2020 war ein tolles Jahr für Gaming-Hardware – Aber ich bin enttäuscht

Mit PS5, Xbox Series X, Grafikkarten und Prozessoren bot 2020 eigentlich jede Menge Highlights bei neuer Gaming-Hardware. MeinMMO-Autor Benedikt Schlotmann ist dennoch von 2020 enttäuscht. Das hat verschiedene Gründe.

So sah das Jahr 2020 aus: Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu und eigentlich könnte man behaupten, zumindest aus Perspektive eines Hardware-Fans: 2020 war ein ein gutes Jahr. Denn es gab jede Menge spannende Sachen, die vor allem für Gamer interessant sind. Hier die wichtigsten Veröffentlichungen im Überblick:

  • Intel veröffentlicht im Sommer seine 10. Generation von Gaming-Prozessoren, unter anderem den Intel i9 10900K.
  • Im September veröffentlicht Nvidia seine RTX-3000er Serie und bietet damit jede Menge Leistung für 4K-Gaming zu fairen Preisen
  • Am 5. November veröffentlicht AMD seine neuen Ryzen-5000-Prozessoren.
  • Mitte November starten mit PS5 und Xbox Series X|S die Next-Gen-Konsolen.
  • Ende November/ Anfang Dezember veröffentlicht AMD mit seiner RX-6000er-Serie seine Highend-Serie im Grafikkartenbereich, um Nvidia Paroli bieten zu können.

In der Theorie also ein durchaus gutes Jahr. Doch in der Praxis wird jede Veröffentlichung und jeder Release von einer Reihe Problemen begleitet. Am Ende von 2020 bleiben wenig Hardware-Neuerscheinungen übrig, über das man sich tatsächlich und so richtig freuen konnte.

Titelbild PS5 und Xbox Series X
Xbox Series X|S und PS5 beschäftigten 2020 viele Spieler.

PS5 und Xbox Series X: Lieferbarkeit ist das Problem 2020

Im November 2020 starten PlayStation 5 und Xbox Series X|S in den Handel. Schon von Beginn an ist klar, dass sie technisch im Vergleich zu den Vorgängern einen enormer Sprung nach vorn darstellen. Extrem schnelle Ladezeiten, hohe FPS-Zahlen und Dinge, wovon Konsolen-Spieler jahrelang nur träumen konnten oder neidisch auf PC-Spieler blicken konnten.

Das ist das Problem: Der Vorverkauf der Konsolen startet chaotisch. Bei der PS5 läuft der Verkauf viel zu früh an und Sony entschuldigt sich später für das Vorbestell-Chaos. Bei Microsoft beginnt der Vorverkauf wie geplant, ist aber ebenfalls völlig ausverkauft.

Nach dem Release bessert sich die Lage nicht wirklich: PS5-Pakete von Amazon enthalten statt einer Konsole Drogerieartikel. Paketboten stehlen auf halbem Weg die sehnlichst erwarteten Geräte. MediaMarkt, Saturn, MediMax und Co benötigen eine gefühlte Ewigkeit, bis die Geräte beim Endkunden ankommen oder verschieben die Auslieferung auf 2021. andere Verkäufer wie Otto stornieren Bestellungen der 3. Welle.

Teile der Lagerbestände werden außerdem von Scalpern aufgekauft, die auf einen großen Gewinn hoffen. Scalper sind Leute, die Produkte mit begrenzter Stückzahl zum Release erwerben, um sie dann zu Wucher-Preisen an ehrlich Interessierte weiterzuverkaufen. Das Produkt selbst interessiert sie nicht, sondern nur der Gewinn.

Am Ende sind die Leute empört und wütend: Einerseits, weil die Verkäufe so chaotisch ablaufen, andererseits, weil viele User in dem Verkaufschaos weder Freund noch Feind kennen und Scalper mit hohen Preisen verschiedene Plattformen überschwemmen.

So schreibt beispielsweise CandyAndyDE auf MeinMMO.de:

Ich hoffe, dass Sony und Microsoft dagegen vorgehen und Ebay die Angebote löscht, damit die Leute auf ihren Konsolen sitzen bleiben. So ein unverschämtes Verhalten sollte bestraft werden.

Viele wünschen sich, dass Ebay und andere Plattformen die Wucherpreise unterbinden, doch die Plattformen sehen keinen Grund zum Eingreifen, da es sich nicht um Güter des täglichen Bedarfs handelt.

Diesen Lichtblick gibt es: Trotz all der Probleme gibt es dennoch auch kleine Geschichten, die berühren. Ein Vater drückt 13 Stunden lang F5, um eine PS5 für seinen Sohn zu bekommen, worüber sich viele Leute freuen, die keine Konsole bekommen haben.

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AMD vs Nvidia: Das Wettrennen scheitert an Lieferengpässen

Sowohl AMD als auch Nvidia bringen im Herbst 2020 jede Menge spannende Hardware:

  • Nvidia veröffentlicht seine RTX-3000er-Serie
  • AMD folgt etwas später mit seiner RX-6000er-Serie

Zuerst liefert Nvidia mit seiner 3000er-Serie jede Menge Leistung für einen fairen Preis ab. 4K-Leistung für 700 Euro? Nvidias GeForce RTX 3080 macht es möglich. Die RTX 3090 bietet noch mehr Leistung, ist für Gamer aber kaum noch empfehlenswert.

AMD folgt etwas später mit seiner RX 6000er-Serie und zeigt, dass man die gleiche Leistung bieten kann, nur effizienter und leicht unter Nvidias Preisen angesiedelt.

Das ist das Problem: Nvidias Grafikkarten sind in wenigen Augenblicken ausverkauft. Wenige Tage später findet man die RTX-Grafikkarten bereits auf Ebay – für den doppelten Preis. Bots kaufen die GPUs auf und versuchen sie teuer zu verkaufen.

Bei AMD sieht es kaum besser aus: Konnte AMD sich noch über Nvidias Lieferschwierigkeiten freuen, hat man beim Release der RX 6000er-Serie die gleichen Probleme, denn auch hier sind die Karten rasch ausverkauft. 

Zu allem Überfluss treiben die geringen Lagerbestände die Preise in die Höhe. Im Vergleich zu den Konsolen, wo der Preis relativ starr bei 500 Euro angesiedelt ist, zahlt man bei den Prozessoren und Grafikkarten gern einmal 200 Euro mehr als die UVP des Herstellers.

Diesen Lichtblick gibt es: Trotz knapper Lagerbestände und hohem Bedarf gibt es dennoch etwas Positives zu bemerken: Auch der Konkurrenz durch AMD für Nvidia haben wir es zu verdanken, dass die Preise im Vergleich zur vorherigen Grafikkartengeneration niedriger liegen. Bezahlte man vor ein, zwei Jahren noch über 1000 Euro für 4K-Leistung, verlangen AMD und Nvidia im Jahr 2020 „nur“ rund 700 Euro für die fast die doppelte Leistung wie noch im Jahr 2019.

Lieferbarkeit überschattet alle Hardware-Veröffentlichungen im Jahr 2020

Preise und Lieferbarkeit gilt nicht nur für neue Hardware

Wer nun denkt „dann setze ich doch lieber auf ältere Hardware“, hat 2020 keinen Grund zur Freude. Denn hier gilt: Die Preise ziehen kräftig an.

Als Beispiel ist hier die Powercolor Radeon RX 5700 XT Red Devil zu nennen. Lag der Preis hier im Oktober noch bei gut 400 Euro, stieg der Preis aktuell um etwa 100 Euro auf 500 € an (via idealo.de). Und das gilt für fast alle Grafikkarten und Prozessoren.

Die Preise steigen am Ende des Jahres kräftig an (hier: Powercolor Radeon RX 5700 XT Red Devil) – pünktlich zum Release der neuen Grafikkarten.

Die Preise für fast alle Grafikkarten von AMD und Nvidia sind zum Jahresende hin stark angezogen. Sogar vor vergleichsweise alten Grafikkarten, wie die RX 400er und 500er Serie von AMD, machen die Preissteigerungen nicht halt. So kosten verschiedene Modelle der RX 580 rund 30 Euro mehr als im September/Oktober. Dabei waren die Preise über Monate hinweg stabil.

Der Gaming-Prozessor Ryzen 5 3600 im Preisvergleich: Auch hier steigen seit Ende des Jahres die Preise.

Das ist das Problem: Wer aktuell “nur” einen alten PC aufrüsten oder wieder ansatzweise fit machen möchte, der zahlt auch für drei, vier Jahre alte Hardware momentan deutlich mehr. Für Selbstbauer oder Aufrüster bedeutet 2020, mit vielen Leuten um einen kleinen Bestand an Produkten zu kämpfen.

Der Blick nach vorn: Darum hoffe ich auf 2021

2021 kann doch eigentlich nur besser werden. Microsoft und Sony hatten erklärt, ab 2021 wieder ihre PS5 und Xbox Series X/S liefern zu können und auch die Lagerbestände der Grafikkarten sollen sich wieder erholen. Dann dürften auch die Preise wieder einen fairen Rahmen erreichen.

Vom neuen Jahr wünsche ich mir, dass die Hardware-Hersteller ihre Engpässe in den Griff bekommen, damit Interessierte ihre Hardware erhalten und das zum fairen Preis.

Und nicht zu dem Preis, den derzeit Scalper und Bot-Nutzer versuchen, von Kunden für eine PS5 oder Xbox Series X zu verlangen. Denn Hardware und Next-Gen-Gaming kann noch so stark und toll sein, wenn es keine Ware gibt, die man kaufen kann.

Falls euch neben Hardware auch Spiele interessieren: Welche Spiele uns abseits von Hardware im Jahr 2021 erwarten, das könnt ihr hier nachlesen:

Neue Spiele 2021: Releases von MMOs und Multiplayer-Games

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Hisuinoi

Naja ich würde eher das gegenteil behaupten. Das aber vielleicht auch der Aktuellen zu verschulden ist durch Corona. Allerdings was Grafikkarten angeht ist es für mich zumindest eine derbe enttäuschung. Die ziehen einfach viel zu viel Strom. Allerdings beunruhigt bin ich nicht. Da es immer 2-4 Grafikkartengenerationen viel Strom benötigen bis dann mal eine Leistungsstarke sehr effiziente Grafikkarte kommt, die sich erst wirklich lohnt zu kaufen.

Ich jedenfalls Unterstütze sowas nicht, da sowas rausgeschmissenes Geld ist.
Jeder mag da ja andere ansichten haben.

Nomad

Aus meiner Sicht als PCler, war das Jahr ziemlich bescheiden, was Gaming-Peripherie angeht.
Ich nutze gerne Keypads, Tastaturen und Mäuse mit vielen Zusatztasten, auch für Softwareentwicklung (IDE) oder Grafik-Anwendungen.
Diesbezüglich ist aber eher ein Trend zum Minimalismus (Profit-Optimierung?) zu erkennen.
Keypads gibts nur noch von Razer, und deren Produkte incl. Treiber befinden sich in einem erschreckend freien Fall (Tasten-Ausfälle schon nach wenigen Monaten, Treiberchaos seit Jahren, für mich klar der Absteiger des Jahres). Andere Hersteller bieten gar kein Keypad mehr an. Auch bei den Zusatztasten, früher gabs Keyboards mit 3 Reihen G-Tasten, gibts heute maximal eine Reihe.
Somit ist man gezwungen, mit mehreren Herstellern zu operieren, was ich eigentlich vermeiden wollte. Mehr Treiber, mehr Inkomatibilitäten und auch mehr Aufwand. Ich hätte gern alles aus einer Hand, ein Eco-System, welches alle Komponenten automatisch je nach Anwendung schnell und sauber umschaltet.
Da hat sich für mich eine sehr negative Entwicklung eingeschlichen. Die Auswahl wurde reduziert (z.B. Steelseries, da gibts gar nix brauchbares mehr, und die haben so tolle Treiber). Roccat reduziert auch mehr und mehr, und deren Treiber sind, nun so lala.
Bleiben noch Logitech (haben leider ihr G13 gestrichen, völlig unnötig) und Corsair (ohne Keypad).
Im Moment tendiere ich wieder zum Logitech-System, scheint mir noch das stabilste und dauerhafteste zu sein.
Wenn das Azeron kommt, und gut geht, werde ich die ganzen anderen abstoßen (Razer als erstes) und mich für ein weiters entscheiden. Das Treiber Chaos führt sonst in den totalen Frust.

Nico

na ob das 2021 wirklich besser wird, mal abwarten

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