lässt man es parallel zur Welt stattfinden (wie die Farm oder die Pet-Battles), trivialisiert man es.

Blizzard ist im Moment in der Situation, dass man das Spiel für neue Käuferschichten öffnen möchte, dabei aber auch nicht die Stammkundschaft verprellen will. Es scheint so, als wolle man erst einmal abwarten, wie die Kunden auf den alten-neuen Kontintet reagieren und wie sie die frischen Charaktermodelle annehmen.

Evolution statt Revolution: Politur statt Neubau

Abgesehen von den Design-Entscheidungen hat sich Blizzard in den vergangenen Jahren dadurch ausgezeichnet, dass sie das, was alle anderen machen, bis zum Ende durchdenken und neue Wege finden, es ein Stück besser zu machen.

So gibt es in World of Warcraft nun seit 10 Jahren Quests und seit 6 Jahren Phasing, aber gerade mit dem letzten AddOn hat Blizzard gezeigt, dass sie das noch einmal weiterführen und weiterdenken können.

Vor allem das Geschichtenerzählen, zusammenhängende Quests und das Vorantreiben einer großen Storyline ist Blizzard in den letzten Jahren hervorragend gelungen. Nach Berichten von Dataminern wird die neue Expansion auch alte Bekannte wiederbringen: Rexxar, Kil’Jaeden und Gazlowe stehen wohl unter anderem auf der Gästeliste für die Expansion.

[pull_quote_center]Polieren statt Abreißen und Neubauen: Das könnte genau die richtige Formel sein, damit die Warlords of Draenor für neuen Ruhm sorgen.[/pull_quote_center]

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