28-jähriger Profi-Gamer erklärt auf Twitch gutgelaunt, wie er gegen Depression und Burnout kämpfte

Der 28-jährige Brandon „Segaull“ Larned hat im Gaming schon eine bewegte Karriere hinter sich: Seagull war als Teenager ein Profi in Half Life 2 und Team Fortress 2. Mit Mitte 20 wurde er einer der ersten Stars der Overwatch League. Später machte er als Twitch-Streamer Karriere. Doch Anfang 2021 nahm er sich eine Auszeit, er litt unter Burnout und Depression.

Das ist die Gaming-Karriere von Seagull:

  • Seagull ist seit 13 Jahren ein Videospieler, der bei Turnieren antritt. Schon 2008 machte er sich einen Namen in „Half Life 2: Death Match“. Danach galt er jahrelang als einer der Top-Spieler im Steam-Hit Team Fortress 2. Doch in den ersten 3 Jahren seiner Karriere, mit 16, 17 und 18 Jahren, verdiente er nicht Mal 1000$ mit Preisgeldern bei Team Fortress 2 (via esportsearnings).
  • Finanziell abgesichert war Seagull dann 2016, als er Luminosity Gaming beitrat und einer der ersten Profis der Overwatch-Liga wurde. Jeder Profi bekam mindestens 50.000$ Gehalt, das schrieb Blizzard damals vor. Doch schon nach einer Saison zog sich Seagull vom Profi-Overwatch zurück. Er sagte, er habe in der Zeit 20 Kilogramm zugenommen, könne nachts kaum noch schlafen und verliere den Spaß am Spiel.
  • Danach wurde Seagull ein erfolgreicher Streamer auf Twitch mit einer Millionen Follower, aber im Januar 2021 zog er auch hier die Bremse. Er sagte, er leide unter Burnout und Depressionen und brauche eine Pause. 6 Monate war er weg, jetzt zur E3 2021 kam er zurück und streamte wieder auf Twitch.

Seagull verschwindet 6 Monate von Twitch: Depression und Burnout

Das sagt Segaull jetzt: Der Streamer war nach 6 Monaten Pause am letzten Donnerstag wieder auf Twitch zu sehen. Er wollte sich das „Summer Game Fest“ und damit den inoffiziellen Start der E3 nicht entgehen lassen.

Schnell kam im Stream das Gespräch darauf, dass er viel besser aussähe, als vor 6 Monaten. Die Leute im Twitch-Chat wollten wissen, wie der Streamer seine Depression in den Griff bekommen hatte.

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“Sie spielen jeden Tag 20 Stunden und wundern sich, dass Sie depressiv sind?”

Seagull erzählte, die ersten 2 Monate haben er nur World of Warcraft gespielt. Aber dann habe er sich Hilfe für seine Depression besorgt. Besonders geholfen habe es ihm, sich nach Jahren professionelle Hilfe zu suchen und die Perspektive eines Therapeuten auf sein eigenes Leben zu erhalten:

Das war echt saukomisch […] Es ist wirklich so lustig, eine Außenperspektive auf sein eigenes Leben einzuholen. Ich werde das nie vergessen. In einer der ersten Sitzungen sagte der Therapeut: Lassen Sie mich das zusammenfassen, Sie spielen 20 Stunden alleine Videospiele am Tag und fragen sich dann, warum sie depressiv sind?

Seagull
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Seagull musste erneut lachen, als er die Geschichte erzählte. Er sagt: Im Zuge dieses Gesprächs habe er sein Leben neu ausgerichtet:

  • Er behandelt sich jetzt so, wie er auch seinen eigenen Hund behandeln würde: Der Hund muss Gassi geführt werden, auch der Mensch muss Gassi gehen.
  • Er habe angefangen auswärts zu essen und häufiger aus dem Haus zu gehen.
  • Außerdem habe er jetzt seinen Schlafrhythmus umgestellt und wache plötzlich tatsächlich morgens auf, was für ihn eine riesige Umstellung sei.
  • Der Streamer sagt, er habe nichts Großes geändert, habe nicht mal mit Workouts angefangen, aber einfach regelmäßig rauszugehen und die Sonne zu sehen, habe einen sehr positiven Einfluss auf sein Leben.

Das Leben vieler professioneller Gamer ist ungesund und zeigt seine Spuren an Körper und Geist, auch wenn die Spieler noch sehr jung sind:

LoL-Weltmeister (22) erzählt von der Zwangsstörung, die seine Karriere beendet

Wen dunkle Gedanken plagen, der kann sich unter den Telefonnummern 0800/111 0 111 und 0800/11 0 22 an die Telefonseelsorge wenden – das ist bundesweit und kostenfrei.

Quelle(n): Dexerto
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sNiidy

Es ist ein heikles Thema und leider sehr individuell. Schon beim leisesten Verdacht solltet ihr euch Hilfe suchen.

Lässt man das ganze unbehandelt kann sich jeder ausmalen wo das hinführt.
Ich spreche aus Erfahrung.

Auf der Seite der Deutschen Depressionshilfe gibt es einen kurzen Test der schonmal die richtigen Fragen stellt.

Man muss sich, auch als Mann, nicht schämen. Sucht euch Hilfe.
Und in ganz schlimmen Momenten ruft jemanden an.

Eltern, Freunde, Geschwister, egal.
Es gibt sogar eine Hotline dafür:

0800 111 0 111

Oder für mehr Infos:

Info-Telefon Depression
0800 / 33 44 533

Ps: Nein ich stehe in keinerlei Verbindung mit irgendeiner dieser Nummern.
Ich bin selbst betroffen und wäre damals sehr dankbar für solche Infos gewesen!

Edit: Rechtschreibfehler

Zuletzt bearbeitet vor 5 Monaten von sNiidy
KdieGrosse

Ist zwar gut gemeint von dir,aber warum sollten Männer sich schämen ? Es gibt so viele Männer die auch psychologische Hilfe in Anspruch nehmen,also das Männer sich da wirklich mehr “schämen” als Frauen ist mir bisher noch nie aufgefallen,gibt ja auch viele männliche Therapeuten und Psychiater.

Aber beim leisesten Verdacht Hilfe suchen ? Nein niemals!
Auch wenn das gut gemeint ist,aber wir leben heute in einer hypersensiblen hypochonder Gesellschaft,wo die Leute,besonders Eltern bei Kinder, schon sofort der Meinung sind sie hätten eine psychische Erkrankung,weil sie mal einen schlechten Tag haben und nicht aus dem Bett kommen oder das Kind in die Pubertät kommt und rebellisch wird.

Solche Leute die dann meinen sie müssten extra einen Termin beim Psychologen oder Psychiater machen,nur um dann gesagt zu bekommen das sie übertreiben,nehmen damit den Menschen die Termine oder eher Plätze weg,die wirklich ernsthafte Probleme haben und dringend Hilfe brauchen.

Man braucht sich leider nur mal bei den Teenies umschauen,jeder 2.von den meint BPS oder PTBS oder irgendeine andere psychische Erkrankung zu haben,weil es durch manche so dargestellt wird,als sei das ein neuer Trend und cool.

Durch solche Deppen werden Leute die ernsthaft krank sind am Ende nicht wirklich ernst genommen.

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